Vor kurzem haben wir in unserem Report „zwischen Aufschwung und fehlender Anerkennung: Frauen im E-Sports“ begleitend zur Girls’Day-Aktion von Tt eSPORTS einen ersten Blick ins komplexe Thema Female-Gaming geworfen. Doch letztendlich können natürlich die Spielerinnen selbst am besten einschätzen, wie es derzeit um zockende Mädchen und Frauen im wettbewerbsmäßigen Spielen steht. Wir haben mit Anastasia und Charline über ihr Hobby gesprochen, zwei Spielerinnen, die bereits seit rund 10 Jahren aktiv Counter-Strike spielen und gemeinsam Teil des Female-Teams von pod virtual gaming sind. Zudem beantwortete uns Anne Müller, Sales Managerin der 4Players Liga, die Frage, ob eigene Ligen für Frauen überhaupt Sinn machen.
Anastasia (nAsty) und Charline (TerrorBabe) sind zwei absolute Urgesteine was Female-Gaming angeht. Charline hat sich bereits vor 10 Jahren zum ersten Mal auf einen Counter-Strike-Server gewagt und spielte bereits zuvor Spiele wie Tekken, Resident Evil oder Silent Hill an der Konsole. Auch Anastasia ist schon seit vielen Jahren dabei. CS spielt die 23-Jährige bereits seit zirka neun Jahren.
escene.de: Wie nehmt ihr derzeit das Female-Gaming im E-Sport wahr? Ist es nur ein „Marketing Gag“ für Clans und Sponsoren oder ein ernstzunehmender Wettbewerb?
TerrorBabe: In meinen Augen wird Female Gaming immer mehr zu einer ernstzunehmenden Sparte des E-Sport. Gerade internationale Turniere gewinnen immer mehr an Stellenwert und wir haben auch in Deutschland Mannschaften, die die Anforderungen an diese Turniere erfüllen (z.B. das CS:GO-Female-Team von n!faculty oder Team Alternate) und auch gute Ergebnisse erzielen.
TerrorBabe: Ich denke schon, dass es für Frauen immer noch etwas ungewöhnlich ist, nichtsdestotrotz wird Gaming von meinem Umfeld sehr gut akzeptiert. Im ersten Moment sind die Leute meistens erstaunt, wenn man erzählt, dass man in seiner Freizeit CS zockt, aber dann sind die meisten Menschen doch interessiert und Fragen auch nach was man genau macht und wie das alles funktioniert.
nAsty: Ich spreche oft über mein Hobby und die Menschen in meiner Umgebung gehen relativ entspannt damit um. Natürlich gibt es Situationen wo ich über mein Hobby schweige, da Computerspiele oft bei Menschen, die nicht in Kontakt damit sind, ein negatives Bild hervorrufen (z.B. Arbeit). Ich denke aber, dass es nicht mehr so ungewöhnlich ist wie vor einigen Jahren, es löst immer eine gewisse Neugier bei den Menschen aus, vor allem bei den Herren.
Was wären eure Wünsche für’s Female-Gaming? Was sollte sich verändern, was muss verbessert werden?
nAsty: Da es im vergleich zu den Herren sehr wenige weibliche Teilnehmer gibt, hoffe ich auf mehr internationale Turniere, so dass man die Möglichkeit hat gegen viele Teams zu spielen und nicht dass ein Turnier nur aus 6-8 Teams besteht und davon 3-4 während des Turniers abspringen. Natürlich wünsche ich mir auch ein professionelles Support-Team und ein stabiles Regelwerk. Und mehr Beständigkeit der weiblichen Teams.
Gibt es ein besonders positives oder negatives Erlebnis, das ihr als Spielerinnen in eurer aktiven Zeit gemacht habt?
nAsty: Gewiss gibt es positive als auch negative Erlebnisse, leider überwiegen die negativen Ereignisse, sodass ich mich eher mit Vorsicht an neue Events der Female-Szene rantaste. Die Maßstäbe sind durch unsere männliche Konkurrenz sehr hoch gesetzt und dementsprechend möchten wir gleich behandelt werden, doch leider sind wir noch weit davon entfernt.
Foto: gamescom.de





























































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