Die ESL geht einen weiteren strategischen Schritt im Broadcast-Bereich und erweitert ihr Streaming-Portfolio: Künftig werden große Turniere der ESL Pro Tour auch auf der Plattform Kick übertragen.
Der Deal umfasst sowohl Top-Events in Counter-Strike 2 als auch Dota 2 und bringt gleichzeitig eine wichtige Veränderung für den Tier-2-Bereich mit sich.
ESL Pro Tour startet auf Kick mit IEM Rio 2026
Der Einstieg von Kick beginnt mit einem der größten Events im Kalender: der Intel Extreme Masters Rio 2026.
Das Turnier mit einem Preisgeld von rund 1 Million US-Dollar (ca. 930.000 Euro) markiert den Startpunkt der Zusammenarbeit und wird parallel zu bestehenden Streams übertragen. Fans können die Spiele weiterhin auch über YouTube und Twitch verfolgen.
Genau dieser Punkt ist entscheidend: Anders als bei früheren Deals verzichtet die ESL bewusst auf Exklusivität. In der Vergangenheit hatten exklusive Partnerschaften – etwa mit Twitch oder Facebook – regelmäßig für Kritik aus der Community gesorgt.
Mit dem neuen Ansatz bleibt die Reichweite erhalten, während gleichzeitig neue Plattformen erschlossen werden.
Challenger League wird exklusiv auf Kick gezeigt
Während die Top-Events weiterhin parallel gestreamt werden, gibt es im Unterbau eine klare Veränderung: Die ESL Challenger League wird künftig exklusiv auf Kick übertragen.
Die Liga gilt als zentrale Schnittstelle zwischen Amateur- und Profiszene und bietet Teams einen strukturierten Weg in Richtung Pro Tour.
Über mehrere Cups und regionale Finals qualifizieren sich die besten Teams für größere Turniere wie die ESL Pro League. Dass genau dieser Bereich exklusiv vergeben wird, ist strategisch interessant: Kick erhält damit regelmäßig Content aus dem kompetitiven Ökosystem – und nicht nur punktuelle Top-Events.
Strategische Bedeutung für ESL und Kick
Die Partnerschaft zeigt zwei parallele Entwicklungen im Esports-Markt. Auf der einen Seite baut Kick seine Position als ernstzunehmende Alternative zu etablierten Plattformen weiter aus. Gerade durch gezielte Deals im Gaming- und Esports-Bereich wächst die Relevanz kontinuierlich.
Auf der anderen Seite diversifiziert die ESL FACEIT Group ihre Einnahmequellen. Nach wirtschaftlich schwierigeren Phasen – inklusive Entlassungen im vergangenen Jahr – sind neue Partnerschaften ein wichtiger Hebel für Stabilität.
Langfristig könnte das Modell sogar den Weg für größere Exklusivverträge ebnen. Zunächst setzt die ESL jedoch bewusst auf einen hybriden Ansatz, der Reichweite und Monetarisierung kombiniert.
Auswirkungen auf die Esports-Szene
Für Zuschauer bedeutet der Deal vor allem mehr Flexibilität. Wer bisher ausschließlich auf Twitch oder YouTube geschaut hat, muss nichts umstellen. Gleichzeitig entsteht mit Kick eine zusätzliche Option.
Für die Szene selbst könnte vor allem die Challenger League profitieren. Mehr Sichtbarkeit und möglicherweise mehr gestreamte Matches könnten dazu beitragen, dem Tier-2-Bereich wieder mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Die kommenden Monate – beginnend mit der Intel Extreme Masters Rio 2026 – werden zeigen, wie gut die Community das neue Setup annimmt.

























































