Erst vor zwei Wochen und eher unfreiwillig-gezwungenermaßen kündigte Ubisoft einen Assassin’s Creed-Ableger für die Last-Gen an. Assassin’s Creed: Rogue ist der letzte Serienteil, der für Xbox 360 und PlayStation 3 erscheint, und kehrt die Rollen um: Wir spielen einen verstoßenen Assassinen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, seine ehemaligen Schwurbrüder zu meucheln. Auf der Gamescom haben wir den Titel anspielen dürfen.
Wer unglaubliche Innovationen erwartet, wird enttäuscht werden. Assassin’s Creed: Rogue bringt einige Veränderungen und Verbesserungen mit sich, übernimmt aber größtenteils die Grafik, die Animationen, das Interface und auch die Gameplay-Mechaniken von Black Flag. Statt in der Karibik segeln wir nun im Nordmeer, während der nach Entwicklerangaben etwa 20 Stunden Spielzeit besuchen wir River Valley im Nordatlantik und New York während des Siebenjährigen Kriegs.
Als Protagonist Shay Patrick Cormac durchpflügen wir die Eismeere östlich von Kanada auf der Suche nach Assassinen. Shay war früher selbst ein Assassine, nach einer fehlgeschlagenen Mission wendete er sich jedoch von seinen Brüdern ab. Diese wollen ihn seitdem tot sehen, doch in Rogue drehen wir den Spieß um und machen Jagd auf die einstigen Verbündeten. In dem Punkt unterscheidet sich Rogue von allen vorherigen Serienteilen: Statt als Assassine zu jagen, jagen wir nun Assassinen.
Dabei wird wie im Vorgänger Black Flag der Fokus auf Seeschlachten gelegt. Diese wurden praktisch übernommen und nur an einigen Stellen überarbeitet. So legen wir nun eine brennende Ölspur hinter uns, statt brennende Fässer abzuwerfen, die sonstigen Mechaniken scheinen aber identisch zu sein. Allein dass wir nun unser Schiff kurzzeitig beschleunigen können, um Gegnern beim Rammen noch mehr Schaden zu verursachen, wirkt sehr frisch und belohnt einen aggressiven Kampfstil. Der wird aber gleichzeitig noch risikoreicher: Gegner können nun unser Schiff entern, wenn wir ihnen zu nahe kommen. Neu ist die Interaktion mit der Umgebung. So können wir beispielsweise Eisberge als Deckung benutzen oder schlicht kaputt fahren.
Größere Änderungen erfährt das Waffenarsenal von Shay: Mit einem Luftgewehr können wir lautlos aus der Distanz töten, dafür stehen uns die bekannten Schlaf- und Berserkerpfeile zur Verfügung. Aber auch Schlaf-, Gift- und Berserker-Granaten wird es in Rogue geben, mit Rauchgranaten wiederum lässt sich ein Kampf sehr einfach umdrehen. Gehen wir an Land, um bspw. einen Hafen von den Briten zu befreien oder eine Gang auseinanderzuschlagen, können wir das erweiterte Waffenarsenal, die überarbeitete Adlersicht und das etwas verbesserte Kletter-System nutzen, um die Gegner auf diverse Arten auszuschalten. Neue Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung und Knallkörper, um Feinde anzulocken und abzulenken, sehen vielversprechend aus.
Die beiden großen Gebiete im Spiel, New York und River Valley, locken mit allerlei Nebentätigkeiten. UI-technisch orientiert sich Rogue dabei stark an Black Flag, Serien-Fans dürften sich von der ersten Minute an zurechtfinden. Offensichtlich auch in der Story: Die Demo offenbarte, dass der schon aus Assassin’s Creed III bekannte Haytham Kenway eine große Rolle spielen und ein mächtiger Verbündeter sein wird.
Alles in allem lockt Assassin’s Creed: Rogue mit einem neuen Setting im eisigen Atlantik, einigen originellen Mechaniken in Seeschlachten (und 20 neuen Shanties!) und einer größeren Vielfalt in Landkämpfen. Die Nebenmissionen bleiben zwar recht blass, fügen aber einige neue Aufgaben wie das Beschützen einer Zielperson vor Assassinen hinzu. Ubisoft Sofia liefert hier sicher ein solides Spiel ab, das sich aber nicht großartig von den bisherigen Serienteilen unterscheidet und auch grafisch auf der Last-Gen kaum überzeugen kann. Nicht abschließend geklärt ist, ob Rogue auch für PC und New-Gen erscheinen wird.































































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