Wenn man Electronic Arts in letzter Zeit eins häufig ankreidet, dann die Schließung vieler, für ältere Blockbuster verantwortlicher Entwicklerstudios. Die Entwickler von Dungeon Keeper 2, Bullfrog Productions, konnten sich jenem Schicksal auch nicht entziehen und wurden im Jahr 2004 aufgelöst. Ihre Spiele waren trotzdem zumeist von Kritikern und Community gefeierte Meisterwerke. Zu jenen Vorzeige-Titeln kann man auch definitiv Dungeon Keeper 2 zählen. Ob das Spiel gute 14 Jahre nach Release immer noch spielenswert ist, haben wir heute noch einmal getestet.
Dungeon Keeper: Eine Erfolgsserie, die von Fachpresse und Spielern gleichermaßen bejubelt wurde. Doch dann kam der Aufkauf von EA, die Einstampfung des Studios, die Einstellung des dritten Teils. Seitdem wurde es ziemlich still um den „Kerker-Simulator“. Wiederbelebungsversuche über eine Mobile-Version scheiterten an der Umsetzung des Bezahl-Modells. Ein unabhängiges Entwicklerteam bastelt jedoch aktuell an einer inoffiziellen Fortsetzung unter dem Decknamen „War of the Overworld“, besitzt aber keinerlei Lizenzrechte. Also warum nicht einmal den letzten Teil der Erfolgsserie entstauben, einlegen und Erinnerungen an vergangene Zeiten wecken?
Es ist schön, böse zu sein
Zu Beginn stellt sich die Frage, ob man die Unterwelt in einer Art Kampagne oder im Freien Modus unterdrücken möchte. Wählt man den geführten Weg, arbeitet man sich langsam an die Materie heran. Eine richtige Geschichte wird dabei nicht erzählt. Man beginnt am Herzen des eigenen Dungeons, ohne große Vorräte oder besondere Untertanen. Lediglich die kleinen Imps, die Bauarbeiter des Reiches, leisten bereits ihren Dienst. Diese werden daher erst einmal dazu verdonnert, sich zu Portalen zu graben, um damit neue Geschöpfe rekrutieren zu können. Kaum ist das Portal erobert, werden sie weitergetrieben, um ein Schlafzimmer für unsere Kämpfer und eine Hühnerfarm einzurichten. Dabei dürfen sie auch direkt alle Goldquellen, die auf dem Weg gefunden werden, abschürfen. Wird uns ein Imp mal zu langsam, oder leistet keine gute Arbeit, verpassen wir ihm einen Klaps, der deutlich macht, wer hier die Pausenzeiten bestimmt.

Boshaft einfache Logistik
Während wir immer mehr Gefallen am Diktieren unsere Untergebenen finden, bemerken wir auch wie einfach es sein kann, sein Imperium der Unterwelt zu verwalten. Dungeon Keeper setzt weder auf lange Entwicklungs-bäume, noch auf Unmengen verschiedener Ressourcen. Man braucht nur Gold, lässt einen Raum freischaufeln und baut eine Schatzkammer der gewünschten Maße. Dazu sind die vorhanden Raumtypen selbsterklärend und besitzen keinerlei Voraussetzungen für einen Bau. Hat man bereits Trolle unterworfen, kann man zudem auch Fallen und Türen zur Verstärkung des Reiches bauen. Rekrutierte Magier ermöglichen das erlernen von Zaubersprüchen.
Ups, ein Gegner!

Der Teufel altert nicht
Wenn wir heute wieder eine Runde Dungeon Keeper 2 spielen, fühlt es sich genauso authentisch und böse an, wie es das vor 14 Jahren tat. Auf Schnick Schnack, wie komplizierte Tech-Trees verzichtete Bullfrog gänzlich, was dem Spiel aber keinesfalls weh tat. Ganz im Gegenteil sind die Einfachheit und das schnelle Verstehen gerade ausschlaggebende Gründe für die Genialität dieses Titels. Das Rumkommandieren verschiedenster Einheiten und das Einrichten des Dungeons nach eigenem Belieben machen auch heute noch sehr viel Spaß. Zwar würde das Spiel keine Preise mehr für gute Grafik gewinnen, seinen Spielwert hat es allerdings nicht verloren. So genoss ich es erneut, für einige Stunden Herrscher der Unterwelt zu spielen und meine bösesten Seiten frei zu entfalten. Wer also gerade einfach Lust hat, sich ohne viel Schwierigkeit ein Reich aufzubauen und dabei wie ein wahrhafter Imperator zu fühlen, kann mit einer erneuten Installation dieses Klassikers nichts falsch machen.




























































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