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Kommentar: Sportvereine? Machen mehr kaputt als dass sie helfen

imageMit 334 Millionen Zuschauer und einem jährlichen Umsatz von $1,6 Milliarden Umsatz hat sich das Spiel League of Legends und damit auch der eSports schon längst als Massenphänomen durchgesetzt. Und dieses Phänomen beherbergt einiges an, vor allem wirtschaftlichen, Potential für viele verschiedene Firmen. Sei es als Sponsoren oder als Verein. Da ist es nur logisch, dass die großen Fußballvereine mitziehen wollen.

Bereits im Mai 2015 nahm der VFL Wolfsburg als erster
deutscher Fußballclub zwei FIFA-Spieler unter Vertrag, die den Club in der
virtuellen Bundesliga von da an vertreten sollten. Kurz darauf zog auch Schalke
04
nach und erweiterte mit einem League of Legends-Team. Auch das NBA-Team
Philadelphia 76ers
hat einfach die zwei bereits existierenden
eSport-Organisationen Team Dignitas und Apex gekauft und fusioniert.

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Aber welche Auswirkungen werden die Sportvereine auf den
eSport in Zukunft haben?

Mit den Sportvereinen kommt insbesondere eines in den
eSport: Geld. Und zwar nicht zu wenig. Denn Organisationen wie beispielsweise
Team Dignitas wurden beim Kauf von den Philadelphia 76ers mit einem Marktwert
zwischen $5 und $15 Millionen geschätzt, was für größere Clubs vergleichsweise
wenig ist um sich in einem Markt mit solchem Potential zu etablieren (Der FC
Bayern machte im Jahr 2015 über 600 Millionen Euro Umsatz). Neben dem Geld
kommen aber auch über Jahre ausgebildete Organisationsstrukturen, die im eSport
dringend benötigt werden. So können sich die Spieler darauf verlassen, dass sie
ihre Gehälter bekommen.

Allerdings sind diese Strukturen an den traditionellen Sport
angepasst und nicht an den eSport. Denn ein zentraler Unterschied zwischen
„normalen“ Sport und dem elektronischem ist, dass beispielsweise
niemand ohne die Erlaubnis von Publisher Riot ein League of Legends-Turnier
veranstalten darf. Im Fußball dagegen kann sich jeder einen Ball besorgen und
mit den Nachbardörfern ein Turnier veranstalten. Die Teams und Spieler im
eSport sind also immer von jeweiligen Herausgeber des Spiels abhängig, während
Fußballspieler prinzipiell von niemanden abhängig sind.

eSport bald im Pay-TV?

Auch sind Sportvereine daran gewöhnt Senderechte an Spielen
einfach zu verkaufen und als zusätzliche Einnahmequellen zu nutzen, wodurch
eSport als exklusives Pay-TV-Programm auf zum Beispiel Sky enden könnte. Der
eSport lebt allerdings davon, dass er von jedem kostenlos gesehen werden kann und jeder sich VODs von Spielen runterladen und editieren darf.

Das nächste wird sich seltsam konservativ anhören, aber
durch die Übernahme des Markts durch Sportvereine geht viel Tradition kaputt.
Es würde vieles vom eigentlichen Charme verloren gehen, denn für mich war das
Tolle am eSport immer, dass es eben nicht die immer gleichen Namen sind wie im
Fußball, Handball und Basketball. Die Vielfalt in der eSport-Weltspitze könnte
durch mächtige und finanzstarke Sportvereine in ähnliche Verhältnisse rutschen
wie zeitweise in der Fußballbundesliga ist, wo Bayern München über Jahre hinweg
die selten angefochtene Nummer eins ist. So könnten auch Fans und die
angesprochene Tradition in den Hintergrund rücken. Und was ist, wenn sich der
der eSport nicht schnell genug entwickelt? Dann werden es sich die vielen
Vereine eventuell wieder anders überlegen und aussteigen. Dann wird nichts mehr
übrig sein, worüber wir uns früher gefreut haben.

 

Geregelte Strukturen sind nicht alles 

Das einzig Positive, was Sportvereine dem eSport bringen
können, sind meiner Meinung nach geregeltere Vertragsstrukturen, um Spielern
und Teams mehr Sicherheit zu geben und um die Spielerrechte zu verbessern, um
beispielsweise Situationen wie die Übernahme des Luminosity Gaming
CS:GO-Lineups durch SK Gaming angemessener zu regeln. Jedoch sollten wir
vernünftige Verträge und genügend Rechte für Spieler wir auch als
eSport-Community hinbekommen. Die Intentionen der Verbände WESA und PEA standen
ja für solch einen Ansatz.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sportvereine im
eSport nichts zu suchen haben und sich lieber auf die traditionellen Sportarten
konzentrieren sollten. Der eSport ist ein neuer Sport und braucht deshalb neue
Vereine, wie sie sich mit Ninjas in Pyjamas, Natus Vincere oder Fnatic bereits gebildet haben.

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