Mit Link’s Awakening brachte Takashi Tezkua den vierten Teil der Zelda-Reihe zum ersten Mal auf der Handheld-Konsole von Nintendo 1993 heraus. Damit erzielte er über vier Millionen verkaufte Exemplare und schuf eines der umfangreichsten und technisch besten Gameboy-Spiele dieser Zeit. Die Geschichte um Link, der nach einem Sturm auf See auf der Insel Cocolint strandet, steht für sich allein und hat storytechnisch nichts mit den vorherigen Teilen zu tun. Zudem finden sich innerhalb des Spiels einige Anspielungen auf andere Nintendo-Charaktere, darunter auch Mario oder der Kettenhund. Link muss, um von der Insel zu fliehen, den legendären Windfisch mit Hilfe von acht Sireneninstrumenten wecken.
Die Geheimnisse, welche sich rund um die Insel Cocolint ranken, ziehen Link sofort in seinen Bann. Nachdem unser Held am Strand besagter Insel angespült wurde, nehmen ihn Tarin und seine Tochter Marin in ihrem Haus auf. Bei der Suche nach seinem Schwert am Strand, trifft er eine seltsame Eule Methusa, welche ihn von nun an auf seiner Reise begleitet und zuweilen mit Rat zur Seite steht. Der weise Vogel berichtet seinem Schützling, dass er und alle Bewohner der Insel ein Teil vom Traum des Windfisches sind. Das Ziel von Links Reise ist es demnach, den Windfisch, der in seinem Ei auf dem vulkanförmigen Berg von Cocolint thront, durch das Spielen der acht Sireneninstrumente aus seinem Traum aufzuwecken. Diese sind wiederum in acht Tempeln überall auf dem Inselgebiet verteilt und müssen zuerst von den dort hausenden Monstern befreit werden.
Dabei steht Link ein Arsenal von Waffen und Gegenständen zur Fortbewegung sowie eine Occarina und Zauberstaub zur Verfügung, mit denen er sich durch die Dungeons kämpft, bis er endlich beim letzten Gegner angelangt ist. Man kann immer zwei Waffen gleichzeitig auf den A- und B-Knöpfen ablegen, die man im Kampf gegen die Gegner am wirksamsten einsetzen sollte. Meist findet man in den Tempeln weitere Arsenalgegenstände, die am Ende des Dungeons auch am nützlichsten gegen den jeweiligen Wächter sind. Dazu sei gesagt, dass es anfangs noch etwas einfach ist, gegen die Endgegner zu bestehen, je weiter man allerdings voranschreitet, desto kniffliger wird es, die richtigen Werkzeuge zum Sieg zu finden. Da bleibt unter anderem auch mal der ein oder andere Lebenspunkt auf der Strecke. In den Tempeln warten die unterschiedlichsten Herausforderungen darauf, gelöst zu werden. Neben Monsterkämpfen finden sich auch Rätsel wie beispielsweise das Umlegen von Schaltern in einer bestimmten Reihenfolge oder das Verschieben mehrerer Steine. Die Fortbewegungsausrüstung ermöglicht es Link zudem, neue Gebiete zu erschließen und weitere Geheimnisse entdecken zu können. Manchmal bleibt das eigentliche Ziel aufgrund der großen Spielwelt auf der Strecke, nämlich die Ursache all dieser Ungeheuer zu bezwingen. Zum Abschluss von Links beschwerlicher Reise wartet einer der schönsten und melancholischsten Momente, die ich persönlich aus einem Videospiel kenne.
Parallel zur Hauptgeschichte gibt es noch vieles weitere zu entdecken, darunter auch ein Tauschhandel mit den verschiedensten Bewohnern der Insel, an dessen Ende eine weitere Waffe als Belohnung wartet. Eines dieser vielen Tauschgegenstände ist eine Yoshi-Puppe, spätestens hier sind Parallelen zu anderen Nintendo-Charakteren zu sehen. Hier sind einige aufgezählt: Tarin sieht aus wie Mario und verwandelt sich später in einen Waschbären, eine weitere Anspielung an Super Mario Bros. 3; die Cheep-Cheep Fische aus der Super Mario- Reihe; Ähnlichkeiten des Yoshi-Eis mit dem Ei des Windfisches. Gerade wenn man die Charaktere kennt, erhält das Spiel eine zusätzliche Atmosphäre der Vertrautheit und passt gut zum Szenario eines Traumes, da dort öfters die verschiedensten Dinge zusammengewürfelt werden. Der Beweis, wie genial Link’s Awakening ist, liefert die unglaublich gute Musik, welche dem Spiel während seines gesamten Verlaufes den perfekten „Flow“ gibt. Es ist erstaunlich, was man mit dem eingeschränkten 8-Bit Soundsystem alles anstellen kann. Zu keiner Zeit empfindet man die musikalische Untermalung als störend, eher treibt sie den Spieler weiter in die Welt hinein. Der Soundtrack übertrifft so einiges an heutiger Kompositionsarbeit, vor allem „Ballad of the Wind Fish“ weckt immer noch Erinnerungen an die Kindheit und hat eine unglaublich einprägsame Melodie. Die Steuerung kann manchmal etwas schwierig sein, eingefleischte Fans werden das Problem des Benutzen der Pegasusstiefel und der Sprungfeder im gleichen Moment kennen. Selbst das Speichern fällt nicht immer leicht – gleichzeitiges Drücken der Select-, Start-, A- und B-Knöpfe will gelernt sein.
Auch wenn es damals noch keine ultra-flachen Notebooks oder Handhelds gab, saß man trotzdem als Kind vor diesem klobigen Teil, das nicht einmal eine Bildschirmbeleuchtung besaß und somit perfekte Lichtverhältnisse die Voraussetzung zum Spielen waren. Aber man wollte doch einfach noch die letzte Zaubermuschel finden oder endlich den Endgegner im Windfisch-Ei bezwingen! Dieses fesselnde Spielprinzip ist der Schlüssel zu einem guten Spiel, sodass es auch vielen Spielern in Erinnerung bleibt. Und das hat man mit „Link’s Awakening“ mehr als perfekt gemeistert, sogar noch nach über 20 Jahren kann ich mich an beinahe jeden Schritt in diesem Meisterwerk erinnern.
































































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