Bild
Icon24.04.2013 01:30 by Teaser

Zwischen Aufschwung und fehlender Anerkennung: Frauen im E-Sports

imageFrauen und E-Sport schließt sich bereits seit einigen Jahren nicht mehr aus und doch ist und bleibt es ein heiß diskutiertes Thema. Während Femaleteams von vielen männlichen Spielern gerne auch mal belächelt werden, scheinen sie seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf Clans und Fotografen gleichermaßen auszuüben. Kein Wunder, denn nicht wenige Sponsoren freuen sich darüber, wenn zur Abwechslung mal eine Dame glücklich den gerade gewonnenen Scheck auf der Mainstage eines Events in die Luft ragt, anstatt immer nur Bilder vom 08/15 Nerd auf der firmeneigenen Facebookwand veröffentlichen zu müssen. Zockende Frauen eignen sich eben hervorragend als Werbeträger und verdeutlichen die Bestrebungen eines Imagewechsels, hin zum Massentauglichen Produkt.

Was hier so überspitzt dargestellt wird, spiegelt glücklicherweise nicht die grundsätzliche Situation dar und genügend Gegenargumente konnte die Female-Szene auch schon vorbringen. Dass Zockende Mädels nämlich mehr als ein Marketing-Gag sind und ähnlich spannende Turniere abliefern können wie die männlichen Kollegen, bewiesen erst kürzlich die Copenhagen Games in Dänemark. Stolze 3500€ wanderten nach dem siegreichen Finalspiel in CS:GO gegen Millenium in die Taschen der Damen von Team ALTERNATE. Auch die Mädels des Kölner Vereins n!faculty schlugen sich wacker und mussten sich nach einer unglücklichen Konstellation im Viertelfinale, die ausgerechnet die beiden deutschen Vertreter aufeinandertreffen ließ, trotz guter Leistungen aus dem Turnier verabschieden.

image

Über mangelnde Erfolge in CS:GO kann man sich also nicht beklagen, doch wie sieht es in anderen Spielen aus? Zumindest im Profibereich beschränkt sich die noch sehr überschaubare Welt der Femaleteams auf Valve’s Ego-Shooter, obwohl man doch gerade eher von Spielen wie League of Legends erwartet hätte, dass sie das weibliche Geschlecht stärker ansprechen. Ganz falsch ist die Vermutung nicht, das merkt man inzwischen schon beim E-Sports-Event "nebenan". Bestes Beispiel: Die League of Legends Championship Series in den Kölner ESL TV Studios begrüßen gefühlt von Mal zu Mal mehr Mädchen und Frauen in ihren Zuschauerreihen und beweist, dass Gaming keine hoffnungslose Männerdomäne ist.

image

Ähnlich sieht es bei der ebenfalls in der Domstadt beheimateten Gamescom aus. Die Weltgrößte Spielemesse erfreut sich offensichtlich über eine beachtliche Anzahl weiblicher Fans, obwohl man dank Messebabes natürlich an jeder Ecke merkt, dass Spiele zumeist noch für ein männliches Publikum ausgelegt sind. Nicht nur im E-Sports gibt es also noch einiges zu tun, wenn Spielehersteller und Turnierveranstalter ihre Zielgruppe durch weibliche Zocker vergrößern wollen. Die ersten Bausteine sind sicherlich schon gesetzt, das unbestritten große Potential gilt es aber noch auszuschöpfen.

Im zweiten Teil unseres Reports zum Thema Female-Gaming lassen wir aktive Spielerinnen und Funktionäre zu Wort kommen und beleuchten die Situation aus der Sicht von Profi- und Amateurspielerinnen.

Fotos: Team ALTERNATE, gamescom
Quellen: Tt eSPORTS
Michael 'Teaser' Decker
registriert seit 12.09.2012
619 News geschrieben
2535 Headlines geschrieben
icon Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie registriert und eingeloggt sein.

Bild