Mit Lost Dimension schickt NIS America endlich mal wieder ein recht gutes, rundenbasiertes Strategiespiel auf die Mobile Konsole von Sony. Das System von Lost Dimension ähnelt Fire Emblem, ist jedoch auch grundlegend anders. Mit diversen Macken und einem relativ komischen Menü-System versucht mich Lost Dimension im Test zu überzeugen, und wie das End Resultat aussieht könnt ihr hier nachlesen.
Gefreut habe ich mich tierisch auf diesen Titel, da die PlayStation Vita ohnehin schon an einem schwachen Spiele-Kontingent leidet. Dass sich nun ein Taktikspiel an den Handheld aus dem Hause Sony zu wagen versucht, erfreute mich umso mehr. Das Spielprinzip kommt auch definitiv sehr familiär vor, da es sich wie ein etwas eingeschränkteres Fire Emblem spielt.
Das Spiel startet mit einer kleinen Einführungscutscene, in der euch das Szenario näher gebracht wird, in dem sich die 11 ausgewählten Helden befinden.
Auf dass ich die Welt zerstöre!
Und da haben wir auch schon den Grund, wieso hier eigentlich grade dass passiert, was eben grade passiert. Elf Helden welche über übernatürliche, Psyche-konsumierende Fähigkeiten verfügen sind zusammen mit einer Arme losgezogen, um einen plötzlich-aus-dem-nichts-erscheinenden Turm zu erklimmen, auf dessen Spitze „The End“ wartet. „The End“ möchte, wer hätte es auch nicht anders vermutet, die Welt zerstören. Doch er hat die elf Helden manipuliert, sonst würde das ja keinen Spaß machen. Kurz vor dem betreten des Turms stellen die Helden fest, dass sie sich an nichts mehr was vor dem Ereignis mit „The End“ passiert ist, erinnern können. Ebenfalls taucht hier nochmal „The End“ auf und erzählt ihnen, dass sich unter ihnen Verräter befinden. Er erzählt euch außerdem, dass ihr pro Ebene im Turm einen eurer Teammitglieder auslöschen müsst. Nun liegt es an euch zu entscheiden, wer denn der Verräter ist und wer nicht, denn alle am Schluss noch anwesenden Verräter kämpfen an der Seite von „The End“ gegen euch.
Nach unzähligen Tutorials und Gesprächen, die ihr mit euren Kameraden führt um Sympathie zu gewinnen merkt ihr dann auch gleich, wie wirklich schon ekelhaft und zäh sich das Hauptmenü anfühlt. Wenn man den Cursor bewegt, könnte man meinen man bewege eine alte Maus mit 200 DPI auf einem Windows 95-Rechner, die zudem noch hinterher laggt. Es ist wirklich nicht angenehm zu steuern. Auch die Menüpunkte sind ein wenig kompliziert gestaltet, jedoch ist dass ein eher kleines Problem. Euch steht ab dem ersten Raum auch eine Fähigkeit zur Verfügung, mit der ihr in das Herz der Kameraden eindringen könnt und so herausfindet, ob die Absichten des Kameraden verräterisch sind. Danach müsst ihr nur noch so lange mit denen kämpfen, bis sich die Kameraden zu euch wenden und fragen, wer deiner Meinung nach Verräter sei. Es zieht sich mit der Zeit sehr, denn ein Kampf dauert seine Zeit. Damit das ganze ein wenig schneller geht, müsst ihr immer den gleichen Kampf wiederholen und wiederholen, um endlich euer Wunschergebnis zu bekommen.
Auf in den Kampf!
Kommen wir zum Hauptszenario des doch recht kurzen Spiels, dem Kampf. Das Kampfsystem ist rundenbasiert, ihr könnt euch zudem auch aussuchen wer von euren anfangs elf Charakteren mit euch mitzieht, wobei ihr selbst immer dabei seid. Insgesamt gehen nur sechs Kameraden in den Kampf. So, da seid ihr nun also. Jeder Kampf findet in einem bestimmten Gebiet ab, dass nicht groß ist. Man hat hier definitiv nicht sehr viel Platz zum Handeln, was das taktische sehr viel einfacher macht. Jeder Charakter hat einen bestimmten Lauf-Radius, indem er sich frei bewegen kann. Es wird euch auch gezeigt, ob ihr im Radius für eine Attacke seid oder ihr euch in Angriffsreichweite vom Gegner aufhaltet. Hier kommen die Fähigkeiten ins Spiel: Jeder Charakter verfügt über seine eigenen Individuellen Fähigkeiten, die ihn bei Einsatz Verstand kosten. Ist der Verstand aufgebraucht, werden eure Charaktere verrückt. Er bekommt den Status „Berserker“ und handelt von dem Zeitpunkt an alleine, ohne eure Kontrolle und greift alles in seiner Umgebung an. Gerät einer in diesen Status, bekommen alle anderen Team-Mitglieder den Status „Angst“, bei dem sie ordentlich an Angriffspunkte verlieren und auch ihre Verteidigung leidet. Und weil das noch nicht genug war, steigen auch noch die Kosten Verstand für eure Fähigkeiten.
Doch das ist zum Glück nicht alles: Ihr könnt außerdem euren Zug für einen Charakter hergeben, welcher schon seinen Zug abgeschlossen hatte. Das kostet jedoch ebenfalls Verstand, lässt aber den fehlenden taktischen Schwierigkeitsgrad von der „größe“ der Maps nicht so schlimm wirken. Auch die Fähigkeiten weisen gutes Abwechslungspotential vor. Die eine greift mit Feuer an, ein anderer heilt, wiederum der andere kann sich teleportieren und die Allrounder besitzen über Fähigkeiten, welche mehr Schaden und Genauigkeit aufweisen.
Grundsätzlich gibt es sechs Klassen. Die Allrounder mit der Handfeuerpistole, welche mit Maschinengewehr, welche AoE-Schaden anrichten aber weniger Reichweite haben, einen mit einer Schrotflinte, welcher viel Schaden auf kurze Distanz anrichtet, Faustkämpfer und zwei verschiedene Arten von Klingenkämpfern. Im Spiel selbst konnten mich jedoch nur die Allrounder und die, mit Dolchen überzeugen, da es den anderen entweder an Schaden oder an anderen Punkten im Sinne von Statuswerten und Lauf-Radius gefehlt hat.
Hier gibt es jedoch etwas sehr, sehr nerviges was man absolut nicht beschleunigen kann. Sobald der Gegner dran ist konnte ich bei so manchen Kämpfen ungelogen die Vita neben mich legen und mir etwas in aller Ruhe zu essen machen. Es gibt auch größere Gegner, die sich sehr langsam bewegen, und bei solchen sind auch noch einige kleinere dabei, die natürlich auch noch ihre Zeit brauchen. Der Fakt, dass jeder Aktion im Spiel einen Ladebildschirm hat, macht das ganze nicht besser. Das alles wäre ja eigentlich nicht schlimm, könnte man einfach per Knopfdruck den Gegnerischen Zug beschleunigen, aber das kann man nicht.
Der letzte Punkt, über den ich hier im Test bezüglich dem Kampfsystem schreiben werde, sind die Gegner an sich. Sie sind absolut unkreativ und verändern sich nicht im Laufe des Spiels. Es gibt eine Hand voll mit verschiedenen Gegnermodellen, die aller höchstens die Farbe im Spiel verändern. Auf jeder Ebene befinden sich also die absolut gleichen Gegner, mit Außnahme von stärkeren Attributen.
Wo bleibt die Musik und die Grafik?
Diesen Punkt könnte ich mit einem kleinen Beispiel beschreiben: Die Musik sind wie die Gegner. Es gibt eine Handvoll an Stücken, welche nicht sonderlich gut, sondern eher aufdringlich klingen, und sich immer wieder wiederholen. Am Anfang klingt sie ganz O.K., aber das war es auch schon.
Zumindest die Grafik kann ein wenig was her reißen. Die Maps sind nett gestaltet, jede Ebene hat ihr eigenes kleines Themengebiet und die Charaktermodelle sehen gut aus und sind flüssig animiert.
Im großen und Ganzen bin ich mit Lost Dimension doch recht enttäuscht. Die Musik nervt, es hat kaum inhaltliche Tiefe und das ganze Spiel läuft mit gefühlten 20 FPS. Was dem dann wiederum absolut nicht hilft ist eine PlayStation Vita, die unnötig heiß wird und der Akku gerinnt wie Sand im Wind, obwohl das Spiel nicht wirklich aufwendig ist.
| Lost Dimension | |||||||||||||
| Publisher: | NIS America | Releasetermin: | 28.08.2015 | Preis: | 39,99EUR | Plattform: | PS Vita | ||||||
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