Der Endspurt für die Anmeldephase zur eSport Schulmeisterschaft ist eingeläutet. Drei Tage lang kann man sich noch für den beliebten Wettbewerb anmelden und seine Schule in League of Legends, StarCraft 2 oder FIFA 15 vertreten. Vor der neuen Saison gab es einige Änderungen an der Meisterschaft und auch die allgegenwärtige Debatte rund um Videospiele ist besonders dann brisant, wenn man eSports in die Schulen bringen möchte. Wir haben uns daher mit Adrian Weiß, verantwortlich für die neue Saison der Schulmeisterschaft, in einem Interview über neue Möglichkeiten und alte Probleme unterhalten und wie Wettbewerbe wie die eSport Schulmeisterschaft die Akzeptanz von Computerspielen in der Öffentlichkeit verbessern möchten.
»Computerspiele sind längst nicht mehr aus dem Alltag von Jugendlichen wegzudenken«
escene.de: Hi Adrian, ihr habt euch in diesem Jahr im Vergleich zu früheren Seasons dazu entschieden, die Regeln der Schulmeisterschaft etwas abzuändern. Die Schulen müssen nun nicht mehr in allen drei Wettbewerben an den Start gehen. Ihr habt damit auf das Feedback der Teilnehmer reagiert. Was waren die Hauptgründe für die Änderung?
Adrian Weiß: Die Schulmeisterschaft gibt es ja jetzt schon seit nunmehr acht Jahren und ursprünglich war es ein Wettbewerb für Teams, die insgesamt fünf Disziplinen spielen mussten. Wir wollten uns diesem Prinzip mit dem Team-Modus annähern. Aber es kamen immer mehr Stimmen auf, dass man die Disziplinen nicht miteinander vermischen wollte und Schüler offensichtlich arge Probleme hatten, an ihrer Schule genügend Schüler zu finden, die LoL, SC2 UND FIFA 14 spielen wollten. Daher haben wir dem Rechnung getragen und haben den Modus wieder (wie im vergangenen Jahr) auf die drei Einzeldisziplinen umgestellt.
Bei der neuen Ausgabe der Schulmeisterschaft treten die Schulen in League of Legends, StarCraft 2 und Fifa 14 (kürzlich geändert zu FIFA 15, Anm. d. Red.) aufeinander. Was war euch bei der Auswahl der Spiele wichtig? Müssen Spieletitel für eine Schulmeisterschaft andere Kriterien erfüllen, als bei „normalen“ E-Sports-Events?
Wir haben darauf geachtet, dass wir beliebte eSport-Titel auswählen. Zudem sollten die Spiele USK 12 sein, da wir uns immer noch im Schulkontext bewegen. Was aber nicht heißt, dass wir nächste Saison nicht auch etwas an den Spieltiteln ändern oder noch weitere hinzunehmen. Da sind wir für Vorschläge immer offen (und haben auch schon viele bekommen – DotA 2 ist natürlich ganz vorne mit dabei).
Als wir uns vor rund zwei Jahren in einem Interview über die Schulmeisterschaft unterhielten, war die „Killerspiel-Debatte“ noch verhältnismäßig präsent. Du sagtest damals, dass sich die Situation von Computerspielen in der Öffentlichkeit merklich entspannt hat. Wie sieht es heute aus? Könnt ihr als Veranstalter im Kontakt mit Lehrern, Schulleitern und Eltern eine größere Akzeptanz für das Hobby ihrer Kinder erkennen?
Auch wenn die Diskussion um Gewaltdarstellungen merklich sachlicher geworden ist in den letzten 3-4 Jahren, sind wir meiner Meinung nach noch nicht so weit, einen Shooter wie CS:GO aufzunehmen. Da würde mein Telefon nicht mehr still stehen, fürchte ich. Klar muss ich die Diskussion mit den Spielern selber nicht führen, die wissen genau, wie sie die Szenen einordnen und einschätzen sollen. Aber man muss sich selber einmal fragen, wie Aussenstehende ohne eigene Spielerfahrung mit z.B. Taktik-Shootern umgehen – auf die wirkt das ja eher wie ein Film, komplett aus dem Kontext gelöst. Die Erfahrung habe ich besonders bei der Eltern-LAN gemacht: da haben Eltern und Lehrer auch CS 1.6 selber ausprobiert und konnten nach der Spielphase ihre Ängste auch ein stückweit ablegen.
Inwiefern denkst du, dass Wettbewerbe wie die Schulmeisterschaft dazu beitragen, dass Spiele und E-Sports in der Öffentlichkeit besser verstanden werden? Steht dieser Aspekt für euch im Vordergrund, oder geht es eher um den Spaß für die Teilnehmer?
Beide Aspekte sind wichtig. Welcher Spieler wäre nicht gerne einmal Deutscher Meister in seiner Disziplin 🙂 Im Grunde ist es ja so, dass Computerspiele längst nicht mehr aus dem Alltag von Jugendlichen wegzudenken wären. Da ist es doch nur folgerichtig, wenn diese wie selbstverständlich auch in der Schule präsent wären. Und Schüler, die Spaß und Leidenschaft an den Tag für eSport legen, sind doch die besten Werbeträger für die Faszination, die von den Spielen ausgeht. Schließlich gibt es viele positive Aspekte, gerade im Wettbewerbsbereich.
Die Electronic Sports League ist wie gewohnt weiterhin Partner der Schulmeisterschaft. Habt ihr unter den Teilnehmern eher Spieler, die die ESL schon kennen und bereits vorher aktiv waren, oder sprecht ihr vor allem Neulinge an, die zuvor wenig mit kompetitivem Spielen zu tun hatten?
Überwiegend begeistern sich natürlich bereits erprobte eSportler für den Schul-Wettkampf. Aber es kommt auch oft genug vor, dass Spieler neue Accounts in der ESL erstellen, um teilzunehmen.
Wie sehen deine persönlichen Erwartungen an die neue Saison der Deustchen Schulmeisterschaft aus?
Wir wollen das Thema wieder aufleben lassen, nachdem es letztes Jahr doch etwas ruhiger um den Wettbewerb geworden ist. Zur Zeit probieren wir viel aus, schrauben am Modus und suchen neue Kooperationspartner, die auch für das Thema brennen. Mit Tt eSPORTS haben wir einen starken Partner an unserer Seite, der für authentisches Gaming auf höchstem Niveau steht. Und da wollen wir auch am liebsten schon in dieser Saison hin: ein Turnier für Schüler zu werden, in dem sie sich spannende Duelle liefern und ambitioniert an den Spielen teilnehmen.
Vielen Dank für das Interview, Adrian. Die letzten Worte gehören selbstverständlich dir.
Na dann bleibt mir ja nur noch eins zu sagen: Meldet Euch alle schnell an!
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