Millionen von Menschen versammeln sich im Reich des eSports. Angesichts der riesigen Preispools, ausverkauften Veranstaltungsorte und großen Streaming Dienste, die live übertragen, sollte man aber auch meinen, dass alles glatt läuft. Nicht wahr?
Tja, hin und wieder werden selbst die bedeutendsten Ereignisse von völliger Anarchie überschattet. Technische Probleme, unerwartete Verzögerungen oder komplette Absagen – einige Veranstaltungen gehen aus den falschen Gründen in die Geschichte des eSports ein.
1. League of Legends 2012 World Championship
Fünf Tragödien haben beim eSport nicht nur Fans, sondern auch Spieler und Veranstalter brutal enttäuscht. Deswegen mussten Organisatoren nach Lösungen suchen.
Dies war die erste Katastrophe: Riot Games wollte die LoL-Weltmeisterschaft 2012 zu ihren wichtigsten Veranstaltungen zählen. Doch das lang erwartete Viertelfinale zwischen CLG Europe und Team World Elite wurde durch Internetausfälle behindert. Das Spiel wurde plötzlich unterbrochen und musste nach über einer Stunde hitziger Action mit denselben Picks und Bans wieder aufgenommen werden.
Als ob das nicht schon ärgerlich genug wäre, musste Riot das Spiel aufgrund eines Hardwareproblems während der Wiederholung komplett verschieben. Während Riot daran arbeitete, die Playoffs zu retten, waren die Fans im Staples Center und andere im Internet fassungslos.
Faszinierenderweise ist eSport in Deutschland trotz technischer Fehler bei früheren Events unglaublich beliebt geworden. Deswegen liegt der Sport im nationalen Online Sportwetten Sektor sogar nur ein paar Plätze hinterFußball Wetten, wobei keine andere Sportart so schnell in den letzten Jahren gewachsen ist – und noch weiterwächst.
2. Electronic Sports World Cup 2015 (ESWC)
DasCounter-Strike: Global Offensive Event bei der ESWC 2015 in Montreal sollte ein Highlight für die weltbesten Talente werden. Stattdessen wurde es zu einer Streaming-Horrorshow. Die Zuschauer mussten ständige Werbeunterbrechungen ertragen, die sich später als Folge überlasteter Server herausstellten.
Als sich die DDOS-Angriffe auf die Server konzentrierten, verschlimmerte sich die Situation bei den nächsten Veranstaltungen noch weiter, was zur Absage von Spielen und zu ernsten Fragen über die Sicherheitsbereitschaft der Veranstaltung führte. Was ein Highlight des Jahres hätte werden sollen, wurde stattdessen zu einer Lektion darüber, was man nicht tun sollte.
3. Evo 2015 – Ultra Street Fighter IV Grand Finals
Evo steht für wettbewerbsorientierte Kampfspiele und Evo 2015 war da keine Ausnahme – bis zur letzten Runde von Ultra Street Fighter IV. Dann kam es zur Katastrophe: Momochis Arcade Stick brach mitten im Spiel in einem engen Match zwischen Yusuke „Momochi“ Momochi und Bruce „Gamerbee“
Da er keine Verbindung mehr herstellen konnte, musste er sich einen Controller von einem anderen Rivalen, Tokido, ausleihen. Momochi gewann das Spiel schließlich, aber die Störung ruinierte das Finale eines ansonsten großartigen Ereignisses. Die Zuschauer fragten sich, warum ein so wichtiges Spiel nicht gegen einfache Hardwareprobleme geschützt war.
4. The Shanghai Major 2016 – Dota 2
Das Shanghai Major 2016, das zu den am meisten erwarteten Dota 2 Wettbewerben des Jahres gehörte, entwickelte sich schnell zu einer PR-Krise für Valve.
Die Probleme begannen sofort: ununterbrochene technische Verzögerungen, träge Feeds, fehlende Ausrüstung, schlechter Ton. Aber es kam noch schlimmer. Der beliebte Moderator James „2GD“ Harding wurde live im Stream wegen beleidigender Kommentare gefeuert; KeyTV, das gesamte Produktionsunternehmen, wurde mitten in der Veranstaltung entlassen.
Die Spieler waren laut, die Fans verärgert und Valve musste sich entschuldigen. Der Vorfall ist ein Lehrstück dafür, wie man eine bedeutende eSport-Produktion nicht managen sollte.
5. ESL One Los Angeles Major SEA Closed Qualifiers
Anfang 2020 zeigten die SEA Closed Qualifiers für ESL One Los Angeles Major einige derbesten Dota 2 Spieler der Region. Technische Probleme verwehrten jedoch mehreren Teams eine faire Chance.
Team Adroit hatte extreme Verbindungsprobleme, sodass sie ein Spiel absagen und versuchen mussten, von einem Internetcafé aus zu spielen – nur um weiterhin Verbindungsabbrüche zu haben. Lowkey Esports, die gegen Cignal Ultra antraten, wurden ebenfalls abrupt aus der Lobby geworfen. Lowkey schied aus, weil der Serveradministrator das Spiel weiterlaufen ließ.
Ein derart schlechtes Management stört nicht nur die Fans, sondern kann auch dazu führen, dass Teams Tausende von Dollar an Preisgeldern und beruflichen Möglichkeiten verlieren.
Fazit: Wenn das Spiel nicht weitergeht
Selbst die am besten organisierten Turniere sind nicht immun gegen Anarchie; von kaputten Arcade Sticks bis hin zu schmelzenden Servern und Verbindungsabbrüchen während des Spiels. Fans können nur hoffen, dass zukünftige Veranstaltungen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und bessere, konsistentere Erfahrungen bieten. Eines ist jedoch sicher: Im eSport gibt es sowohl im Spiel als auch hinter den Kulissen viele Überraschungen.



























































