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StarCraft 2

StarCraft 2(013) – Ein Rückblick auf das Jahr im eSport

imageWie schon 2012, wurde auch in diesem Jahr der letzte nennenswerte Titel in Krefeld vergeben, denn mit dem Gewinn des Acer TeamStory Cups, schrieb Team Acer die letzte große Erfolgsgeschichte des Jahres. Ehe es nach den Feiertagen wieder zur Sache geht und der Titelkampf aufs Neue beginnt, möchten wir einen Blick auf die Ereignisse der letzten zwölf Monate werfen, um euch die Möglichkeit zu geben, die wichtigsten und imposantesten Geschehnisse noch einmal zu durchleben. Neben dem Erscheinen von Heart of the Swarm und der gewaltigen Veränderung der Turnier-Szene durch die WCS, blicken wir auch auf besondere Leistungen zurück, die von einzelnen Spielern erbracht wurden und noch einmal beleuchtet werden sollten.

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Das Ende von Wings of Liberty
Zu Beginn des Jahres war Geduld gefragt, denn kaum hatte der Januar begonnen, sehnten sich die StarCraft-Fans bereits nach dem 12. März, dem Erscheinungsdatum der Erweiterung „Heart of the Swarm“. Ein Großteil der Spieler verbrachte die Zwischenzeit mit dem Spielen der Beta, um sich bereits vor der Veröffentlichung mit den neuen Einheiten, den vorgenommenen Änderungen und den damit verbundenen Möglichkeiten vertraut zu machen, wodurch Wings of Liberty für immer mehr Zuschauer an Attraktivität verlor. Dieser Tatsache war es womöglich auch geschuldet, dass in den ersten Monaten kaum nennenswerte Turniere ausgetragen wurden. Lediglich die Intel Extreme Masters boten den Spielern die Chance, mit einem Titel in das neue Jahr zu starten, als sie erstmals Station im polnischen Katowice machten und neben dem Triumph von Kang ‚First‘ Hyun Woo, blieb besonders die atemberaubende Atmosphäre im Gedächtnis der Anwesenden.

Lee ‚Life‘ Seung Hyun gelang wenige Tage später, mit dem Gewinn des Iron Squid in Paris, ein besonderer Erfolg. Der Koreaner sicherte sich mit diesem Triumph den inoffiziellen Titel des „Triple Crown“ – Es beschreibt den Sieg eines großen Turniers in jeder der drei Regionen – Korea, Europa und Nordamerika, was vor ihm erst zwei Spielern gelungen war. Wenige Wochen später, sicherte sich Shin ‚RorO‘ No Yoel den letzten großen Titel in Wings of Liberty, der Sieg in der GSL sollte jedoch der erste und bislang letzte Triumph des Koreaners sein. Drei Tage nach diesem Erfolg, sollte das Warten ein Ende haben: StarCraft II: Heart of the Swarm kam auf den Markt und auch die Turnier-Szene wurde aktiver.

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Der Beginn eines neuen Kapitels
Noch bevor die Erweiterung veröffentlicht wurde, begann das Saisonfinale der Intel Extreme Masters, auf dem der neue Titel bereits gespielt wurde. Erstaunlicherweise gingen die vier vordersten Plätze allesamt an Spieler vom Team Incredible Miracle und beinahe wäre es First gelungen, auch diese IEM für sich zu entscheiden. Im Finale wurde er jedoch von seinem Teamkollegen Choi ‚YoDa‘ Byung Hyun dominiert und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Dominanz lautete auch das Stichwort bei der MLG in Dallas, denn selten war ein Spieler so sehr auf den Gesamtsieg favorisiert, wie Life an diesem Wochenende. Es war nahezu beängstigend, wie sich der 16-jährige präsentierte und in jedem Matchup nahezu unbesiegbar schien. Mit dem Sieg über Lee ‚Flash‘ Young Ho im Finale, wurde Life seiner Favoritenrolle gerecht und galt mit Abstand, als bester Spieler der Welt, von seinem anschließenden Leistungsabfall war in diesem Moment noch nichts zu erahnen. Doch auch andere Spieler standen zu diesem Zeitpunkt vor einer Zerreißprobe, denn mit dem Erscheinen von Heart of the Swarm sollte sich einiges ändern und die Dominanz der Zerg war schlagartig beendet. Der Russe Artem ’sLivko‘ Garavtsov beispielsweise, war seither nur selten auf der großen Bühne zu sehen und auch der polnische Vorzeige-Spieler Artur ‚Nerchio‘ Bloch musste zunächst eine Schwächephase durchleben, ehe er an frühere Leistungen anknüpfen konnte.

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Die WCS krempelt die Szene um
Nach dem Erscheinen von Heart of the Swarm und dem 15. Jubiläum der StarCraft-Reihe, vermeldete Blizzard einen weiteren Höhepunkt. Am 03. April wurde das System der World Championship Series vorgestellt, welches seither auf nahezu jedem größeren Turnier präsent ist, denn seither sind Preisgelder für viele Spieler nur noch zweitrangig und es wird sich an WCS-Punkten gemessen. Bereits die erste Saison, schrieb eine der erstaunlichsten Geschichten des Jahres, beginnend mit dem Triumph von Lee ‚INnoVation‘ Shin Hyung in der Todesgruppe der Code S, zusammen mit Life, Flash und Won ‚PartinG‘ Lee Sak. In den anschließenden Playoffs konnte er sowohl den Titelverteidiger RorO, als auch den, bis zu diesem Zeitpunkt, ungeschlagenen Kang ‚Symbol‘ Dong Hyun bezwingen und traf im Finale auf einen weiteren Zerg. Kim ‚Soulkey‘ Min Chul ging als Außenseiter in die entscheidende Partie und musste die ersten drei Maps allesamt abgeben, womit INnoVation früh vor dem erwarteten Sieg stand. Wer an dieser Stelle abschaltete, dürfte sich bis heute darüber ärgern, denn Soulkey konnte sich eindrucksvoll zurückkämpfen und drehte die Partie zu seinen Gunsten. Eine solche Aufholjagd hatte es in der Geschichte der GSL zuvor noch nie gegeben. Ebenso erstaunlich ist, wie sich INnoVation nach diesem Rückschlag präsentierte, denn schon acht Tage später stand er im Finale der Global Finals und machte mit einem deutlichen Sieg über Soulkey’s damaligen Teamkollegen Kim ’sOs‘ Yoo Jin seine Schmach vergessen.

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Die Sonne scheint auf Team Liquid
Die Krone Nordamerikas sollte zuvor an Song ‚HerO‘ Hyeon Deok gehen. Der Koreaner konnte in den Gruppenphasen jede Map für sich entscheiden und auch in den Playoffs führte kein Weg an dem Protoss von Team Liquid vorbei, womit sich HerO 20.000 US-Dollar sicherte. Bald darauf und pünktlich zum Sommeranfang, fand in Krefeld die siebte Ausgabe des HomeStory Cups statt und sollte ebenfalls erfolgreich für das Team von Victor Goossens verlaufen. Zunächst konnte sich der Deutsche Dario ‚TLO‘ Wünsch den dritten Platz sichern und fuhr somit den bisher größten Erfolg seiner Karriere ein. Im Finale stand Jens ‚Snute‘ Aasgaard kurz vor der erfolgreichen Titelverteidigung, musste sich beim Stand von 3:3 jedoch seinem koreanischen Teamkollegen Yoon ‚TaeJa‘ Young Suh beugen, der damit den ersten, seiner insgesamt fünf Titel in diesem Jahr einheimste.

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Europas Krone wird neu vergeben
Nachdem er in der ersten europäischen WCS-Saison noch das Finale erreichen konnte, musste sich Ilyes ‚Stephano‘ Satouri in der darauffolgenden Saison bereits in der zweiten Gruppenphase aus dem Turnier verabschieden und beendete mit diesem Ausscheiden seine Karriere, um sich voll auf sein Studium konzentrieren zu können. Während seiner 30 Monate als StarCraft-Profi konnte Stephano über 230.000 US-Dollar an Preisgeld einstreichen und gehörte damit zu den erfolgreichsten Spielern weltweit. Da Stephano lange Zeit als bester Europäer galt, war die Lücke, die er hinterließ, dementsprechend groß, Johan ‚NaNiwa‘ Lucchesi bewies jedoch schon in den Monaten zuvor, dass er das Erbe antreten würde. Auf der DreamHack Open in der schwedischen Hauptstadt Stockholm, konnte er Größen wie Jang ‚MC‘ Min Chul und Lee ‚Jaedong‘ Jae Dong ausstechen und musste sich erst im Finale, Lee ‚Leenock‘ Dong Nyoung knapp geschlagen geben.

Auch in Nordamerika stach eine Person aus der Masse hervor. Während sie zu Zeiten von Wings of Liberty nur selten auf internationaler Bühne brillieren konnte, gelang es Sasha ‚Scarlett‘ Hostyn in der zweiten Saison der nordamerikanischen WCS beinahe, das Finale zu erreichen. Auf ihrem Weg konnte die Kanadierin den damaligen Titelträger HerO bezwingen und musste sich zuletzt nur knapp Jaedong geschlagen geben, der sie auf der entscheidenden letzten Map mit einem frühen Pool überraschte und somit das Finalticket löste. Für NaNiwa und Scarlett sollte auch der Rest des Jahres erfolgreich verlaufen und kurz vor den Weihnachtstagen trafen sie erstmals seit Wings of Liberty aufeinander, um zu entscheiden, wer derzeit der beste „Foreigner“ der Welt ist. Es sollte das größte Showmatch in der Geschichte von StarCraft II werden und mit dem glücklicheren Ausgang für NaNiwa enden.

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Von 0 auf 100 in einer Saison
Die dritte und letzte WCS-Saison des Jahres stand vollends im Zeichen eines Spielers. In der Proleague gehörte er zwar bereits zu den erfolgreichsten Akteuren und verhalf, in INnoVations Schatten, seinem damaligen Team stx Soul (später SouL) zum Titel, auf Einzelwettbewerben konnte Baek ‚Dear‘ Dong Jun jedoch keine großen Erfolge vorweisen. Mit dem Gewinn der koreanischen WCS, dem renommiertesten StarCraft-Wettbewerb, sollte sich dies jedoch schlagartig ändern. Im Halbfinale gelang es ihm überraschend, den damaligen Titelträger Cho ‚Maru‘ Sung Choo zu bezwingen und traf im Finale auf Eo ’soO‘ Yoon Su, der mit dem Sieg über Soulkey, ebenfalls einen ehemaligen Champion schlagen konnte. Acht Tage nach seinem anschließenden Triumph über soO, bewies Dear, dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war und sicherte sich auch den Titel des globalen WCS-Champions. Solch ein zweifacher Erfolg in der WCS war vor ihm noch niemandem gelungen und bescherte dem Koreaner 60.000 US-Dollar binnen kürzester Zeit. Kurz darauf, stand ein anderer Protoss ganz oben auf dem Treppchen. sOs konnte mit dem Gewinn der Grand Finals der World-Championship-Series, das exklusivste und höchstdotierte Turnier für sich entscheiden. Zuvor konnte sOs zwar schon einige Male eine gute Platzierung in großen Turnieren erlangen, für einen Titel hat es bis zu diesem Zeitpunkt jedoch nie gereicht. Der Erfolg auf dem Abschluss-Event der diesjährigen WCS brachte ihm satte 100.000 US-Dollar und den Titel des weltweiten Champions, der mindestens zwölf Monate Bestand haben wird.

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Zwei besondere Geschichten
Bis zum Anfang des Dezembers war Jaedong von Evil Geniuses einer der größten Gewinner und doch eine der tragischsten Figuren der Szene. Die Brood War-Legende stand in diesem Jahr insgesamt achtmal im Halbfinale eines großen Turniers, sechsmal gelang sogar der Sprung in das große Finale. Für einen Titel hat es jedoch erst im letzten Anlauf, auf der ASUS ROG im norddeutschen Neumünster gereicht. Zuvor musste Jaedong teils vernichtende Niederlagen in den Endspielen hinnehmen. Besonders bitter verlief die zweite Saison der WCS, in der er im nordamerikanischen Finale gegen Choi ‚Polt‘ Seong Hun verlor, ohne eine Map für sich entscheiden zu können und auf den Global Finals, gegen Choi ‚Bomber‘ Ji Sung auf dieselbe Weise unter die Räder kam.

Im Gegensatz zu Jaedong, beendet Kim ‚Sora‘ Jung Hoon das Jahr zwar ohne einen Titel gewonnen zu haben, er schrieb jedoch eine der verblüffendsten Geschichten der letzten zwölf Monate. Im Qualifikationsturnier zu den diesjährigen World Cyber Games gelang es Sora, der als absoluter Außenseiter angetreten und nur den wenigsten Zuschauern bekannt war, Größen wie Bomber, Lee ‚Curious‘ Won Pyo und Soulkey zu bezwingen, ohne auch nur eine Map zu verlieren. Mit diesen beeindruckenden Leistungen gelangte der Protoss bis in das Finale, musste sich dort jedoch PartinG geschlagen geben. Die Teilnahme an den World Cyber Games war ihm dennoch gelungen und auch dort präsentierte er sich in Bestform. Nachdem er alle Kontrahenten in seiner Gruppe bezwungen hatte, gelang ihm im Halbfinale sogar die Revanche an PartinG. Im großen Finale konnte er zwar erneut in Führung gehen, musste sich im Endeffekt jedoch Soulkey geschlagen geben, dürfte über den zweiten Platz und 15.000 US-Dollar jedoch alles andere als unglücklich gewesen sein.

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Die Szene im Wandel
Neben diesen Erfolgsgeschichten, blieben jedoch auch unerfreuliche Schlagzeilen im Gedächtnis. Die MLG Columbus nahm StarCraft II erstmals aus ihrem Programm, namhafte Teams wie SouL und Woongjin Stars schlossen für immer ihre Pforten und nahezu wöchentlich gab ein Spieler sein Karriereende bekannt. Gab es im vergangen Jahr noch 24 Abgänge zu vermelden, waren es in den vergangenen vier Quartalen insgesamt 64 Spieler, die die Tastatur an den Nagel hingen. Mit Lee ‚MarineKing‘ Jung Hoon ging zudem eine der bekanntesten Persönlichkeiten, um sein Glück mit League of Legends zu probieren.  Die zahlreichen Abgänge mögen zum Teil auch dem Format der WCS geschuldet sein, welches von Beginn an Angriffsfläche bot und einen der größten Kritikpunkte darstellte. Besonders die freie Wahl der Region wirkte abschreckend, da dies zur Folge hatte, dass alle Regionen (Korea, Europa und Nordamerika) von Koreanern dominiert wurden. Das höhere Niveau der koreanischen Spieler, im Gegensatz zu ihren Kollegen aus dem Rest der Welt, ist seit jeher vorhanden, dass jedoch alle größeren Turniere ausschließlich von Koreanern gewonnen wurden, ist einmalig. Um dem entgegen zu wirken, präsentierte Blizzard kürzlich das Format für die kommende Ausgabe der WCS, in der die Plätze für Spieler, die in der Region nicht heimisch sind, begrenzt werden. Es bleibt abzuwarten, wie dies in der Praxis aussehen wird und ob die erhofften Ergebnisse dadurch erzielt werden können. Bislang sprechen die meisten Experten von einem guten Ansatz, wünschen sich jedoch eine konsequentere Umsetzung. Unabhängig davon, lässt sich schon jetzt mit Gewissheit sagen, dass das kommende Jahr deutlich actionreicher beginnen wird, als noch 2013, denn neben der WCS und der Proleague, werden auch die Intel Extreme Masters nicht lang auf sich warten lassen, womit von Beginn an für beste Unterhaltung gesorgt sein wird. 

Fotos: Battle.net, Electronic Sports League, Kevin Chang for Team Liquid, TaKeTV, GosuGamers, R1CH_TL

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