Die Berichte um das League of Legends Team von MeetYourMakers reißen nicht ab. Nach der Geschichte um ihren Midlaner Marcin ‚Kori‘ Wolski, dem gedroht wurde, dass seine Mutter ihr Haus verliert, falls er nicht in der LCS antreten würde, hat der DailyDot jetzt festgestellt, dass die Spielerverträge des Vereins sehr dubios sind.
Zur Prüfung des Vertrages fragte DailyDot bei der deutschen Rechtsanwältin Anna B. Baumann an, um ihn prüfen zu lassen. Nach eingehender Prüfung, kam die Anwältin zum Schluss, dass der Vertrag eine seltsame Mischung aus Vermarktung und Arbeitsverhältnis ist. Sie gehe davon aus, dass das Original aus dem Englischen stammt, da im Deutschen Vermarktungs- und Arbeitsverträge klar getrennt sind.

Bild: dailydot.com
Im oberen Paragraph 1 gibt der Spieler all seine Rechte an seiner Vermarktung an MeetYourMakers ab. Das beinhaltet das Recht Bilder, Videos, Streams und Spielszenen des Spielers weiter zu verwenden. Selbst nach Beendigung des Vertrages behält MYM dieses Recht.
Im Paragraph 3 wird dann aufgeführt, dass der Spieler bis zu 50% seiner Kompensation, für die Aufgabe seiner Vermarktungsrechte, an MYM verliert, wenn er krank wird oder Urlaub macht. Die Kompensation beläuft sich auf nur 350 €, was sogar um die Hälfte reduziert werden kann.
Doch wenn man das Arbeitspensum, welche die Spieler durch die LCS und Trainings absolvieren müssen, einrechnet wird klar, dass sie weit unter Mindestlohn verdienen würden. Wenn ein Gericht den Vertrag als Arbeitsvertrag auslegen würde, würde er schwer gegen den Mindestlohn verstoßen. Die Reduzierung der Kompensation wäre sogar illegal.

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In diesem Abschnitt des Vertrages gibt der Spieler 20% seines diversen Einkommens an MYM ab. Als Divers gilt hier vor allem die Verdienste mit Streamen. Dieser Betrag sei laut Baumann ziemlich hoch und sie würde, wenn sie einen Spieler in dieser Sache vertreten würde, die Menge nach unten drücken. MeetYourMakers verpflichte sich nicht den Spieler, in Sachen Streamen, zu unterstützen, möchte aber trotzdem einen Stück vom Kuchen, so die Anwältin.
Im nächsten Paragraph ist die Rede von einer Bezahlung von 555,55 € bei der Teilnahme in der LCS. Dieser Betrag wird allerdings nur fällig, wenn der Spieler auch Mitglied des Lineups ist und kein Reservespieler. Das bedeutet, er muss in der LCS antreten, um sein Recht für die Bezahlung geltend zu machen.
Dieser Teil des Paragraphs ist vor allem problematisch, wenn der Vertrag als Arbeitsvertrag angesehen wird. Reservespieler würden dann wieder unter dem Mindestlohn verdienen, verglichen mit dem Arbeitsaufwand, den sie einbringen. Riot Games bezahlt Spielern zwar 20.000 € im Jahr, allerdings sei dieser Betrag nicht garantiert, so Baumann, sondern wird nur ausbezahlt, wenn der Spieler auch tatsächlich in der LCS spielt.

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Hier wird eine Vertragsstrafe von 2.000 € angedroht, falls der Spieler seinen Pflichten nicht nachkomme. Als Erstes wäre die Höhe der Strafe nicht zulässig und würde wahrscheinlich von einem Gericht reduziert werden, schließt die Rechtswältin. Außerdem liegt die Beweispflicht seiner Unschuld bei dem Spieler und nicht bei der Organisation.
Am Ende des Vertrages wird noch einmal dargestellt, das eine fristgerechte Kündigung ausgeschlossen ist. Hier schlägt Baumann vor, eine Klausel einzuführen mit der sich der Spieler freikaufen kann.
Alles im allen liegt die Problematik des Vertrages, laut Bauman, bei der Vermischung zwischen Aspekten eines Vermarktungsvertrages und eines Arbeitsvertrages. Eine Überarbeitung wäre notwendig, damit dieser Vertrag die Prüfung eines deutschen Gerichtes standhalten würde. Laut Richard Lewis, dem Autor des Artikels, sei ein solcher Vertrag im Esports nichts ungewöhnliches. Er hätte schon öfter so einen Vertrag gesehen.




























































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