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Preview: Valhalla Hills – Die siedelnden Wikinger

imageWas mit Cultures im Jahre 2000 begann, feiert nun seine Rückkehr in Form von Valhalla Hills. Einen überaus knuffigen wie entspannten Aufbau-Strategie-Mix, schickt aktuell Entwicklerschmiede Funatics in Zusammenarbeit mit Daedalic ins Early Access Rennen. Uns es zeigt sich wieder einmal, dass das Studio ihr Handwerk ausgezeichnet versteht. 

Seit dem 24. August ist Valhalla Hills nun in der Early Access Phase auf Steam. Schon auf der gamescom 2015, sorgte der Titel in einer frühen Version für grinsende Redakteursgesichter des escene-Personals. Wir haben uns die aktuell verfügbare Early Access Version geschnappt und klären, warum es sich bei Valhalla Hills tatsächlich um eines der symphatischsten Aufbauspiele seit langem handelt. 

Stress im Elternhaus

Odin ist sauer. Nicht nur dass das gewöhnliche Menschenvolk in Asgard täglich ein und aus geht, als wäre es nichts besonderes, auch Sprössling Leko entwickelt sich nicht so, wie es der Allvater gerne gehabt hätte. Statt dem Alten beim Herrschen und Regieren zu helfen und sich auf die Thronfolge vorzubereiten, zimmert der Sohnemann lieber neue Dörfer der Wikinger aus dem Boden und sieht der Bevölkerung beim Wachstum zu. Doch irgendwann reißt dem Allvater die Hutschnur. Odin schließt kurzerhand die Eingangspforten nach Asgard und schützt diese mit gefährlichen Portalwächtern. Sohnemann Leko wird zudem ins Reich der Menschen verbannt, um ihnen dort beim Aufbau und Wachstum neuer Dörfer zu helfen. 

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Allvater Odin ist mit Sohnemann Leko alles andere als zufrieden

Der Spieler übernimmt nun die Rolle des Nachwuchses Leko. Eure Aufgabe ist es neue Dörfer auf den titelgebenden Valhalla Hügeln zu errichten, auf denen sich die besagten Portale nach Asgard befinden. Zusätzlich ist es an euch, die Bevölkerung zu den Portalen zu geleiten, um dem erzürnten Odin damit zu beweisen, das die Menschen immer noch Ehrgefühl besitzen und ihr das Zeug zu einem Gott habt. 

Gemächlich kommt man doch ans Ziel

Bereits in den ersten Spielminuten wird klar, dass es sich bei Valhalla Hills um einen der ruhigeren Genrevertreter handelt. Nach dem Motto „Stress ist, was du draus machst“, zimmert ihr gemächlich eure ersten Bau- und Jägerhütten. Bedacht und Beharrlichkeit sind hier angebracht, denn wer allzu schnell drauf los baut, kann sich gelegentlich schon mal in eine Sackgasse manövrieren. 

Alles spielt sich auf prozedural generierten Karten ab. Diese werden bei jeder Runde wieder neu generiert, weshalb keine Map einer anderen zu 100% gleicht. Entgegen dem Ansatz einer richtigen Geschichte, gibt es in Valhalla Hills keine echte Story Kampagne. Das Ziel ist auf allen Karten immer das selbe. Das Portal an der Bergspitze zu erreichen. Das ganze Unterfangen wird später in soweit schwierig, dass die Karten größer und größer werden, und wir mit laufender Spieldauer vor echte logistische Herausforderungen gestellt werden. Denn unserer Wikinger haben verschiedene Grundbedürfnisse wie Hunger oder Schlaf. Anfangs ist es noch recht einfach, den Wünschen unserer Meute nach zu kommen. Später ist jedoch genaues Planen unabdingbar, wenn wir nicht mit einem mal ohne Nahrungsvorräte dastehen möchten. Der Weg zum Portal wird mit jeder Runde ein bisschen größer und irgendwann muss unser Volk auf dem Weg nach oben auch mal Zwischenstopps einlegen, um Rationen einzuwerfen oder zu schlafen. So siedeln wir uns immer ein Stück weiter und achten auf die Wünsche unseres Volks.

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Mittels Wege und Straßen verbinden wir die Produktionsstätten für besseren Warentransport

Wann wir ein Portal öffnen ist zudem immer uns überlassen. Das kommt dem ruhigen Spieltempo zu gute. Kein Timer hetzt uns dabei unser Wikingerdorf zu errichten. Öffnen wir das Portal dann, erscheinen auch schon die Monster, die den Eingang nach Valhalla schützen. Hier haben wir zwei Möglichkeiten mit der Lage fertig zu werden. Sind wir kriegerisch angehaucht, ziehen wir im Vorfeld diverse Armeelager hoch und berufen dort Wikinger als Soldaten ein. Dort rüsten wir sie mit Waffen wie Äxten oder Bögen aus, für die wir natürlich auch eine Waffenschmiede benötigen. Anfangs geht das alles noch recht fix und unsere Wikinger basteln sich aus den verfügbaren Ressourcen auch primitive Waffen. Allerdings werden auch die Portalwächter mit jeder Karte stärker, sodass Schmieden und Minen klar zu empfehlen sind. Zudem sollten wir unsere Krieger auch mit Gold und Bier bei Laune halten, damit diese effizienter die Waffen schwingen. 

Wer den friedlichen Weg gehen möchte, kann den Portalwächtern Opfergaben darbieten. Dazu errichten wir einen Altar und deponieren dort diverse Gaben, mit den wir die Monster beschwichtigen können. Hiermit erreicht Valhalla Hills ebenfalls eine symphatische Komponente. Ob wir kriegerisch oder wirtschaftlich unserer Ziele erreichen, liegt also ganz bei uns. Auch eine Mischung aus beidem ist möglich. Der Weg zum Portal muss aber dennoch erreicht werden. 

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Mit den Portal-Wächtern werden wir entweder durch Opfergaben oder den kriegerischen Weg fertig

Siedeln ohne Ende

Ein echtes Spielende gibt es derzeit nicht, denn durch die prozedural erzeugten Inseln, werden wir immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. So fehlt leider die Motivation auf etwas hinarbeiten zu können. Etwas beschwichtigt wird das aber durch unsere Wikinger, die mit eigenem Namen und Aussehen Ehrenpunkte sammeln. Hat einer unserer Bewohner genug Punkte erreicht, erhält er somit den Zutritt zum Reich von Odin. 

Bei Laune hält uns viel mehr das Freischalten neuer Features die auf neuen Karten zu finden sind. Denn wenn wir zum Beispiel die Grundlagen der Produktion von Waffen und Werkzeug überstanden haben, schalten wir für die nächste Runde Goldschmieden frei, in Folge dessen sich dann auch Goldadern auf der Insel befinden. Somit haben wir zumindest kleine Ziele, auf die wir hinarbeiten können. 

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Die Inseln sind prozedural generiert, lassen aber nach gewisser Zeit etwas optische Abwechslung vermissen

Dennoch stellt sich irgendwann eine gewisse Routine ein. Denn die Art der Inseln sind dank Zufallsgenerator immer dieselbe, woraus sich nach einer bestimmten Zeit, eine gewisser, optischer Abnutzungseffekt einstellt. Ebenso fehlt uns manchmal auch ein wenig Würze, die zum Beispiel konkurrierende Wikinger-Stämme mit einbringen könnten. Klar wir können immer in Ruhe und entspannt unserer Wirtschaft auf Kurs bringen, dennoch hätten die einen oder anderen erzwungenen Scharmützel etwas mehr Tempo rein gebracht. Zumindest eine optionale Lösung wäre hier wünschenswert. 

Ebenfalls Optionen für Verbesserung gibt es beim Interface. Während die Steuerung unserer Wikinger und das managen unserer Ressourcen weitestgehend intuitiv verläuft, wird es bei den Bedürfnissen hin und wieder unübersichtlich. Denn wir sehen nie genau, wie viel es bringt, beispielsweise eine Lagerplatz zu bauen, damit sich unsere Bewohner dort unterhalten können. Eine gesteigerte Effektivität wird zwar versprochen, direkt sichtbar waren die Auswirkungen jedoch nicht. 

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Unsere Wikinger haben eigene Namen und Aussehen und erhalten Ehrenpunkte, um irgendwann in Odins Reich aufgenommen zu werden

Fazit 

Trotz Early Access Status, spielt sich Valhalla Hills ordentlich rund und angenehm. Die grafische Präsentation gefällt dank Unreal Engine 4 ebenfalls, könnte aber noch einen gewissen Feinschliff was Texturen und Details anbelangt, vertragen. Zudem haben wir uns an der doch größtenteils immer gleichen, landschaftlichen Gestaltung, verhältnismäßig schnell satt gesehen.

Das größte Problem könnte aber die fehlende Langzeitmotivation sein, die sich aktuell nämlich nicht herauskristallisiert. Valhalla Hills bringt einen klassischen Siedler-Aufbau-Charme mit, kränkelt aber an mangelnder Komplexität. Denn trotz sich entwickelnder Maps und neuen, wirtschaftlichen Möglichkeiten, stellen sich die finalen Produktionsketten und Bedürfnisse der Bewohner als recht simple heraus.

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Der Grafik-Motor ist dank Unreal Engine 4 flott unterwegs. Etwas mehr Details in der Nahansicht, wären dennoch schön 


Dennoch machen die Stunden mit Valhalla Hills sehr viel Spaß, was nicht zuletzt an der Tiefenentspanntheit liegt, welche der Titel ausstrahlt. In aller Ruhe können wir planen, bauen und entwickeln, ohne uns mit feindlichen Angriffen oder anderweitigen Störmitteln rumschlagen zu müssen. Zudem darf man gespannt sein, wie sich das Spiel in der laufenden Early Access Phase weiter entwickelt. Das Prädikat „Ausgezeichnet“ darf man ohne Probleme dennoch vergeben, denn wer gemütliches Siedeln in äußerst angenehmer Atmosphäre vermisst, findet derzeit kaum eine bessere Möglichkeit. Unsere finale Wertung vergeben wir dann selbstverständlich nach einem Test der fertigen Verkaufsversion.  

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