Am Wochenende stand für kurze Zeit das Internet still. Und YouTube Deutschland ist seitdem nicht mehr dasselbe. So kommt es einem aktuell zumindest vor, wenn man sich durch angesagte Videos der Plattform klickt und die Kommentare liest. Auch bei Facebook findet sich überall etwas zum Fall Simon Unge. Zeit für Onkelanti, dem Ganzen den Wind aus den Segeln zunehmen.
So etwas liebe ich einfach. Ein neuer Skandal durchzieht Deutschlands Videoplattform Nr. 1, YouTube. Ich denke, jeder von euch hat am Wochenende den Fall um Simon Unge mitbekommen. Dieser führte bis zuletzt die beiden Kanäle ‚ungespielt‘ und ‚ungefilmt‘. Nach Differenzen mit seinem Netzwerk Mediakraft entschied er sich dazu, die beiden Kanäle zu schließen, und rechnete in einem Video mit seinem Netzwerk ab. Mediakraft selber meldete sich auch zu Wort.

Christoph Krachten ist sozusagen das Gesicht von Mediakraft – wenn auch kein beliebtes
Nun will ich aber gar nicht anfangen, das Geschriebene zu analysieren oder die möglichen Folgen aufzuweisen, das wird schon anderweitig zu Genüge zelebriert. Vielmehr weiß ich allerdings nicht, ob ich lachen oder weinen soll, wenn ich mir die Reaktion der Community dazu ansehe. Unabhängig davon welche der beiden Parteien denn nun Recht hat (genau werden wir das nie wissen), reagiert Deutschlands YouTube-Fanbase wie eine Gruppe Kindergartenkinder.
In Facebook wachsen „Anti-Mediakraft“-Kanäle wie Schimmel an den Wänden. Die Likegeilheit einiger Individuen zeigt sich wieder in vollem Ausmaße. In demselben Ausmaß allerdings zeigt sich auch die Unprofessionalität der Community. Facebook-Seiten mit 3 Schreibfehlern in zwei Wörtern verbreiten unter dem Hashtag Freiheit Parolen, als würden sie tatsächlich wissen was dieses Wort oder das Gegenteilige bedeutet…
Um das klarzustellen: Ich bin weder Fan von Mediakraft noch ein kompletter Gegner. Sympathien hege ich naturgemäß mehr für Simon, das dürfte klar sein. Allerdings ist das eine rein subjektive Wahrnehmung die frei von Veränderung durch Fakten ist, die ich gar nicht kenne.
Nun sollten wir uns aber nur einmal ganz kurz die bekannten Fakten ansehen. Mediakraft ist ein Unternehmen mit rechtlicher Grundlage, eingetragen in das deutsche Handelsregister als Werbeagentur. Ein Unternehmen geht vornehmlich mit der Maxime der Profiorientierung zu Werke. Das ist nicht verwerflich, sondern gemäß der gesellschaftlichen Umstände ein Muss. Unternehmen haben die Aufgabe über alles Buch zuführen und sich aus eigenem Interesse gegen Angriffe von Außen anhand von Verträgen abzusichern. Heruntergebrochen sind das die Verträge, die auch Simon Unge unterschrieben hat, als er dem Netzwerk beigetreten ist. Nun wissen wir natürlich nichts Genaueres, da die Vertragseinzelheiten wahrscheinlich wenigen von uns näher bekannt sein werden, aber normalerweise sorgt die Unterschrift beider Parteien unterhalb eines Vertrages für Einigung und dem Annehmen desselbigen. Pragmatisch gesehen will also aktuell Klein-Simon verfrüht aus einem Vertrag raus, weil er nicht seinen Vorstellungen entspricht. Gemessen an den Fakten ist dies das Gleiche, als würde ich einen Mobilfunk-Vertrag abschließen und versuchen, diesen nach einem halben Jahr zu kündigen, weil mir die Preise nicht passen.
Eins kann man allerdings sagen. Simon hat Eier, immerhin ist er der Erste, der öffentlich zum Thema Mediakraft auftritt. Das Netzwerk hat bisweilen nicht gerade den besten Ruf. Wie schon erwähnt, schlage ich mich hier auf keine Seite, sondern möchte nur zum Selber-Denken anregen, um auch mal die andere Seite der Münze zu sehen.
So werde ich mich weiter zurücklehnen und mich an der heuchlerischen Loyalität eniger erfreuen, die gemäß dem Gesetz der Herde einem Einzelnen hinterherrennen, weil dieser ihnen temporär gefällt.
#bullshit





























































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