Activision hat sich mit der E3-Präsentation des nun zehnten Ablegers der Call of Duty-Reihe „Ghosts“ mehr Kritik eingefangen, als Ihnen lieb war. Obwohl es „Next-Gen“ sein sollte, so sahen die Trailer grafisch nicht beeindruckend aus und viele Fans befürchteten, dass das Spiel wieder von dem selben Grafikmotor angetrieben wird, wie Call of Duty 4: Modern Warfare aus dem Jahre 2007. Activision bewarb stattdessen Features, wie z. B. Fische, die vor Tauchern davonschwimmen. Hier geht Activision wieder voll mit dem Trend: Im letzten Jahr gab es in Shootern Pfeil und Bogen, in diesem Jahr sind es halt Tauchgänge. Auf der diesjährigen Gamescom haben wir uns in die lange Warteschlange gestellt und darauf gehofft, endlich mehr zu diesem potentiellen Verkaufshit in Erfahrung zu bringen.
Als wir dann endlich spielen durften, stellten wir fest, dass Call of Duty: Ghosts sich genau wie ein typisches CoD anfühlt. Wer bereits einen der vorherigen Teile gespielt hat, wird sich hier mit der Bedienung schnell anfreunden, da im Gunde nichts verändert wurde. Stattdessen sind einige neue Features hinzugekommen, wie das „tactical-lean”, was dem Spieler ermöglicht, wesentlich vorsichtiger um Ecken zu schauen, als es noch in den Vorgängern üblich war.
Man kann wieder aus vollem Lauf über Hindernisse springen und die Spielgeschwindigkeit ist ebenfalls wieder sehr hoch. Mit Leichtigkeit überwindet man die Tücken, die eine Map bieten kann. Die Maps erinnern vom Setting her an die von Black Ops 2 und wieder einmal spurtet man durch halb-zerstörte Städte und hechtet von Deckung zu Deckung. Alles in allem scheint man ohnehin fast nur noch zu spurten und das führt unweigerlich zu einem schnelleren Spielerlebnis, als je zuvor. Was das Thema Zerstörung angeht, so werden all jene enttäuscht, die darauf hofften, dass man die Spielwelt à la Battlefield 4 zerlegen kann. Zwar lässt sich die ein oder andere Wand sprengen, jedoch auch nur an dafür vorhergesehenen Stellen.

All zu viel zu den Killstreaks gibt es derzeit nicht zu berichten, außer, dass man nach einem fünfer-Killstreak wahlweise einen Hund an seine Seite gestellt bekommt. Dieser warnt den Spieler durch Knurren vor heranrückenden Feinden und greift diese auch ggf. selbstständig an. Allerdings lief das in der Demo noch nicht glatt und wir hoffen, dass Activision nochmals an der KI der Hunde feilt. Call of Duty: Ghosts bietet drei neue Spielvarianten: Cranked, Search and Rescue und Blitz. In Cranked läuft einem die Zeit davon und man muss sich Lebenszeit durch Kills erkaufen. Inspiration und namensgebend für diesen Spielmodus ist offensichtlich der Film „Crank“ aus dem Jahr 2006. Search and Rescue hingegen ist ein Mix aus dem bekannten „Kill Confirmed“ und „Search and Destroy“.
Getötete Spieler verlieren ihre Dogtags, welche vom Gegner bzw. einem Mitspieler aufgesammelt werden können. Schnappt sich der Gegner die Marke, ist die Runde für den Spieler vorbei und er muss den Rest als Zuschauer betrachten. Sollte es jedoch einem Mitglied des eigenen Teams gelingen, die Marke aufzusammeln, ermöglicht dies einen Respawn für den Spieler. In der Spielvariante „Blitz“ besitzen beide Teams ein Portal, durch das der Gegner hindurchlaufen muss. Gelingt das, so wird er wieder in die eigene Basis teleportiert und sein Team bekommt einen Punkt auf’s Teamkonto gutgeschrieben. Zwar sind diese Portale für 10 Sekunden lang gesperrt, nachdem ein Spieler hindurchgelaufen ist, so waren die Matches doch recht schnell vorbei. Diese 10-Sekunden-Sperre soll verhindern, dass ein komplettes Team durchs Portal schreiten kann und demnach ein Spiel innerhalb von wenigen Sekunden gewinnt, dennoch ist dieser Modus sehr rasant und hektisch.
Die Technik von Call of Duty: Ghosts wirkte alles andere als Next-Gen. Trotz schicker Beleuchtung und einem äußerst flüssigem Bildaufbau, ist es nahezu frech, dass Activision wieder einmal nur eine alte, aufgebohrte Grafikengine nutzt. Das es sich hierbei um das Grafikgerüst von Modern Warfare 3 handelt, macht das Spiel auch nicht hübscher. Anders hingegen verhält es sich mit dem Sound. Hier passt alles und Schüsse und Explosionen sind von ohrenbetäubender Brillianz. Das richtige Soundsystem natürlich vorrausgesetzt.

Fazit: Trotz all der Kritik – ganz gleich ob berechtigt oder nicht – ist bereits jetzt klar, dass Call of Duty: Ghosts wieder eines der beliebtesten Multiplayer Shooter werden wird. Auch wenn es nicht unbedingt den Erwartungen an den Begriff „Next-Gen“ genüge tut, so sollte man auch beachten, dass es nicht immer die Technik ist, die ein Spiel spielenswert macht, sondern eher die Spielmechanik – und die ist einmal wieder hervorragend.





























































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