Die britische Esports-Organisation Fnatic hat bestätigt, dass aktuell Übernahme- und Investmentangebote geprüft werden. Gründer und CEO Sam Mathews stellte jedoch klar, dass die Marke Fnatic unabhängig von möglichen Investoren bestehen bleiben soll.
Damit reagierte Mathews auf Berichte, wonach mehrere Interessenten – darunter offenbar auch Fußballvereine – ein Interesse an der traditionsreichen Organisation bekundet haben.
Mehrere Angebote liegen auf dem Tisch
Laut aktuellen Berichten befinden sich verschiedene Modelle in der Prüfung. Diese reichen von Minderheitsbeteiligungen bis hin zu einer vollständigen Übernahme der Organisation.
Bereits in der Vergangenheit wurde Fnatic immer wieder als potenzielles Übernahmeziel gehandelt. Die Organisation zählt zu den ältesten und bekanntesten Namen im Esports und wurde bereits 2004 gegründet.
Frühere Medienberichte hatten den Unternehmenswert teilweise auf rund 100 Millionen US-Dollar (etwa 86 Millionen Euro) geschätzt. Aktuellen Informationen zufolge könnten die tatsächlichen Bewertungen in den laufenden Gesprächen allerdings deutlich darunter liegen.
Eine Entscheidung über die Zukunft der Organisation soll angeblich in den kommenden Wochen fallen.
Schwierige Saison erhöht den Druck
Die Gespräche kommen in einer Phase, in der Fnatic sportlich nicht an frühere Erfolge anknüpfen kann.
Besonders im League-of-Legends-Bereich verlief das Jahr bislang enttäuschend. Das Team verpasste die Spring Playoffs der LEC und arbeitet Berichten zufolge bereits an personellen Veränderungen.
Sollte die aktuelle Entwicklung anhalten, droht Fnatic erstmals seit zehn Jahren die Qualifikation für die Weltmeisterschaft zu verpassen.
Auch in Valorant lief es zuletzt nicht nach Plan. Die Organisation scheiterte in den VCT EMEA Playoffs und verpasste damit die Teilnahme am Masters-Turnier in London.
Auch Counter-Strike befindet sich im Umbruch
In Counter-Strike, der Disziplin, mit der Fnatic einst weltweit bekannt wurde, spielt die Organisation mittlerweile ebenfalls nicht mehr in der absoluten Spitzengruppe mit.
Zuletzt verabschiedete sich das Team von Clublegende Freddy „KRIMZ“ Johansson, der zwölf Jahre lang das Trikot von Fnatic getragen hatte.
Der Abschied des Schweden markierte das Ende einer Ära und unterstrich den laufenden Umbruch innerhalb der Organisation.
Sam Mathews: „Wir gehen nirgendwo hin“
Trotz der Spekulationen bemühte sich CEO Sam Mathews darum, die Sorgen vieler Fans zu zerstreuen.
Auf eine Nachfrage der LEC-Moderatorin Laure Valée erklärte Mathews:
„Wir gehen nirgendwo hin. Wir befinden uns in Gesprächen über Investments. Noch ist nichts entschieden, aber ja, wir haben Übernahmeangebote erhalten.“
Auch hinsichtlich der Markenidentität zeigte sich der CEO deutlich.
Nachdem ein Fan mit einem Fnatic-Tattoo darum bat, das bekannte Logo nicht zu verändern, antwortete Mathews schlicht:
„Natürlich nicht.“
Was eine Übernahme für Fnatic bedeuten könnte
Selbst wenn es zu einem Einstieg neuer Investoren oder einer Übernahme kommen sollte, bedeutet das nicht zwangsläufig das Ende der Marke Fnatic.
Im Esports gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Beispiele, bei denen Organisationen nach Investitionen oder Eigentümerwechseln ihre Identität beibehalten haben.
Für Fnatic könnte frisches Kapital vor allem dabei helfen, wieder stärker in Spieler, Infrastruktur und internationale Expansion zu investieren.
Die kommenden Wochen dürften daher richtungsweisend für eine der bekanntesten Organisationen der Esports-Geschichte werden.
Eine der größten Marken im Esports
Trotz der aktuellen sportlichen Herausforderungen bleibt Fnatic eine der erfolgreichsten und bekanntesten Organisationen der Branche.
Mit Weltmeisterschaften in League of Legends, zahlreichen internationalen Titeln in Counter-Strike und einer über zwei Jahrzehnte langen Geschichte gehört die Marke weiterhin zu den prägenden Namen des globalen Esports.
Ob künftig neue Investoren an Bord kommen oder nicht – nach den Aussagen von Sam Mathews scheint zumindest eines festzustehen: Der Name Fnatic soll erhalten bleiben.




























































