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Icon11.12.2017 13:54 by escene

*Sponsored Video* Destiny 2: Ist der MMO-Shooter eSports ready?

imageBereits zur Veröffentlichung von Bungies bombastischen Weltraum-Shooter Destiny 2 tauchten im Netz Spekulationen zum PVP-Modus auf. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Spieleranzahl von 12 auf 8 Spieler pro Map gesenkt, die Abklingzeit der Spezialfähigkeiten rapide heraufgesetzt und somit die klassischen Shooter-Mechaniken in den Vordergrund gerückt – alles Symptome dafür, dass Destiny 2 nicht nur in Sachen Spieler vs. Spieler ordentlich nachlegt und möglicherweise sogar den Schritt in den elektronischen Sport wagt. Doch wie gut machen sich die Mechaniken des Schmelztiegels in einer kontrolliert kompetitiven Umgebung?


Wo ist die Trainingsumgebung?

Der wichtigste Schritt in den eSports liegt zunächst einmal in der Möglichkeit, Matches ausrichten und verfolgen zu können. Einige Zeit nach dem Release des Vorgängers wurden private (custom) Partien in das Spiel implementiert, bei denen die Parameter der PVP-Matches nach eigenem Gutdünken verändert werden konnten. Die privaten Matches verliehen dem Spiel damals neuen Schwung und stießen die Tür zum eSports auch für den Nachfolger weit auf. Ein Zuschauermodus wie man ihn von typischen eSports-Titeln wie CS:GO oder Overwatch kennt, lässt bis heute auf sich warten.

Ähnlich verhält es sich bis dato mit Destiny 2. Kurz vor Release hat Bungie angekündigt, dass private Matches nicht zum Launch verfügbar sein werden. Inzwischen sind 3 Monate vergangen und viele Spieler warten noch immer verzweifelt auf neuen Content in Form von variablen Partien. Viele haben Custom Matches zum Release der ersten Erweiterung „Fluch des Osiris" erwartet, doch wurden bitter enttäuscht. Bis Bungie also eine Traingsumgebung schafft, die unabhängig vom gegenwärtigen Online-PVP funktioniert, scheint Destiny 2 noch weit entfernt von offiziellen Turnieren, Preisgeldern und umjubelten Events abseits von Videomaterial zur Demos und Co. Doch auch wenn das Spiel selbst noch nicht für den eSport bereit ist, sind es denn wenigstens die Mechaniken?

 

Taktik rauf, Tempo runter

Dass die Spieleranzahl im Schmelztiegel von 12 auf 8 Spielern pro Map reduziert wurde, wirkt nicht nur in puncto Übersicht Wunder, sondern macht die Matches auch deutlich angenehmer zu verfolgen. Hier setzt Bungie ein deutliches Zeichen für den eSports und gegen hirnloses Zerging. In die selbe Kerbe schlägt auch die Physik der Waffen, die im Vergleich zum Vorgänger deutlich träger ausfällt. Kontrollierbare Umgebung ist hier das Stichwort, denn auf kompetitivem Spielniveau stehen die Mechanics, spricht die Reaktionsfähigkeit und Fähigkeit, präzise Schüsse abzufeuern, auf einer Stufe mit den taktischen Finessen und der Map-Kenntnis.

Auch die Abklingzeiten der Spezialfähigkeiten und der Umgang mit großen Waffen wurden vom Entwickler überarbeitet, um mehr Platz für taktische Tiefe zu schaffen. Anders als beispielsweise bei Overwatch sind Spezialfähigkeiten in Destiny 2 kein dauerhaftes Element des Spiels und besitzen dementsprechend einen anderen Stellenwert als in Blizzards Heldenshooter. Stattdessen ist ihr Einsatz meist auf eine Aktion im Spiel beschränkt. Je nachdem wie gut sich das eigene Team schlägt, lassen sich die Novabombe (Warlock) oder die Fists of Havoc (Titan) meist nur ein einziges Mal pro Match anwenden.

Das macht sie zu enorm situativen und zugleich starken Fähigkeiten, deren Einsatz wohlüberlegt sein sollte. Um zu verhindern, dass einige Klassen diese mehrfach pro Runde einsetzen können und damit das Balancing korrumpieren, hat sich Bungie deshalb entschieden, sämtliche Abklingzeiten nach oben zu setzen. Ein guter Schritt für den eSports-Bereich, für Gelegenheitsspieler eher ein Negativpunkt.

Ähnliches gilt auch für die großen Waffen in Destiny 2. Damit Raketen- und Granatwerfer, Shotguns und Co. nicht die Alleinherrschaft im Schmelztiegel übernehmen, hat man sich entschlossen, ihre Munition auf der Map zu verteilen. Will man sich den Vorteil einer großen Waffe sichern, muss man also erst den entsprechenden Ort aufsuchen und den Kompromiss eingehen, auf dem Weg dorthin oder direkt am Platz erschossen zu werden. Die schiere Kraft der großen Waffen wurde also zugunsten taktischer Komponenten zu einem Tauschgeschäft mit den eigenen Ressourcen des Teams.





Destiny 2: Bereit für den eSport?

Wir fassen zusammen: Grundsätzlich hat Bungie sehr gut auf die steigenden Zahlen des eSports reagiert und die Mechaniken des Spiels im Vergleich zum Vorgänger deutlich taktischer umgesetzt und etwas berechenbarer gemacht. Das sorgt bei kompetitiven Spielern für Freude, kommt aber mit dem Tradeoff, dass Gelegenheitsspieler sich etwas mehr Tempo und Spaß wünschen könnten. Maps und Teamgrößen wurden reduziert und starke Einzelelemente wie große Waffen oder Spezialfähigkeiten abgeschwächt. Lediglich die Usability scheint noch nicht bereit für den eSport. Mit privaten Matches, kontrollierbaren Traingsbedingungen und einem Zuschauermodus könnte aus Destiny 2 in der Zukunft ein eSports-Titel werden. Allzu viel Hoffnung haben wir allerdings nicht.

Quellen:
'escene'
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