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Icon17.09.2012 03:38 by Teaser

CS:GO: Medizin für den deutschen eSport

imageEs war schon etwas mehr als eine kleine Magenverstimmung, die das jahrelang als lebenswichtig angesehene Organ Counter-Strike dem Patienten eSport in den vergangenen Monaten zugefügt hat. Zugegeben, Spiele wie StarCraft 2, Dota 2 und League of Legends hielten die Begeisterung auch oder vielleicht gerade aufgrund des kränkelnden Counter-Strike 1.6 zum Glück aufrecht, so richtig gesund fühlte sich dies aber nie an. Zu sehr prägte die 1999 veröffentlichte Half Life Mod die deutsche eSport-Szene und schweißte Spieler zusammen, die sich nach dem Amoklauf vom 26. April 2002 in Erfurt immer wieder Anschuldigungen der Medien und unbelehrbarer Politiker erwehren mussten.


Kein anderes Spiel schaffte es, dutzende Clans dazu zu bewegen, sich einer Stadt oder Region zuzuordnen, um sich so eine lokale Fanbase aufzubauen, in der Hoffnung, dass diese das eigene Team auf offline Events nach vorne peitscht. Lässt man einen urbayerischen Clan bei einem Intel Friday Night Game in München antreten, weht durch die Halle ein Hauch von Stadionatmosphäre. Wer jemals TBH.eSports bei einem IFNG in München erlebt hat, weiss wovon die Rede ist.


Unbestritten: Counter-Strike gehört zum eSport wie Weißwurst zum Oktoberfest und ein Team-Shooter sorgt für das Salz in der Suppe. Er ist es, der legendäre Spieler und Teams schuf, für hitzige Debatten vor, während und nach den Duellen aTTaX gegen mouz sorgte und sich so wunderbar mit den anderen Disziplinen des eSports ergänzt.


Doch bei aller Romantik bleibt auch Counter-Strike letztendich ein Spiel, an dem nicht zuletzt der Zahn der Zeit nagte. Dass dieser Aderlass nicht bei jedem Spiel gleich schnell voranschreitet, ändert nichts daran, dass auch die Ära Counter-Strike 1.6 irgendwann ihr Ende finden musste. 13 Jahre hat es gedauert, bis ein Spiel nun möglicherweise das vollbringt, was CS: Source nie wirklich gelingen wollte. CS 1.6 ist mehr oder weniger eSport-Geschichte und ein neuer Team Shooter buhlt um die Gunst der Spieler. Dass es sich dabei nur um ein neues Counter-Strike handeln konnte, ist logisch und erstaunlich zugleich. Zwei einst voneinander gespaltene Communities wieder zu einer zusammenzuführen grenzt an einem Meistestück, an welches sich Valve mit Global Offensive herangetraut hat. Zuerst argwöhnisch betrachtet, zurecht kritisiert und letztendlich doch von vielen als hoffnungsvolle Alternative verstanden. Noch könnte man sich böse die Finger verbrennen, wenn man für den ganz großen Erfolg des Spiels seine Hand ins Feuer legen würde, doch die bisherigen Qualifikationsturniere der ESL Pro Series geben haufenweise Gründe zur Zuversicht, auch wenn einige Bugs und Fehler des Spiels noch für Stirnrunzeln sorgen und Kritiker dadurch zu Recht beherzt auf die Euphoriebremse treten.


Neue und alte Gesichter, die verloren geglaubte Motivation durch den Umstieg auf ein zukunftsorientiertes Spiel wiedergefunden haben, Taktiken und Spielfinessen die herausgefunden werden wollen und eine CS-Community, die wie wachgeküsst wirkt und angestaubte MR 15 Ladders wieder zum Leben erweckt. Es scheint, als hätte das simple Spielprinzip Counter-Strike nichts von seiner alten Strahlkraft verloren.


Ich für meinen Teil lasse mich auch als alter CS 1.6 Veteran gerne auf das Abenteuer Global Offensive ein und wärme mir zumindest am bisher entfachten Feuer des Spiels die Hände. Ein Nachfolger für die altehrwürdige Half Life Mod täte dem gesamten eSport gut, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Damit CS:GO die großen Erwartungen jedoch erfüllen kann, muss noch viel Arbeit geleistet werden. In der Pflicht stehen neben Publisher Valve auch Turnierveranstalter, national insbesondere die Electronic Sports League, Berichterstatter und nicht zuletzt auch die Community, die dem neuen Spiel eine Chance geben muss. Sollten diese Zahnrädchen in den kommenden Monaten gut ineinander greifen, muss ich keine Magenschmerzen haben und auch der Patient deutscher eSport darf vielleicht schon bald wieder im Trikot von mousesports oder Team ALTERNATE für Begeisterungsstürme bei den Fans sorgen. Ich würde mich freuen!
Quellen:
Michael 'Teaser' Decker
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#1 Kommentar von realzoro (17.09.2012 - 22:58):

der erste schritt richtung professionalität ist richtige recherche

DAS SPIEL HEISST: Counter Strike

ganz simpel. brauchen manche einfach zahlen im namen?


#2 Kommentar von Frettward (18.09.2012 - 02:30):

@ realzoro: wenn schon klugscheißen, dann bitte wenigstens richtig. Wenn dann Counter-Strike mit Bindestrich und 1.6 gehört dazu als Versionsbezeichnung ;-)

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