Die Unreal Engine sieht immer noch gut aus – das beweist
auch das Spiel „A Story About My Uncle“ von Gone North Games mit wunderschön gestalteten
Landschaften. Es ist das erste Produkt des jungen Entwicklerstudios, welches von neun Studenten gegründet wurde. Das Jump ’n’Run hat durchaus seine besonders hübschen Seiten, konnte mich im Endeffekt jedoch nicht voll und ganz überzeugen. Warum, das verrate ich euch in meinem Test.
Wie es der Name des Spiels vielleicht schon verrät, geht es
um die Abenteuerreise des Onkels der Hauptperson. Anfangs beginnt das Spiel damit, dass der namenlose Hauptcharakter seiner Tochter eine Gutenachtgeschichte über seinen verschollenen Onkel Fred erzählt. Dann versetzt uns das Spiel zeitlich an den Punkt, an dem sich der noch junge Neffe auf die Suche nach seinem Onkel begibt: Fred ist ein Erfinder und experimentiert gerne –
dabei hat er schon oft seinen Neffen mitgenommen, der bereits in jungen Jahren auf den Reisen
mit dabei ist. Als Fred von einer Entdeckungstour auf eigene Faust nicht zurückkehrt, macht sich
die besorgte Hauptperson auf die Suche nach ihm. Dabei nimmt er die technischen Errungenschaften seines Onkels zur Hilfe, die er im verlassenen Observatorium des Erfinders entdeckt. Im Laufe
der Geschichte verschlägt es den jungen Abenteurer in tiefe Höhlensysteme, in
denen er ein seltsames Volk entdeckt, das scheinbar bereits Bekanntschaft mit
Fred gemacht hat. Wie die aufregende Reise ihr Ende findet, möchte ich hier
allerdings nicht verraten.
Leider ist die Geschichte nicht besonders spannend inszeniert – sie wird
lediglich von der Erzählstimme, ähnlich wie bei Bastion, und späteren Nebencharakteren in kurzen Dialogen getragen. Das ist jedoch nicht besonders dramatisch, da die Story
an sich nicht komplex ist und sich gut und gerne auf diese Weise erzählen lässt.
Da es sich hier um einen Platformer handelt, geht es vordergründig darum, sicher von Insel zu Insel zu gelangen. Dabei stehen uns die Hilfsmittel von Fred zur Verfügung, mit denen wir nach kurzer Aufladezeit hoch und weit springen oder mit einer Art Greifhaken Oberflächen aus bestimmter Entfernung packen und uns daran durch die Lüfte schwingen können. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, nach einem kurzen Anlauf sehr weit zu springen, anstatt nach oben katapultiert zu werden.
Unsere technischen Gerätschaften werden durch eine mysteriöse Kraft betrieben und ihre Benutzung ist in der Luft beschränkt, bei Bodenkontakt laden sich die Energiereserven, von denen wir bis zu drei im Laufe des Spiels erhalten werden, wieder vollständig auf.
Je weiter wir die unbekannten Welten und Höhlensysteme erkunden, desto beschwerlicher wird das Vorankommen – hier ist unser Geschick gefragt. Dabei müssen wir Sprünge, Greifhaken und die später erhaltenen Raketenstiefel richtig kombinieren, um mit der verfügbaren Energie den nächsten festen Boden unter den Füßen erreichen zu können. Prinzipiell ist das ein solides Gameplay, das nach einigen Stunden aufgrund der langen bodenlosen Passagen sogar recht fordernd werden kann, wird aber auch schnell eintönig, da die Level alle ähnlich aufgebaut sind und wenig spielerische Abwechslung aufkommt. Zusätzlich kommt noch ein kleiner und frustrierender Faktor in der Technik hinzu: Die Kollisionsboxen der Platformen, die uns vor dem sicheren Absturz retten, sind an einigen Stellen nicht ganz präzise. Das kann dazu führen, dass wir von einem sicher geglaubten Stand am Rand eines Felsvorsprungs blöderweise einfach abrutschen und uns unser erleichtertes Aufatmen schnell im Halse steckenbleibt. Zum Glück kommt das nicht oft vor und somit kann ich mich darüber hinwegtrösten – ärgerlich ist es trotzdem.
Trösten kann ich mich auch mit dem Look von A Story About My Uncle, denn der ist wirklich fantastisch. Wie eingangs schon erwähnt präsentiert sich der Titel mit der Unreal Engine in voller Pracht. Dass es sich hierbei nicht um
einen AAA-Titel handelt, fällt natürlich sofort auf und das will dieses Spiel
auch gar nicht sein. Ein wunderbarer Vergleich lässt sich hier zu Brothers: A
Tale oft two Sons ziehen: Obwohl Texturen oder Kantenglättung nicht im
Vordergrund stehen, sind beide Titel trotzdem schön anzuschauen. Das liegt ganz
einfach am Zusammenspiel von Licht und Farben, wodurch die vielen Kulissen erst zu ihrer richtigen Atmosphäre gelangen. Vor allem die Weitläufigkeit einiger Level-Abschnitte sind sehr gelungen – seltsam glimmende Edelsteine und schwebende Inseln so weit das Auge reicht: Hier macht man in Sachen Atmosphäre und Grafik fast keine Fehler, lediglich ein wenig mehr Details wären wünschenswert gewesen, da zum Beispiel Gesichter recht starr aussehen.
| A Story About My Uncle | |||||||||||||
| Publisher: | Coffee Stain Studios | Releasetermin: | 28.05.2014 | Preis: | 12,99 Eur | Plattform: | PC (Steam) | ||||||
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