Die offene Beta zu The Mighty Quest For Epic Loot startete am 25. Februar und gewährt einen Einblick in das zukünftige Free-2-Play-Spiel von Ubisoft Montreal. Im Bereich des Hack & Slay-Genres angesiedelt, präsentiert sich das Spiel in ansprechendem Comic-Artstyle. Dabei weist The Mighty Quest For Epic Loot neben einem langen Namen auch Parallelen zu großen Vertretern seines Genres wie Diablo oder Torchlight auf. In diesem Fall ist das aber kein Grund, sich darüber zu beschweren, warum schlecht erfinden, wenn man gut kopieren kann? Durch die Fantasiewelt von Opulenzia, die vor Reichtum, Prahlerei und Status nur so strotzt, prügelt und farmt man nach alter Tradition
Um das vorweg zu nehmen: Ja, es gibt eine Ingame-Währung, es soll jedoch auch vorkommen, dass man ganz ohne Mikrotransaktionen den vollen Spielspaß eines Free-2-Play-Titels auskosten kann. Und das ist bei The Mighty Quest For Epic Loot der Fall. Man kann zwar einen weiteren spielbaren Charakter freischalten, das Aussehen seiner Burg verändern oder Gold- bzw. Lebenskraftboosts erwerben, Pay-to-Win ist dies allerdings nicht. Damit zum eigentlichen Inhalt: Auf dem Spielprinzip von Hack & Slay aufbauend, steuert der Spieler einen Charakter seiner Wahl durch mit Fallen und Monstern vollgestopfte Festungen anderer Spieler. Natürlich sind diese tückischen Hindernisse nicht nur zur Zierde da: Es gilt, die Fähigkeiten und Beweglichkeit des Helden auszunutzen und gekonnt gegen die Feinde einzusetzen. Am Ende wartet, wenn nicht gerade von einem zeitlich begrenzten Dauerlootschutz gesperrt, eine dicke Belohnung in Form von Gold oder Lebenskraft in Kristallform. Diese Beute kann man wiederum in die Verteidigung seiner eigenen Burg investieren oder aber den Kämpfer mit verbesserter Ausrüstung versorgen.
Beim eigenen Bau der Festung bietet der umfangreiche Editor viele verschiedene Möglichkeiten, Angreifer in die Falle zu locken, zu verwirren oder auf unnötig lange Umwege zu schicken. Beim Platzieren von Monstern und Fallen ist es das oberste Ziel, seine eigenen Ressourcen in Form von Gold- und Lebenskraftminen sowie die Schatzkisten vor der Plünderung zu schützen. Daher bieten sich einige taktische Punkte für das Platzieren bestimmter Monsterarten und Fallen an. Für das Errichten von Verteidigungsmitteln sind Gebäude wie das Beschwörungsportal oder eine Werkbank vonnöten. Diese müssen zusammen mit der Energiequelle der Festung, dem Herz, verbessert werden, um stärkere Untergebene, mehr Räume oder höherstufige Ausrüstungsgegenstände benutzen zu können. Will man sich aus dem Beschwörungsportal bedienen, braucht man je nach der Stärke des Monsters unterschiedlich hohe Summen an „Life Force“, also Lebenskraft, die man als Kristalle lagern kann. Das breite Spektrum an verfügbaren Dienern erweitert sich mit der Verbesserung des Portals. Darunter befinden sich Totenbeschwörer, riesige Zyklopen und wütende Berserkerhühner, die sich mit vollem Anlauf auf uns stürzen wollen.
Falls man erfolgreich eine andere Burg durchquert hat, erhält man bis zu drei Sterne und eine bestimmte Anzahl von Punkten in Form von Kronen, die offensichtlich eine Art Rang darstellen sollen. Allerdings scheint dieser Rang nur zum Angeben da zu sein, zumindest ensteht dadurch kein weiterer Vorteil. Nebenbei kann man auch Punkte verlieren, nämlich dann, wenn ein anderer Spieler die eigenen Verteidigung durchbricht und eventuell vorhandene Beute mitnimmt. Dieses Prinzip von Angriff und Verteidigung findet sich beispielsweise im Spiel „Clash of Clans“ wieder. Was bei The Mighty Quest For Epic Loot aber ein Problem darstellt, ist die Tatsache, dass Angriff hier die beste Verteidigung ist. Denn die Verteidigung ist dem Level des eigenen oder eines feindlichen Helden meist nicht gewachsen, um einem Ansturm standhalten zu können. In manchen Fällen mag das sicherlich umgekehrt sein, doch üblicherweise gewinnt der Angreifer.
Es gibt vier verschiedene wählbare Klassen: Den Ritter, den Magier, den Schützen und die Ausreißerin, eine Art Kriegerin mit musikalischen Vorlieben. Bei der Wahl seines zukünftigen Monsterjägers muss man sehr genau aufpassen: Einmal gewählt gibt es kein Zurück mehr und das einfache Wechseln von verschiedenen Klassen ist nicht möglich. Es sei denn, man verfügt über 950 „Blings“, die Währung innerhalb des Spiels. Um in den Genuss von mehreren Klassen auf einem Account zu kommen, muss man für 1050 „Blings“ 9,99€ bezahlen, ein teurer Spaß dafür, dass man einfach eine andere Klasse ausprobieren möchte. Man kann auch ohne Geld an „Blings“ gelangen, dies erfordert jedoch das Erfüllen von Aufgaben und ist demnach sehr zeitaufwändig. In meinem Fall habe ich den Schützen gewählt. Dieser verfügt über einige Fähigkeiten, die Schaden in einem kleinen Wirkungsbereich verursachen, und einen Raubvogel als Begleiter, der einzelne Ziele attackieren oder geringen Schaden auf mehrere Gegner austeilen kann. Als Waffe dient dem Schützen eine Armbrust, die je nach Typ entweder über „Triple-Shot“ oder „Piercing-Shot“ verfügt. Die Vorwärtsrolle ist mitunter die nützlichste Fähigkeit des Schützen, da man so aus brenzligen Situationen entkommen kann. Der Magier bietet ein Arsenal von starkem Flächenschaden, der Ritter wiederum steckt viel ein und teilt ordentlich aus. Mit der Ausreißerin bekam ich es noch nie zu tun, demnach kann ich nicht viel über sie sagen, ebenso wie über die anderen beiden Klassen, den Magier und den Ritter, da ich sie selbst nicht spielen konnte.
Grafik und Musik harmonieren wunderbar miteinander. Zu lieblicher, mittelalterlich angehauchter Melodie hacken wir uns durch Horden von Untoten und andere scheußlichen Gestalten. Der Grafikstil verleiht dem Spiel die Atmosphäre eines Torchlights und bietet teilweise sehr hübsche Bilder. Dass The Mighty Quest For Epic Loot sich selbst nicht ganz ernst nimmt, verrät eigentlich schon der Titel. Die Beschreibungen zu den Klassen oder einige Dialoge lassen den Spieler zuweilen ein wenig schmunzeln, und gerade beim comicartigen Stil merkt man, dass die Entwickler ihren Fokus auf Entertainment gesetzt haben. Alles in allem gefällt das Spiel als gelegentlicher Häckselspaß sehr gut, allerdings ist von „Epic Loot“ nicht wirklich etwas zu sehen, denn im Hack & Slay ist die Langzeitmotivation nun mal, dass man auf eine seltene oder starke Waffe hofft, mit der man noch seltenere und noch stärkere Gegenstände finden kann, die wiederum dazu dienen, NOCH bessere…

































































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