Eine riesige Spielwelt mit unzähligen detailliert gestalteten Dörfern und merkenswerten Orten zur freien Erkundung, so viele Quests, dass man regelmäßíg den Überblick verliert, Unmengen von interessantem Loot, ein umfangreiches Skill-System – das 2004 erschienene Sacred bot und bietet immer noch alles, was Rollenspieler begehren. Nicht zufällig ist es eins der erfolgreichsten deutschen Computerspiele. Grund genug, es einmal näher zu beleuchten.
Ein fataler Fehler eines unbedeutenden Dieners stürzt eine ganze Welt ins Verderben: Eigentlich wollte der Beschwörer Shaddar sich einen mächtigen Dämon untertan machen. Weil aber einer seiner Helfer vor dem Ritual aus Versehen den sorgfältig vorbereiteten Bannkreis durchbricht, kann der Sakkara-Dämon nicht gebändigt werden und öffnet daraufhin die Tore zur Unterwelt. Dies hat zur Folge, dass das Königreich Ancaria schon nach kurzer Zeit von dunklen, bösartigen Kreaturen übersät ist, die drohen, dem idyllischen Leben ein Ende zu setzen. Mit dem Problem könnte die königliche Armee ja vielleicht noch fertig werden – gleichzeitig fallen aber Ork-Horden im Süden des Landes ein und ein Bürgerkrieg ob verschiedener politischer Ansichten spaltet das Königreich noch weiter.
Unser Eintreten in die Spielwelt kommt da dem Silberstreifen am Horizont gleich. Zu Beginn des Spiels wählen wir zwischen diversen Klassen wie dem Dunkelelfen, der Seraphim, der Waldläuferin oder dem Gladiator. Unsere Aufgabe ist es, die ausgelastete königliche Armee zu unterstützen. Im Endeffekt regeln wir die diversen Konflikte praktisch im Alleingang und versuchen Frieden nach Ancaria zu bringen – ein echter Held halt.
Sacreds Spielwelt ist riesig und wird nie langweilig. Wir bereisen ganz unterschiedliche Gebiete, vom üppigen Wald bis zur kargen Wüste, die allesamt mit unterschiedlichen Gegnern und zahlreichen Quests befüllt sind. Die Hauptstory treibt uns dabei einmal durch die gesamte Welt, viel Beachtung können wir ihr aber besonders zu Beginn nicht schenken: An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, in jedem zweiten der frei begehbaren Häuser wartet eine zu lösende Neben-Aufgabe, während deren Erfüllung wir wieder zwei neue annehmen. In Ancaria gibt es richtig viel zu tun.
Dabei lohnt es sich, auch noch den letzten Winkel der Welt zu erforschen, denn wirklich überall gibt es etwas Interessantes zu entdecken, sei es eine Nebenquest, ein Dungeon oder einfach eine Gruppe besonderer Gegner. Oder eins der zahlreichen Eastereggs. Sacred kann einen sicherlich Dutzende Stunden fesseln, bis man überhaupt einmal durch das ganze Spiel durch ist – nur um dann das Ganze mit einem neuen Charakter zu wiederholen.
Stets bestimmen wir unseren eigenen Weg: Wir haben die Wahl des Charakters, wir wählen, welchen Kampfstil wir nutzen möchten. Wir können vollkommen frei Skillpunkte verteilen, die wir mit den häufigen Level-Aufstiegen erhalten. Manchmal wünschen wir uns, mehrere Inventare zu haben, so viele Items lassen die Gegner fallen. Und die können wir nicht einfach liegen lassen, weil sie so viele unterschiedliche, immer nützliche Attribute bieten oder uns zumindest ordentlich Geld einbringen.
Jeder der Charaktere bringt eine Reihe von originellen Fähigkeiten mit sich, die Charakterauswahl beeinflusst aber auch teilweise die Dialoge und die Story. Einen mit Gift und Fallen arbeitenden Dunkelelfen zu spielen ist eine gänzlich andere Erfahrung als eine Seraphim, eine Kriegerin, die himmlische Magie nutzt. Wir gebrauchen andere Ausrüstung, leveln andere Attribute und haben komplett unterschiedliche Fähigkeiten. Sacred mit einem anderen Charakter durchzuspielen ist wie ein halb neues Spiel.
Nicht nur daher bietet Sacred ganz unglaublich viele Spielstunden, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen. Die Spielwelt ist extrem immersiv, überall warten Gegner und NPCs. Diverse Schadensarten wie Physisch, Gift und Feuer plus entsprechende Resistenzen plus die zahlreichen Möglichkeiten, seinen Charakter mit unterschiedlichen Fähigkeiten-Kombinationen auszustatten, machen Sacred auch zu einem Spiel für Taktiker. Wenn wir als Dunkelelf den einen Boss mit unseren zwei vergifteten Klingenwaffen nicht töten können, kommen wir einfach mit einer Fernkampfwaffe und verheerenden Fallen zurück.
Sacred ist extrem gut gealtert. Die Animationen und die Steuerung laufen zwar nicht mehr ganz so flüssig, grafisch zeichnet das Spiel aber immer noch wunderbar anzuschauende Orte. Und die Stärke, das Gameplay, altert ja sowieso nicht. In Sacred kann man auch mal einen ganzen Nachmittag stecken, ohne die vergehende Zeit zu bemerken – ein Stück der deutschen Computerspiel-Geschichte ist es ohnehin. Auf Steam gibt es für wenige Euros, auch immer wieder im Sale, eine reibungslos laufende Version von Sacred Gold mit der Erweiterung Sacred: Underworld, die zwei neue Charaktere und einen langen neuen Storystrang hinzufügt, zu erwerben. Zumindest Rollenspiel-Fans dürfen sich dieses Goldstück nicht entgehen lassen!
































































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