Mit dem Fan-Schal zum Counter-Strike Turnier? eSports-Fans meinen es ernst

20.09.2019 14:29

Ja, das geht. Für 24.99 € findet sich etwa in einem Onlineshop der Fan-Schal des finnischen CS-Teams ENCE. Auf einem schwarzen Hintergrund thront das Logo, die passende Kappe dazu ist leider ausverkauft. eSports-Fan zu sein bedeutet längst nicht mehr, einsam vor dem Monitor den Livestream zu verfolgen. Fans bekennen jetzt Farbe, auf der Straße oder bei den Events, die mittlerweile ganze Stadien füllen. Und die Fanbase von beliebten Teams wie Team Liquid, den Evil Geniuses oder dem Team OG ist beachtlich. Wie bei großen Fußballturnieren nehmen Fans teils weite Reisen auf sich, um ihre Mannschaft beim nächsten Event anzufeuern. Langsam aber sicher bahnt sich die Community ihren Weg in den Mainstream. Das hat zahlreiche neue Möglichkeiten der Vermarktung des eSports mit sich gezogen. Diese werden sowohl von den Teams selbst als auch von zahlreichen anderen Firmen aufgegriffen.

Sportwetten

Die Wettbranche ist stets auf der Suche nach neuen Trends. So war sie auch eine der ersten, die auf die wachsende Beliebtheit der eSports mit Angeboten für die Fans reagierte. Denn früher oder später kommen viele von ihnen auf die Idee, aus ihrem Hintergrundwissen etwas Kapital zu schlagen. Das geht zum Beispiel, indem sie auf eSports wetten und ihre Kenntnisse in die Strategie einfließen lassen. So können sie ihre Gewinnchancen im Vergleich zu ahnungslosen Gelegenheitszockern deutlich erhöhen. Ob CS:GO, Dota 2 oder League of Legends: Die großen Titel sind im Katalog jedes vernünftigen Wettanbieters zu finden. Die große Beliebtheit der Angebote gibt dem Riecher der Wettbüros recht. Sie haben wieder einmal eine begeisterte Zielgruppe für sich entdeckt. 

Merchandise

Nicht nur Fan-Schals und Kappen, auch die offiziellen Teamtrikots vieler Mannschaften lassen sich mittlerweile im Internet bestellen. Ähnlich wie Fußballtrikots sind sie hochwertige Funktionstextilien und mit den Logos der Sponsoren bedruckt. Und auch eigene Modelabels hat die Szene schon hervorgebracht. So bietet etwa der Veranstalter von Gaming-Events DreamHack T-Shirts oder Sweatpants mit dem eigenen Logo an. Und der Fantasie der Merchandise-Hersteller sind keine Grenzen gesetzt. Rucksäcke, Mousepads oder Tassen gehören zu den günstigeren Angeboten. Eingefleischte Fans können sich sogar einen Computersessel mit dem Logo ihres Teams zulegen. 

Sponsoring

Auch Sponsoren haben schon früh Interesse an der eSports-Szene gezeigt. Marken wie Red Bull oder Audi möchten, dass ihre Produkte mit den Höchstleistungen der Gamer assoziiert werden. Konzentration, Schnelligkeit und Präzision etwa sind Fähigkeiten, die viele eSportler besitzen müssen. Auch die Zielgruppe der eSports ist besonders attraktiv für die Marketingstrategen. Wer die überwiegend junge Fangemeinde früh erreicht, kann langfristig mit treuen und zahlungskräftigen Kunden rechnen. Schließlich macht auch die schiere Reichweite des eSports ein Engagement für Sponsoren interessant. Beobachter rechnen damit, dass die eSports in absehbarer Zeit zum zweitbeliebtesten Sport in Europa hinter dem Fußball werden. Traumhafte Aussichten also für alle, die hoffen, dass diese Beliebtheit auf ihr Markenimage abfärbt.

Klassische Fanclubs sind bislang in der eSports-Szene übrigens eine Seltenheit geblieben. Das dürfte auch daran liegen, dass die technikaffine Community neue Wege geht, um sich auszutauschen. Ob im Chat auf der Streaming-Plattform Twitch oder in den sozialen Medien, die Vernetzung der Fans ist informeller geworden – aber deswegen keineswegs schwächer.

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