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Bastian Veiser: Das Vertrauensproblem der ESL Pro Series ist nicht so groß

Eines muss man der ESL Pro Series ja lassen. An Schlagzeilen mangelte es in der Winter-Ausgabe der selbsternannten „Gaming Bundesliga“ nicht. In CS:GO leistete sich logiX e.V. einen Cheatvorfall, Team ALTERNATE brachte das Strafpunkte-Fass in League of Legends zum überlaufen und der Ausstieg von Sascha ‚GoOdy‘ Lupp aus der laufenden Saison in StarCraft 2, brachte das Thema der nicht ausgezahlten Preisgelder wieder auf den ohnehin schon üppig gedeckten Sorgentisch der Electronic Sports League. Schwere Kost also für Bastian Veiser, dem verantwortlichen Produktmanager der ESL Pro Series. In einem Interview spricht der 25-Jährige nun gegenüber escene.de über den aktuellen Status der deutschen Königsklasse und stellt dabei unmissverständlich klar, dass die EPS noch immer das Aushängeschild des nationalen E-Sports ist.

Das Interview mit Bastian Veiser über die ESL Pro Series

escene.de: In der vergangenen Woche hat mit Sascha ‚GoOdy‘ Lupp einer der bekanntesten deutschen SC2-Spieler freiwillig die ESL Pro Series verlassen. Was unternimmt die ESL, damit nicht weitere Spieler aufgrund nicht gezahlter Preisgelder die Liga verlassen?

Bastian Veiser: Wir haben bereits in unserem Statement auf TL darauf reagiert. Wir bedauern, dass diese Preisgeld-Probleme noch nicht gelöst wurden und es ist natürlich ärgerlich, dass wir da nicht bei 100% der Auszahlung angekommen sind. Wir arbeiten aber daran und stehen heute wie in dem Statement gesagt schon 50% besser da als vor einem Jahr und werden das hoffentlich bald ganz abschließen. Dann wird sich die Diskussion in Wohlgefallen auflösen.

Wie groß ist der Imageschaden, den die ESL Pro Series als deutsche Königsklasse durch einen derartigen Vorfall davonträgt?

Es ist ja kein Geheimnis, dass wir lange Zeit große Probleme mit dem Preisgeld hatten und wir nehmen das Thema sehr ernst. Rückschläge wie jetzt mit GoOdy sind halt nicht zu vermeiden solange wir nicht alles pünktlich ausgezahlt haben, dessen sind wir uns bewusst. Auf der anderen Seite sind wir in der 22. Saison der Pro Series und haben bereits 2.517.970 Euro nur in der EPS an Preisgeld ausgezahlt. Daher ist das Vertrauensproblem auch wieder nicht so groß.

Thomas ‚Schabs‘ Vogel, Team-Captain von Team Acer, äußerte zum Ausschluss des Team ALTERNATE aus der League of Legends EPS, Kritik am zu straffen und unflexiblen Terminkalender für international agierende Teams. Auch in CS:GO häufen sich die gezogenen Wildcards. Besteht Handlungsbedarf am System der EPS, oder ist das Problem eher bei der Organisation der einzelnen Teams zu suchen?

League of Legends ist unser Sorgenkind, gerade in der ProSeries. Hier sehe ich klar die Teams in der Bringschuld, Strukturen wie in den etablierten Games zu schaffen. Was da zum Teil passiert ist hat wenig mit unflexiblen Terminkalendern zu tun. Immer dann, wenn sich Turniere und Ligen überschneiden, müssen sich Teams halt entscheiden. Wenn die ProSeries darunter leidet, dann ist das natürlich nicht so gewollt. Dennoch glaube ich, dass wir in den letzten Jahren so viel am System geändert haben, dass sich weitere Änderungen kontraproduktiv auswirken würden. Was die Teams und die ProSeries jetzt brauchen ist Beständigkeit.

Bleiben wir bei CS:GO. Wie zufrieden bist du bisher mit der ersten Saison in Global Offensive? Eine Verbesserung im Vergleich zur zweigleisigen EPS mit CS 1.6 und CS:S?

CS:GO hat noch einen langen Weg vor sich. Den langfristigen Erfolg kann nur die Community garantieren. Ich denke, dass wir mit der ProSeries eine gute Plattform für das Zusammenfinden der CS’ler geschaffen haben, jetzt ist es an den Teams und Spielern, sich noch mehr zu engagieren.

Wie schätzt du spielübergreifend den derzeitigen Stellenwert der ESL Pro Series in Deutschland ein? Ist die Liga noch genauso wichtig wie vor 4-5 Jahren?

Ich glaube die Frage müsste anders gestellt werden. In Deutschland hat die ESL Pro Series immer noch den selben Stellenwert wie vor 5 Jahren, keine Frage. Es ist viel mehr die Internationalisierung des eSports, die für den Wegfall der großen Berichterstattungen der großen Community-Seiten geführt hat. Und seien wir mal ehrlich: die ehemals großen Deutschen Szene-Seiten haben genau das gleiche Problem. Die internationalen, Team Liquid und Co, machen das Rennen.

Mit den Intel Extreme Masters hat die ProSeries einen großen Bruder in der ESL und so sind wir in der Lage eben beide Seiten zu bedienen. Die Basis ist der deutsche Nachwuchs, die Aufmerksamkeit liegt jedoch bei den IEM, keine Frage. Fakt ist, die ESL Pro Series ist sogar beim ZDF angekommen – nur leider aus den Szene-Seiten verschwunden.

Regelmäßige Intel Friday Night Games waren stets ein wichtiger Bestandteil der ESL Pro Series, sind mittlerweile jedoch dem Rotstift zum Opfer gefallen. Funktioniert eine Bundesliga, die hauptsächlich online stattfindet? Können sich Fans auch so ausreichend mit Teams und Spielern identifizieren?

Wir haben die Intel Friday Night Games zwar aus dem Programm genommen, waren aber in der Lage mit den neuen Studioevents einen ebenbürtigen Nachfolger zu schaffen. Ich denke gerade hier hat uns das Feedback der Besucher genügend den Rücken gestärkt, um zu sagen, dass wir hier eine richtige Entscheidung getroffen haben. Gerade die persönliche Atmosphäre und die Möglichkeit einfach so zu einem Spieler nach einem Spiel hinzugehen und diesen zu befragen, ermöglicht eine viel bessere Identifizierung für die Fans. Meiner Meinung nach viel besser, als dass die Spieler direkt wieder hinter einem Vorhang verschwinden und man schlicht Zuschauer bleibt.

Abschließend möchte ich dich bitten, die letzte Frage in einem einzigen Satz zu beantworten. Inwiefern ist eine nationale „Gaming Bundesliga“ für den E-Sport noch wichtig?

Die ESL Pro Series ist die Basis und das Zentrum des deutschen eSports.

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