Überraschenderweise sah sich Riot zum ersten Mal gezwungen, gegen einen ihrer eigenen LCS Caster vorzugehen. Martin ‚Deficio‘ Lynge wurde vor sechs Wochen von einem seiner ehemaligen Teams, den Copenhagen Wolves, eine Position in deren Management angeboten, was er bis vor kurzem verschwiegen hatte. Das brachte einige Probleme mit sich, vor allem auch, weil ihm vorgeworfen wurde, Taktiken von SK Gaming preisgegeben zu haben.
Karl ‚Dentist‘ Krey, der Coach der Copenhagen Wolves, hatte seinem Team erzählt, er habe von Deficio die geplanten Taktiken von SK Gaming in ihrem Spiel gegen die Wolves erhalten. Bei Riots Untersuchung die sich vor allem mit Spielern beider Teams und Deficio selbst beschäftigte, kam aber nichts heraus, was Deficio in Frage stellen könnte. Letzten Endes gab Dentist zu, diese Aussage genutzt zu haben um seinen Einfluss auf das Team zu festigen, weshalb das Spiel zwischen den beiden Teams normal gewertet wird.
Bei Riots Untersuchung wurde aber auch bekannt, dass Deficio bereits seit sechs Wochen für eine Management Position bei den Wolves im Gespräch war. An sich hat Riot nichts dagegen, wenn ihre Mitarbeiter die Organisation wechseln möchten, doch sollte vor allem im Bereich der LCS direkt Einsicht in solche Überlegungen gewährt werden, da sonst die Integrität der esports-Szene in Frage gestellt wird. Problematisch ist auch, dass Deficio von sich aus bereits mehrere aktive LCS-Spieler angesprochen hatte, ob sie denn nicht gerne mit ihm zu den Wolves wechseln möchten. Dadurch wurde der Wettbewerb während der LCS in Gefahr gebracht, da Spieler sich gezwungen sehen könnten, Spiele zu schmeißen oder nicht ernst zu nehmen, weil ihnen eine Zukunft bei einem anderen Team bevor steht.
Deficio nahm gestern auf seiner Facebook Seite Stellung zu der Situation und entschuldigte sich für seine Entscheidung, diese Gespräche so lange verschwiegen zu haben. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass er sich durch seine Position als ehemaliger Spieler, potentieller Teil der Copenhagen Wolves und vor allem als aktueller Riot Mitarbeiter in Gesprächen mit Spielern über deren Karriere und Optionen für die Zukunft anders zu verhalten habe, als bei einem Gespräch zwischen Freunden. Deficio betonte, dass er nicht vor hatte, Einfluss auf den Verlauf der LCS zu nehmen und Spieler negativ zu beeinflussen; im Gegenteil, er selbst möchte gern weiter als Shoutcaster für Riot arbeiten.
Trotzdem bleiben die Aktionen von Dentist und Deficio nicht ohne Konsequenzen. Ähnlich wie im Fall von CLG letztes Jahr, die für das Abwerben von William ‚Scarra‘ Li und Darshan ‚ZionSpartan‘ Upadhyaha bestraft wurden, wurde Deficios Handeln als Einflussnahme auf den Wettbewerb in der LCS empfunden und entsprechend behandelt.
Deficio wird bis zur vierten Woche des Summer Splits keine Spiele mehr kommentieren, er wird also erst am 18. Juni wieder zu hören sein. Da er als LCS Caster unparteiisch zu sein hat, wird er auch in Zukunft keine Spiele der Copenhagen Wolves mehr kommentieren. Obendrein wird er bis Ende 2016 nicht als Teil eines Teams zugelassen, egal ob als Spieler, Coach, Manager oder Inhaber. Worum es sich bei den Riot internen disziplinären Maßnahmen handelt, wurde nicht preis gegeben.
Dentist, der Coach der Copenhagen Wolves, ist ebenfalls bis zur vierten Woche von der LCS ausgeschlossen.
Er kommt verhältnismäßig leicht davon, da Riot Mitarbeiter, vor allem im Wettbewerbsbereich, an höhere Standards gebunden sind.






























































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