Viele Fans fragen schon seit Jahren nach einem weiteren Part des Echtzeit-Strategietitels, leider bislang ohne erhört zu werden. Nichtsdestotrotz steht Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde meiner Meinung nach mindestens auf einer Stufe mit Age of Empires oder Warcraft. Warum das so ist und warum EA so schnell keine Fortsetzung nach dem Add-On Der Aufstieg des Hexenkönigs veröffentlichen wird, erklärt euch dieser Klassiker.
Der erste Teil lehnt sich stark an Geschehnisse aus der Filmtrilogie an. Dies liegt vor allem daran, dass EA die Rechte an den Filmlizenzen zu Peter Jacksons Tolkien Verfilmung innehatte. Diese Lizenzen zur Spieleumsetzung auf Basis der Filme liefen Ende 2008 aus, die EA aufgrund ausbleibender Verkaufserfolge nicht verlängern wollte. Seitdem ist Warner Bros. Interactive Entertainment im Besitz dieser Rechte. Für einen dritten Teil zu Schlacht um Mittelerde sieht es daher leider schlecht aus, immerhin erscheint Anfang Oktober Shadow of Mordor, das hoffentlich den Wermutstropfen ausgleichen wird. Allerdings kann man zumindest bei Die Schlacht um Mittelerde in den epischen Schlachten als Krigsherr mit dabei sein und beispielsweise in Helms Klam den Ansturm von Sarumans Uruk-hai abwehren oder mit den Gefährten durch die Minen von Moria ziehen und als Gandalf dem Balrog entgegentreten.
Anfangs entscheidet man sich für die gute oder böse Seite der Mittelerde-Völker und beginnt mit seinem Eroberungsfeldzug auf Ardas zentralem Kontinent. So erlebt man auf der bösen Seite den Aufstieg Isengards und die Invasion von Mordors Streitkräften. Als gute Fraktionen hingegen dreht man den Spieß um und versucht, Saurons Armeen vom Antlitz Mittelerdes zu tilgen.
Dabei geht es als spielende Fraktion in erster Linie darum, das eigene Lager kriegstüchtig zu machen. Für eine mächtige Armee sollte man sich durch den Bau von Rohstoffproduktionsgebäuden um die aufkommenden Rekrutierungskosten seiner Einheiten kümmern. Anders als beim zweiten Teil der Reihe, wo man durch frei bewegliche Baumeister die Wahl über die Standorte seiner Gebäude hat, stehen dem Spieler hier je nach Lagergröße zwischen zwei und zwölf vorgegebene Bauplätze zur Verfügung. In den Kasernen kann man sich dann für die Ausbildung fraktionstypischer Einheiten entscheiden, die allerdings nicht einzeln, sondern in Bataillonen rekrutiert werden. Isengard setzt beispielsweise sehr starke Armbrustschützen ein, während Rohan als Reitervolk am effektivsten zu Pferd kämpft.
Strategisch erfordert Die Schlacht um Mittelerde vor allem auf erhöhter Schwierigkeitsstufe oder online gegen andere Spieler (leider wurden die Server Ende 2010 abgeschaltet) einiges an wohlüberlegten Handlungen. Da jede Einheit ihre eigenen Stärken und Schwächen besitzt, im zweiten Teil und dem Add-On kommen sogar noch mehr Völker wie die Zwerge oder Angmar hinzu, muss man entsprechend versuchen, den Gegner mit den eigenen Truppen zu kontern.
Das macht dieses Strategiespiel gerade so komplex und anspruchsvoll. Hinzu kommen die am Film und Buch orientierten Schauplätze, die mit dem düster angehauchten Grafikstil eine wirklich tolle Atmosphäre erzeugen. Zusätzlich hat man noch den absolut bombastischen orchestralen Film-Soundtrack im Ohr – epischer könnte ein Tolkien-Strategiespiel kaum sein. Und auch mit den Fortsetzungen hat EA die Schwächen des ersten Teils weitestgehend ausgemerzt: Mehr Völker, frei wählbare Gebäudestandorte, verbessertes Einheiten-Balancing und die Möglichkeit, seinen eigenen Helden zu erstellen.
Schade, dass es bislang nichts von einem Schlacht um Mittelerde 3 zu hören war, ich wär auf jeden Fall sofort wieder dabei, in die Welt von Mittelerde mit ihren blutigen Schlachten und Kreaturen einzutauchen – vielleicht kann Shadow of Mordor diesen Zauber wieder für mich einfangen. Ich hoffe es jedenfalls, was für ein grandioses Spiel!


































































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