Das war sie also. Die offizielle Beta zu Call of Duty: Black Ops 3. Entwickler Treyarch und Publisher Activision gaben und geben sich redlich Mühe, ihren Titel als das ambitionierteste CoD zu vermarkten. Bereits auf der gamescom 2015, konnten wir den Titel knapp 20 Minuten anspielen. In den letzten Tagen haben wir uns intensiver mit Shooter beschäftigt.
Nach dem wir die Fakten und ersten Eindrücke von Black Ops 3 in unserer Preview klären konnten, haben wir uns in den vergangenen Tage einen genaueres Bild von Treyarchs Shooter machen können. Und eins Vorweg: Call of Duty: Black Ops 3 fühlt und spielt sich angenehm rund, eine Innovationswelle solltet ihr jedoch nicht erwarten.
Schnell & hektisch
In der Beta war ausschließlich der Multiplayer-Part spielbar. Insgesamt konnten vier Karten und acht Spielmodi angetestet werden. Bei Stufe 49 war dann auch Schluss mit dem Leveln. Aber natürlich nicht, ohne vorher massenweise Inhalte wie Waffen, Perks, Aufsätze oder Score-Streaks frei zu schalten. Wie schon erwartet bietet uns das Gameplay aber mehr vom bereits bekannten. Mit seinen EXO-Suits fing es in Advanced Warfare an, der Hang zu futuristischen Kampfanzügen mit den sich daraus ergebenen neuen Möglichkeiten hinsichtlich der Bewegung. Hier wurden aber definitiv Fortschritte gemacht. Bereits nach wenigen Spielminuten geht der Wall-Run, das Sliden am Boden und die Benutzung der Schubdüsen für bspw. Doppelsprünge in Fleisch und Blut über. Eine Lernphase gibt es hier also praktisch nicht. Ebenso ist das gesamte Gameplay zwar weiter entfernt von den Vorgängern Advanced Warfare und Ghosts, aber näher am letzten CoD von Treyarsch, Black Ops 2, dran, was zudem auch bis heute noch der Multiplayer-Favorit bei der Spielerschaft darstellt, wenn man sich die Spielerzahlen ansieht.
Auf den vier Maps Combine, Stronghold, Hunted und Evac konnte man sich also in Modi wie Team Deathmatch oder Kill Confirmed austoben. Hier ging es wie gewohnt schnell zur Sache. Springen, Sprinten, Schießen, Sliden, wieder Schießen, Wall-Run und weiter ballernd. Das alles spielt sich wunderbar flüssig und intuitiv. Aber nicht innovativ. Wer von Black Ops 3 ein neues Gameplay erwartet, wird schwer enttäuscht sein. Aber wer daran glaubt, glaubt wahrscheinlich auch noch an den Weihnachtsmann.
Upgrade Me!
Ein verändertes Upgrade-System darf natürlich bei keinem neuen CoD fehlen. Das bewährte Pick-10 System tut auch hier wieder seinen Dienst. Das bedeutet: Der Spieler hat 10 Punkte, die er in Perks, Aufsätze oder Waffen investiert und damit sein individuelles LineUp zusammen stellt und abspeichern darf. Zwischen dem Respawn kann auch hier frei durchgetauscht und experimentiert werden. Die Sets lassen sich aber nur zwischen den Runden im Menü anpassen und abspeichern. Mit jedem LevelUp bekommt ihr zudem einen Freischalt-Token, mit dem ihr neue Waffen oder Spezialisten-Skills dauerhaft freischalten könnt. Die neuen Spezialisten stellen eine der Neuerungen dar und sind sowas wie eine Basisklasse, mit der ihr an den Matches teilnehmt. So könnt ihr bspw. mit der Spezialistin Seraph bei entsprechenden Punkten einen panzerbrechenden Revolver benutzen oder mit dem Spezialisten Ruin für kurze Zeit die Zeit beschleunigen. Jeder Spezialist hat eine einzigartige Waffe und eine einzigartige Fähigkeit. Benutzen dürft ihr aber in den Matches immer jeweils nur eine der beiden.
Dieses System bietet eine, auf den ersten Blick kaum erkennbare taktische Tiefe. Call of Duty-Kenner werden nun lachen, denn eine besondere Taktik war ja in den Multiplayer-Matches innerhalb der Teams kaum von Nöten, jedoch ist die Wahl der richtigen Fähigkeit manchmal spielentscheidend. Der eben erwähnte Tempo-Schub von Ruin ist besonders in Capture the Flag-Matches Gold wert.
Der letzte Schliff
In technischer Sicht hinkt auch die PC-Version der auf der gamescom angespielten PS4-Version nicht hinterher. Saubere, klarer Linien, kräftige und satte Farben und größtenteils korrekte Kollisionsabfagen prägen den technisch guten Eindruck. Ebenfalls können sich die Charakter-Modelle der Spezialisten definitiv sehen lassen, auch wenn einige Texturen von einem dichteren Blickwinkel ein paar mehr Details vertragen könnten. Dennoch macht Black Ops 3 einen besseren Eindruck hinsichtlich der Präsentation als bspw. noch der Vorgänger Ghosts. Trotzdem hat Entwickler Treyarch noch ein wenig Arbeit vor sich. Die Spawnpunkte in den Matches sind serientypisch immer noch stellenweise unter aller Kanone und so kommt es nicht selten vor, dass Gegner in unserer direkten Nähe spawnen. Wer die bestimmten Stellen nicht kennt, wird oft chancenlos von hinten überrascht. Das sorgt besonders bei Anfängern oder wenig-Spielern für viele Frustmomente.
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Auch am Balancing der Skills sollte noch etwas geschraubt werden, aber dafür ist ja auch die Beta da. Hier tat sich unter anderem der Nomads-Rejack-Skill als übermächtig hervor. Ist der Spieler kurz vorm abnippeln, heilt einen der Skill sehr fix wieder hoch, was einem zweiten Leben gleich. Und wer nicht stirbt, erhält schneller Score-Streaks, was sich ebenfalls in mehr Kills auswirkt.
Schon in Black Ops 2 mit von der Partie, war der Black-Hat-PDA. Im Vorgänger konnten man damit Minen, Geschütztürme und sogar Score-Streaks vom Gegner hacken. Während man Geschütze übernehmen konnte, wurden Score-Streaks lediglich zerstört. In Black Ops 3 hingegen kann man die Streaks komplett übernehmen, was bei einem der großen Streaks, wie dem Mothership bei 1600 Punkten, hinsichtlich dem Balancing äußerst fragwürdig ist.
Absch(l)uss
Die Call of Duty Titel als schlechte Spiele zu bezeichnen wäre klar falsch. Aus objektiver Sicht betrachtet, bieten die Titel dem Spieler das, was er haben will. Spaßige, schnelle Multiplayer-Runden auf kleinen und kompakten Karten ohne zuviel Hang zum Realismus. Auch Black Ops 3 bietet uns wieder mehr vom Bekannten, bringt aber interessante Neuerungen wie die Spezialisten mit ein. Einen Innovationspreis wird ein Call of Duty Titel wohl nie gewinnen, auch wenn Black Ops 3 im Vergleich zu den direkten Vorgängern Ghosts und Advanced Warfare einen etwas besseren Eindruck macht. Trotzdem kann man nicht von der Hand weisen, dass es immer noch das gleiche Spiel ist. Wem das nichts ausmacht und sich auf ein anderes Black Ops 2 freut, der wird im dritten Black Ops seinen Seelenfrieden finden. Wer immer noch hofft, dass Call of Duty irgendwann mal den Vorwärtsgang findet, kann den Titel getrost links liegen lassen. Denn tiefgreifende Neuerungen oder gar spürbare Innovationen, sind auch bei Black Ops 3 Fehlanzeige.
































































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