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Gaming

Preview: Assetto Corsa – Ein Genuss für Simulationsfans?

imageWir schreiben das Jahr 1998. Damals sorgte
Gran Turismo auf der Playstation für Begeisterungsschreie, PC-Spieler gingen
hingegen oftmals leer aus. Heute
sieht es da schon bedeutend besser aus, denn mit Assetto Corsa steht neben
Titeln wie rFactor 2 und Project Cars ein weiterer heißer Kandidat in Sachen
PC-Rennsimulationen ins Haus! Ob sich die beiden genannten Konkurrenten warm
anziehen müssen, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Werde eins
mit deinem Boliden!

Wir fackeln gar nicht lange und begeben uns mit einem BMW Z4
GT3 auf den Nürburgring. Die Ampeln erlöschen, das Adrenalin lässt unser Blut
gefrieren. Mit Vollgas preschen wir die Start- und Zielgerade entlang; neben,
hinter und vor uns jaulen Motoren der insgesamt 24 KI-Fahrer auf. Schon nach
den ersten paar Minuten wird klar: Von einem Arcade-Racer ist Assetto Corsa
weit entfernt. Die erste Kurve bringen wir gekonnt hinter uns, können sogar ein
paar Positionen gut machen. Wir brechen in Jubel aus und sehen uns schon auf
dem Siegertreppchen stehen, da touchiert uns ganz leicht ein Mercedes von der
Seite und befördert uns hinaus auf das Kiesbett. Während wir abseits der
Strecke durch den Kies hoppeln, erinnert uns das Lenkrad daran, nicht einzuschlafen,
denn das Force-Feedback ist hervorragend umgesetzt. Jede Bodenwelle und jeder
Kurb wird authentisch und glaubhaft wiedergegeben. Voraussetzung dafür ist
natürlich das passende Lenkrad.

Das Überfahren von Curps wird bei einem Lenkrad mit tollem Force-Feedback zurückgemeldet.

Generell ist es den Entwicklern gut gelungen, ein authentisches Fahrfeeling zu vermitteln.
Ein Lenkradeinschlag bis zu 1200 Grad lässt beinahe das Gefühl aufkommen, man
säße in seinem eigenen Fahrzeug. Assetto Corsa begeistert aber nicht nur
Hardcore-Zocker, sondern auch Anfänger. Dank zahlreicher bei Bedarf zuschaltbarer
Fahrhilfen feiern Gelegenheitsspieler schnell erste Erfolge. Dafür sorgen z.B. Bremshilfen oder
eine Automatikschaltung. Auch eine Ideallinie kann hinzugeschaltet werden; diese
passt sich aber leider nicht euren Fahrkünsten an. Apropos Fahrkünste: Kunos-Simulazioni
hat nicht nur ein Händchen für reale Fahrphysik, sondern auch für eine
ordentliche KI, die ihre Plätze aggressiv verteidigt und Kampflinie fährt. Da stehen
Rempler an der Tagesordnung. Das sorgt zwar hin und wieder für Frustration, dafür
entschädigen im Gegenzug spannende Positionskämpfe. Hin und wieder landet sogar
die KI im Kiesbett.

Gar nicht anfängerfreundlich gestalten sich hingegen die
Menüs. Bis man die gewünschten Unterpunkte gefunden und die Bedienung erlernt
hat, vergehen Minuten. Die Struktur verwirrt, ist viel zu verzweigt. Dafür
können wir dort jede Menge Einstellungen vornehmen, um z.B. unser HUD im Spiel
darzustellen oder etwa die zahlreichen Grafikeinstellungen anzupassen. Auch
schön: Während des Rennens lassen sich die Fahrhilfen ein- oder ausschalten.

In Sachen Rennmodi können wir derzeit zwischen einem
kompletten Rennwochenende, einem Zeitrennen und dem neuen Multiplayermodus
auswählen. Ersterer Modus erlaubt es uns, ein freies Training, Qualifying und
das Rennen abzuschließen, eben gemäß einem Rennwochenende, das wie im realen
Leben am Freitag, Samstag und Sonntag stattfindet. Nur das typische Warmup vor
dem eigentlichen Rennen fehlt. Beim Zeitrennen hingegen dürfen wir unseren
eigenen Bestzeiten hinterherjagen und wahlweise auch unseren Geistfahrer
hinzuschalten. Der Modus eignet sich übrigens auch hervorragend dazu, die
Strecken und Boliden kennen zu lernen. Schließlich folgt noch der Multiplayer,
in dem wir uns mit echten Mitspielern heiße Duelle liefern können. Die Auswahl
an Servern ist derzeit noch begrenzt, soll aber im Laufe der Zeit noch wachsen.
Etwas störend empfanden wir hingegen, dass wir bei laufendem Rennen nicht
einfach die ESC-Taste drücken und uns vom Server schleichen können, sondern
erst das Fahrzeug anhalten müssen. Das kann bei anderen Fahrern schon mal für
Wutausbrüche sorgen, sofern man plötzlich mitten auf der Strecke anhält.

Spannende Positionskämpfe sind garantiert – offline mit der KI als auch im Multiplayer.

Schön
hübsch, aber nicht überschminkt

Obwohl erst in der Early Access-Phase und derzeit in Version
0.23 vorliegend, hinterlässt Assetto Corsa schon jetzt einen guten technischen
Eindruck. Wie und ob das Spiel grafisch mit einem Project Cars vergleichbar
ist, mögen wir zwar nicht zu beurteilen, doch vor Titeln wie GRID muss sich der
Underdog nicht verstecken. Bei einem Rennen mit 24 KI-Fahrer solltet ihr jedoch
über eine aktuelle Hardware verfügen, um das Spiel in voller Grafikpracht zu
erleben und ohne Ruckler spielen zu können. Framerateeinbrüche oder nervige
Ruckler bemerkten wir während unserer Tests nicht, allerhöchstens der
Multiplayer-Part lief noch etwas unrund und verzeichnet derzeit noch einige
Lags. Das darf er aber auch, schließlich wurde das Online-Feature erst im Mai
dieses Jahres veröffentlicht. Gut gefallen und überzeugt haben uns auch die
Boliden. Besonders die Cockpitperspektive –mehr oder weniger das Herzstück des
Spiels – intensiviert dank vielen kleinen Details noch einmal das Fahrfeeling.
Die Fahrzeuge haben Wiedererkennungswert. In Assetto Corsa sieht ein BMW auch
wie ein BMW aus, und nicht wie ein Fiat.

Gänzlich verzichtet hat Kunos-Simulazioni auf Partikeleffekte.
Ein Verlassen der Piste wird unspektakulär in Szene gesetzt, es fliegen weder
Kies noch Grashalme durch die Gegend. Das tut dem Spielspaß und dem
Nervenkitzel aber keinerlei Abbruch, zumal mal sich eh mehr auf die
Positionskämpfe konzentriert. Die in Asseto Corsa zum Einsatz kommende eigene Engine
basiert hierbei auf DX11, unterstützt aber auch ältere API-Versionen wie DX 10.
Auf Wettereffekte wie Regen verzichtet die Rennsimulation derzeit komplett, und
auch Nachtfahrten werden aktuell nicht angeboten. Allerdings kann man bereits
bei Sonnenuntergang fahren. Das sieht nicht nur klasse aus, sondern ist
nebenbei auch noch ganz schön fordernd. Wer kennt die Situation nicht auch, nach
Feierabend von einer tiefstehenden Sonne geblendet zu werden?

Die Cockpits sind detailreich gestaltet und stehen ihrem Vorbild in nichts nach (Ferrari 458 Italia GT2).

Fazit
Assetto Corsa bietet Racing pur – und das nicht nur für
Hardcore-Simulanten, sondern auch Otto-Normal-Gamer. Der knackige
Schwierigkeitsgrad fordert jeden Spieler, die Fahrhilfen lassen sich in einem
leider etwas zu kompliziert zu bedienendem Menü an die eigenen Fahrkünste
anpassen. Optisch und auch spielerisch konnte uns der Ableger aus dem Hause
Kunos-Simulazioni auf voller Länge überzeugen. Wer ein Lenkrad sein Eigen
nennt, für den kommt echtes Rennfeeling auf. Selten hat uns eine Fahrphysik so
überzeugt wie bei Assetto Corsa. Eines ist nach unseren Tests sicher: Dieses
Spiel hat großes Potential! Wir können den fertigen Releasetermin schon jetzt
kaum abwarten und sind gespannt!

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