Seit Mitte diesen Jahres treten fünf Spieler unter dem Banner der eSport-Organisation Escape Gaming in der professionellen Dota-2-Szene an. Die junge Mannschaft schaffte es sogar bis ins International. Wir hatten die Möglichkeit mit den zwei deutschen Spieler Max ‚qojqva‘ Bröcker und Maurice ‚KheZu‘ Gutman zu sprechen und konnten fragen, wie zufrieden sie mit dem Start ihres neuen Teams sind – und wie sie zu ihrem Captain Troels ’syndereN‘ Nielsen stehen.

escene.de: Hallo Max, du bist seit Jahren Teil
der professionellen Dota-2-Szene, hast aber 2015 eine vorübergehende
Pause eingelegt. Seit Anfang des Jahres bist du wieder aktiv. Wie
zufrieden bist du mit dem Neustart?
qojqva: Mit dem Neustart bin ich
sehr zufrieden. Anfangs nach meiner Pause spielte ich zunächst nur
Pubs, doch schon noch nach kurzer Zeit kam ich wieder gut ins Spiel
rein und die Motivation kam schnell zurück. Was das Team angeht bin
ich zwar zufrieden, doch hätte mir natürlich gewünscht, dass wir
beim TI besser abschneiden würden, aber wir sind ja noch ein sehr
junges Team.
Wie ist es mit syndereN
als Captain zu spielen? Er ist bekannt für seine Analysen und sein
theoretisches Wissen. Gibt es deshalb Unterschiede in der Spielweise
oder in der Vorbereitung von Matches im Vergleich zu deinen
vorherigen Teamkameraden und Teams?
Mit synderen als Captain
war es anfangs nicht ganz leicht, da er Zeit gebraucht hat, um wieder
ins Spiel zu kommen und auch die Captain-Rolle braucht viel
Erfahrung. Doch man merkt nach und nach, wie er sich immer wohler
darin fühlt. Konkrete Unterschiede gibt es eigentlich nicht. Man
muss seinem Captain und dessen Ansichten als Gruppe vertrauen, sonst
wird man nicht gewinnen.
Es gibt verschiedene Wege
zu trainieren, zum Beispiel theoretische Vorbereitungen und Replays
zu analysieren, oder von anderen Spielern zu lernen oder einfach
selbst aktiv so viele Matches wie möglich zu spielen. Auf was davon
fokussierst du dich am meisten?
Ich bin eher der Typ, der
versucht so viel wie möglich zu spielen. Vor allem in meiner Rolle
ist das sehr wichtig. Normalerweise erkenne ich Fehler in dem Moment, indem ich sie mache und muss daher nicht das ganze Replay schauen.
Jedoch schaue ich Replays von anderen Spielern, hauptsächlich meiner
Rolle, und schaue, was sie besser beziehungsweise anders machen.
Team«
Gibt es einen Spieler, der
dein Vorbild ist oder dich stark inspiriert?
Ich denke mein
Lieblingsspieler wäre MVP.QO. Ich finde es faszinierend ihm
zuzuschauen. Obwohl er nicht viele Helden spielt, die ich auch
spiele, habe ich viel von ihm gelernt. Ich hoffe, dass er weiterhin
auf Turnieren zu sehen ist.
Wie sehen die weiteren
Pläne mit Escape Gaming aus?
Es wird bei uns keine
Veränderungen innerhalb der Spieler geben. Gerade machen einige von
uns noch Urlaub, mich eingeschlossen, aber danach werden wir wieder
viel trainieren. Wenn wir uns weiterhin in dem Tempo verbessern wie
vor dem TI, dann habe ich große Hoffnungen und auch Erwartungen an das
Team.

Hallo Maurice, es ist noch nicht mal ganz
ein Jahr her, dass du von HoN zu Dota 2 gewechselt bist. Wie ist es in der professionellen Dota-Szene zu spielen? Hatte dies starke
Veränderungen zur Folge, die vielleicht sogar dein Privatleben
betroffen haben?
KheZu: Ich
persönlich mag es sehr in der professionellen Szene zu spielen, da
ich mich immer mehr verbessern möchte und das geht natürlich am
besten, wenn man andauernd gegen gute Teams spielt. Dota hat schon
Auswirkungen auf mein Privatleben, aber nichts Neues, da ich es schon sehr von HoN gewohnt bin, dass ich sehr viel Zeit investiere.
Da sich sicherlich auch
die Trainingsumstände etwas geändert haben: Trainiert ihr in einem
Teamhaus oder kannst du trotz allem noch genug Zeit zuhause mit
Freunden und Familie verbringen?
Wir trainieren immer noch
meistens zuhause, aber kurz vor großen Turnieren und Qualifiern,
wie zum Beispiel dem TI gehen wir alle zusammen in Dortmund bootcampen.
Einige der professionellen
HoN-Spieler sind recht früh zu Dota gewechselt, du hingegen
vergleichsweise spät. Gab es dafür tiefere Gründe?
Ich mochte und mag HoN
immer noch sehr. Ich hatte einfach sehr viel Spaß daran und hatte
auch noch ein klein wenig Hoffnung, dass es vielleicht doch noch besser
werden könnte. Aber leider kam dann die Zeit, in der ich merkte es
bringt nichts mehr und ich sehe keine Steigerung.
haben, hat mir unglaublich viel bedeutet.«
Ihr habt es geschafft,
euch via Wild Card für das International zu qualifizieren und
konntet Platz 13 bis 16 der weltbesten Dota-2-Teams belegen. Glückwünsch dazu. Was für eine Erfahrung war es, beim größten Dota-Turnier
der Welt mitzuspielen?
Danke erst einmal. Das TI war
eine super Erfahrung, die ich auf jeden Fall nicht vergessen werde
und oft daran denken werde. Die Atmosphäre, die Fans, die Spiele,
die ganzen Leute zu sehen und kennenzulernen und überhaupt mit
Freunden miteinander die Spiele anschauen und mitzufeiern. Das war schon
super krass. Und natürlich, dass wir es durch die Wildcard geschafft
haben, hat mir unglaublich viel bedeutet.
Wie bewertest du eure
Performance beim TI und wo lagen eure größten Schwierigkeiten?
Ich persönlich bin mit
uns als Team zufrieden, aber mit mir selber eher weniger. Ich dachte
und denke immer noch, dass ich viel besser spielen kann und zum
Glück hab ich jetzt Zeit, um zu trainieren für die weiteren
Turniere. Unsere größten Schwierigkeiten lagen bei uns selbst, ganz
einfach. Unseren eigenen Style zu finden und nicht gegen uns selbst
verlieren.
Gibt es jemanden, mit dem
du mal gerne in einem Team spielen würdest?
Es gibt unglaublich viele
Leute, mit denen ich gerne mal spielen würde, da ich sehr viele Leute in der Dota-Szene bewundere und respektiere.
Hast du noch Zeit für Fußball und sonstige Hobbys?
Fußball spiele ich eigentlich gar nicht mehr, leider. (lacht). Ich finde die Zeit dazu nicht. Und zu meinen sonstigen Hobbys: Ich bin oft mit meinen Hunden und Katzen zuhause oder draußen, oder schau mir Serien an, wenn ich mir mal die Zeit dazu gebe.
Wie sehen deine
Zukunftspläne aus, könntest du dir vorstellen, noch einige Jahre im
Bereich Esports zu arbeiten oder verfolgst du auch andere
Karrierepläne?
Ich kann mir definitiv
vorstellen längere Zeit im Esports-Bereich zu bleiben. Ich genieße
meine Zeit sehr und bin ein Genießer im
Moment. Aber ich bin ein sehr spontaner Mensch und plane nicht alles,
das heißt, es könnte durchaus passieren, dass ich auf einmal keine Lust mehr
habe und etwas andere mache, aber naja, das weiß man ja nie.

Fotos: Escape Gaming





























































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