Digitale Klassenzimmer – Was bedeutet das für unsere Kinder?

17.12.2019 11:58

Wenn Sie über 40 sind, werden Ihre Erinnerungen an die Schulzeit in etwa so aussehen. Sie saßen auf mehr oder weniger unbequemen Sesseln, die zumindest auf Ihre Körpergröße angepasst waren. Ihr Tisch war mit etwas Glück in der Höhe und der Neigung verstellbar. Der Lehrer schrieb mit Kreiden auf eine grüne Tafel, die beiderseits einzuklappen war, damit man auch die Rückseite nutzen konnte.

Tafel und Overhead-Projektor

Der Overhead-Projektor diente dazu, vorbereitete Folien mit besonderen Bildern oder anderen Veranschaulichkeitsmaterialien zu zeigen. Wenn man Glück hatte, wurde ein Fernseher mit Videorekorder ins Klassenzimmer geschoben und man konnte einen Lehrfilm ansehen. Der Lehrer war eine Respektsperson und es galt ein allgemeiner Gehorsam. In den Klassenzimmern wurde maximal miteinander getuschelt. Glück hatte derjenige, der in eine Schule mit Informatiksaal ging. Gut, der EDV-Saal selbst war nicht so außergewöhnlich. Aber mit Glück gab es dort damals schon eine Anbindung an das noch recht junge Internet. Das war zwar langsam, aber immerhin gab es das. Die Langsamkeit störte nicht, denn auch die Computer waren langsam. Und die Programme erfüllten ihren Nutzen, nicht mehr und nicht weniger.

30 Jahre später

Und wie ist die Situation heute? Rund 30 Jahre später. Wir sitzen daheim. Im Büro steht ein PC. Er erinnert – abgesehen vom Flatscreen – an die Rechner von damals. Nur dass er um ein Zigfaches flotter arbeitet und entsprechend viel leisten kann. Irgendwo steht auch ein Drucker, der an kein Gerät angesteckt scheint. Egal. Kabel werden überbewertet. Im Wohnzimmer liegt ein Tablet. Jeder, der schnell mal was googeln muss, nimmt es und sucht nach dem, was er braucht. Oder spielt ein Spiel. Oder tut sonst was. Beispielsweise im Online Casino spielen.

Die Verlockung ist größer denn je. Das Angebot ist riesig und allumfassend. Häufig gibt es No Deposit Bonusse, wie zum Beispiel 10 Euro Bonus ohne Einzahlung Casino. Einfach so zwischendurch mal eine Runde zocken? Wieso nicht? Geht man aus dem Haus, nimmt man ein Notebook mit, das klein und praktisch und ziemlich leistungsfähig ist. Im Auto telefoniert man via Freisprecheinrichtung mit einem Smartphone, das jedem 10-Jahre alten Rechner deutlich überlegen ist… Wir geben einfach zu bedenken: Es ist verdammt viel passiert in den letzten 20-30 Jahren. Facebook, Google, Amazon. Damals wären das einfach nur sinnfreie Namen gewesen, die man nicht mit Internet verbunden hätte. Heute? Heute sind es mitunter die größten Konzerne der Welt.

Die digitale Welt von heute

Der digitale Wahnsinn endet freilich nicht in den eigenen vier Wänden. Unsere Kinder müssen mit dieser Entwicklung Schritt halten. Das ist wichtig. Irgendwer muss später die Entwicklung vorantreiben können. Wer, wenn nicht unsere Kinder. Deshalb zieht die neueste Technik auch in unsere Klassenzimmer ein. Die Tafeln weichen elektronischen Boards. Diese geben nicht nur vorgefertigte Präsentationen wieder, nein, darauf lässt sich via Hilfsmittel zeichnen und demonstrieren. Es werden Videos abgespielt, digitale Karten angezeigt und vieles mehr. Einfach so. Nur die wenigsten schreiben heute noch mit Kreiden auf Tafeln. Fehlt diese neuartige Tafel, dann gibt es zumindest schon einen Projektor alias Beamer an der Decke. Fernsehen war gestern, heute herrscht ein gewisses Kinofeeling.

Das digitale Klassenzimmer als Chance

Und wer dachte, die Kinder würden noch besonders viel mit Tintenfedern, Kugelschreibern oder Bleistiften schreiben, der irrt ebenfalls. Moderne Medien – das bedeutet, das Tablet in den Unterricht einbinden. Inhalte werden gestreamt, downloaded und konsumiert. Einfach so. Zusehen und lernen. Geht besonders schnell. Meint man. Doch ob dem wirklich so ist? Haben uns nicht die Alten früher gelehrt, dass das, was man selbst einmal geschrieben hat, länger im Gehirn gespeichert bleibt? Doch. Haben sie. Und sie hatten Recht. Wer anderes behauptet, sollte es ausprobieren. Denn nur die wenigsten von uns zählen zu den audiovisuellen Lerntypen, die durch bloßes Zusehen lernen und sich alles merken und dann anwenden können.

Licht und Schatten

Tablets im Unterricht – Ist ja eine feine Sache. Doch wie wird das Ganze realisiert? Zwingt man alle Eltern, für alle Kinder dasselbe Tablet zu kaufen? Oder sind diese Eigentum der Schule? Ersteres führt zu einer Diskriminierung jener, die nicht ganz so viel Haushaltseinkommen vorweisen können, zweiteres führt zu dem Problem, dass etwaige Inhalte daheim heruntergeladen, gespeichert und archiviert werden müssen. Irgendwie halt. Sodass das, was man braucht, jederzeit wieder abgerufen werden kann.

Man kann es sehen, wie man mag. Fakt ist, man kommt nicht umhin, den Kindern den Umgang mit den neuen Geräten möglichst früh und möglichst gut nahezubringen. Das ist gut und recht. Aber ob es so gut ist, den ganzen Unterricht möglichst umfangreich auf diese neuen Medien umzustellen? Tun wir uns damit wirklich einen Gefallen?

Kritisch sein

So ganz nebenbei sollte man den Verantwortlichen noch eine Tatsache kritisch vor Augen halten. Genau. Augen. Das ist das Stichwort. Leiden nicht die Augen der Jugend, wenn man nur noch vor strahlenden Bildschirmen mit Licht mit viel zu hohem Blauanteil sitzt und konzentriert darauf starrt? Wo sind die Augenärzte, die an dieser Stelle laut aufschreien sollten? Es gibt ein Für und ein Wider. Beiden Seiten gerecht zu werden ist schwer. Aber irgendwie sollte das machbar sein, finden wir.

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