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Bild: PlayStation 5 Controller

Gaming

Sony wegen PlayStation-Store-Preisen mit 2,7-Milliarden-Dollar-Klage konfrontiert

Sony steht in Großbritannien vor Gericht: Eine Sammelklage über rund 2,7 Milliarden US-Dollar (2 Milliarden Pfund) wirft dem Unternehmen vor, über den PlayStation Store überhöhte Preise für digitale Spiele und Ingame-Käufe verlangt zu haben.

Der Fall wird aktuell vor dem Competition Appeal Tribunal in London verhandelt und gehört zu mehreren großen Wettbewerbsverfahren gegen Technologieunternehmen, die seit Anfang 2025 in Großbritannien laufen.

Millionen PlayStation-Nutzer betroffen

Die Klage wurde im Namen von etwa 12,2 Millionen PlayStation-Spielern in Großbritannien eingereicht.

Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Sony seine Kontrolle über den digitalen Vertrieb auf PlayStation-Konsolen missbraucht habe.

Konkret argumentieren die Kläger, dass:

  • digitale PlayStation-Spiele ausschließlich über den PlayStation Store verkauft werden dürfen
  • dadurch kein Wettbewerb im digitalen Vertrieb entstehen kann
  • die Preise für digitale Spiele deshalb künstlich hoch bleiben

Der Fall deckt digitale Käufe zwischen 19. August 2016 und 12. Februar 2026 ab.

Verbraucherinitiative führt die Klage

Die Sammelklage wird von der britischen Verbraucherschützerin Alex Neill angeführt.

Sie argumentiert, Sony habe seine marktbeherrschende Stellung genutzt, um Konsumenten über Jahre hinweg zu hohe Preise zu berechnen.

„Sony hat diese Position missbraucht, indem Verbraucher zu viel für digitale Inhalte zahlen mussten“, erklärte Neill.

Die Klage läuft unter dem Namen „The Sony PlayStation Claim“.

Über die Website PlayStation You Owe Us konnten betroffene Nutzer zuvor prüfen, ob sie Teil der Klage sind und sich dafür registrieren. Die Anmeldefrist ist mittlerweile abgeschlossen.

Beispiel für angeblich überhöhte Preise

In den Gerichtsunterlagen wird unter anderem das Spiel Assassin’s Creed Shadows als Beispiel genannt.

Laut Klägerseite kostet das Spiel im PlayStation Store rund 70 Pfund, während die physische Version bei einem britischen Händler wie Currys etwa halb so teuer verkauft werde.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die 30-Prozent-Provision, die Sony bei digitalen Verkäufen über den PlayStation Store verlangt.

Zum Vergleich: Auf PC-Plattformen mit stärkerem Wettbewerb liegen die Gebühren teilweise deutlich niedriger.

Sony weist Vorwürfe zurück

Sony bestreitet die Anschuldigungen entschieden.

Das Unternehmen argumentiert, dass es über Jahre Milliarden in den Aufbau eines integrierten PlayStation-Ökosystems investiert habe.

Zudem verweist Sony darauf, dass ähnliche digitale Store-Strukturen auch bei anderen Plattformen existieren, etwa bei:

  • Nintendo
  • Microsoft Xbox

Nach Angaben des Unternehmens seien die Preise für digitale Inhalte vergleichbar mit denen auf anderen Plattformen sowie mit physischen Spielversionen, wenn man das gesamte Konsolenökosystem berücksichtigt.

Sony erklärte außerdem, dass Spieler und Publisher bei unfairen Preisen schlicht auf andere Plattformen ausweichen würden.

Weitere Klagen weltweit möglich

Die beteiligten Anwälte – darunter die Kanzlei Milberg London – erklärten, dass ähnliche Verfahren derzeit auch in anderen Ländern vorbereitet oder bereits eingeleitet wurden, darunter:

  • Australien
  • Niederlande
  • Portugal

Der Ausgang des Verfahrens in Großbritannien könnte daher weitreichende Folgen für digitale Vertriebsplattformen im Gaming-Markt haben.

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