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Test: Dark Souls 2 – Sterben, sterben und nochmal sterben

imageIm Jahre 2009 erschien mit Demon Souls ein Rollenspiel, das jeden Playstation 3-Spieler in den Wahnsinn trieb. Mit einem Schwierigkeitsgrad, den es in der letzten Konsolen-Generation noch nie gab, wurde das Spiel schnell zu einem Geheimtipp. Im Jahr 2011 wurden die Fans mit einem neuen Teil der Souls-Reihe beglückt. Mit Dark Souls wurden die Fehler aus dem ersten Teil behoben und das Gameplay weiter verfeinert. Es konnten auch nun Xbox 360- und PC-Besitzer in den Genuss kommen. Mit 2,3 Millionen verkauften Einheiten trafen die Entwickler wieder ins Schwarze. Nach nur drei weiteren Jahren können Spieler aus aller Welt mit Dark Souls 2 nun endlich wieder auf die brutalen Gegner eindreschen oder es zumindestens versuchen. Ob die Entwickler mit der PC-Version von Dark Souls 2 die Fehler der Portierung des ersten Teils besser hingekriegt haben, erfahrt ihr bei uns.



Wir spielen einen reisenden Untoten, der ein Heilmittel für den „Fluch der Untoten” zu finden versucht. Dazu reisen wir in einer Welt zwischen Leben und Tod. Am Boden dieser „Zwischenwelt” angekommen sehen wir, dass unser Charakter mehr tot als lebendig zu sein scheint. Nach unseren ersten Schritten finden wir ein kleines Haus vor, das drei alte Damen beherbergt. Diese erklären uns, was von nun an unsere Aufgabe sein wird. Wir sollen die vier „großen Seelen” von jeweils vier mächtigen Gegnern besorgen und den König dieser verfluchten Ländereien finden. Dieses Reich trägt den Namen Drangleic. In diesem treffen wir auf freundlich Gesinnte und natürlich massig Gegner, die es in sich haben. Wir kommen in dem kleinen Dörfchen Majula an, das als eine Art Hauptposten dient, denn nur hier können wir unseren Charakter aufleveln, Waffen beim dortigen Schmied aufbessern oder sonstige nützliche Gegenstände beim Händler kaufen. Hierbei sind wir unserem Schicksal überlassen, es gibt keine Quests – wir müssen selbst zurecht kommen. Später laufen wir so durch verfallene Burgen, gruselige Wälder oder auch dunkle Verliese. Wo man anfängt, ist einem selbst überlassen.

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Auf dem Weg, dem Fluch ein für alle Mal den Garaus zu machen, stellen sich natürlich zahlreiche Gegner in den Weg, von relativ harmlosen Gegnern bis hin zu denen, die einem manchmal das Leben schwer machen können. Natürlich gibt es auch mal richtig fiese Bosskämpfe, in denen ihr wohl sehr oft sterben werdet. Sterben steht bei der „Souls”-Reihe an der Tagenordnung. Ingesamt wurde auf allen Plattformen ingesamt bereits 417 Millionen Mal in Graß gebissen. Wer es schafft, erfolgreich Gegner zu schnetzeln, erhält Seelen. Diese Seelen sind eine Art „Universal-Währung” in der „Souls”-Reihe. Mit diesen könnt ihr euch aufleveln, auch Gegenstände oder eure Waffen aufbessern. Vor allem das Leveln wird, je nachdem, wieviele Stufenanstiege ihr gemacht habt, teurer. Auch viele Items werden meist für hohe Preise verkauft. Hierbei sollte man vorsichtig sein, da man beim Tod seine Seelen verliert. Diese muss man an dem Punkt, wo man gestorben ist, aufsammeln. Falls ihr es nicht lebend zu euren Seelen schaffen solltet, verschwinden diese.

Falls ihr als Untoter oft den Löffel abgebt, werdet ihr feststellen, dass eure Lebensleiste begrenzt wird. Ihr erhaltet auch im Laufe eures Abenteuers sogenannte „Menschlichkeit”. Diese könnt ihr an den Lagefeuern, die ihr auf eurem Weg entfacht, einlösen. Mit der Menschlichkeit könnt ihr eurem Alter Ego wieder eine lebendige Hülle verpassen. Dies dient nicht nur der Kosmetik, sondern die Menschlichkeit lässt die Begrenzung eurer Lebenleiste verschwinden und ihr könnt sogenannte „Schatten” oder „Phantome” rufen. Das sind echte Spieler, die euch bei Bosskämpfen oder anderen schweren Aufgaben helfen können. Auch ihr könnt mit dem „Speckstein” Symbole setzen um anderen zu helfen, aber Vorsicht, während ihr menschlich seid, könnt ihr von anderen Spielern in eurer Welt angegriffen werden, dies geschieht zufällig. Auch ihr könnt natürlich auf andere Jagd machen. Ihr solltet dennoch auf eure Menschlichkeit aufpassen, da diese begrenzt ist und beim Tod erlischt, sodass ihr eine neue Menschlichkeit verbrennen müsst.

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Auf eurem Weg werdet ihr auch Leichen oder Kisten finden, in denen ihr Seelen, Waffen, Rüstungen und andere nützliche Items finden könnt. Hierbei sollte man vor allem bei manchen Kisten aufpassen, da diese euch auch mal gerne auffressen oder mit einer Giftwolke vergiften. Es gibt auch andere fiese Fallen. Neu bei den Lagerfreuen ist nun, dass ihr direkt von entfachtem Lagerfeuer zu Lagerfeuer reisen könnt, somit müsst ihr nicht mehr wie im ersten Teil mühsam von A nach B und wieder zurück laufen. An Lagerfeuern könnt ihr auch eure Estus-Flakons und euer Leben auffüllen, leider werden am Lagerfeuer alle Gegner, die ihr zuvor getötet habt, wieder erscheinen. In Dark Souls 2 habt ihr ein ganzes Arsenal von Waffen: Von Dolchen über Ultra-Zweihänder, Zauberstäbe, Lanzen, Äxte, Hämmer, Speere, Hellebarden, Faustwaffen, Peitschen, Glocken, Sensen, Schilde, Zweischneider bis zu Zaubern, Bomben, Pfeilen und Bögen aller Art. Hierbei werden euch keine Grenzen gesetzt. Ihr wollt einen Kämpfer mit zwei Schwertern oder vielleicht gleich den Riesenhammer, der das Gelee aus euren Gegnern quetscht? Kein Problem.

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Was wären aber die ganzen schönen Waffen ohne ein Kampfsystem? Das Kampfsystem in Dark Souls unterscheidet sich kaum von den anderen „Souls”-Teilen. Ihr könnt entweder zwei Waffen in der Hand halten, ein Schild und ein Schwert, oder auch andere Kombinationen erstellen. Mit jeder Waffe habt ihr verschiedene Angriffe, diese führt ihr mit den Angriffstasten aus. Mit dem Schild könnt ihr feindliche Attacken abblocken, den Gegner zurückdrücken, während ihr mit den Waffen einen leichten oder schweren Angriff ausführen könnt. Mit zwei Waffen könnt ihr sogar richtige Kombos ausführen. Falls ihr für eine Waffe noch zu schwach seid, könnt ihr diese per Knopfdruck mit beiden Händen halten. Im Kampf könnt ihr Ausweichrollen ausüben, die euch meistens vor den starken Angriffen der Gegner beschützen oder auch springen, um an Schluchten vorbeizukommen. Aus luftiger Höher könnt ihr euch auf Gegner fallen lassen und diesen mit einem heftigen Fallhieb viel Schaden zufügen. Leute, die das Spiel schon durchgespielt haben, können ein neues Spiel mit einem höheren Schwierigkeitsgrad beginnen. Wem dies noch zu lasch ist, der spielt das noch einmal in einem höheren Schwierigkeitsgrad und wird mit einem noch höheren Schwierigkeitsgrad belohnt. Hierbei kann das Spiel gern mal locker 700 Stunden oder gar mehr verschlingen.

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Das Art Design und die Kulisse in Dark Souls 2 richten sich mehr an ein dunkles mittelalterliches Fantasy-Setting, das von Mythen und Legenden nur so sprudelt. Von Majula aus mit seinem schönen Ausblick bis hin zu riesigen Burganlagen, verlassenen Wäldern, muffigen Kanälen und dunklen Höhlen. Jedes Level ist voll von gruseligen Kreaturen, die nur darauf warten, euch nochmal ins Jenseits zu befördern. Von mächtigen Endgegnern, die mal gar so riesig wie ein dreistöckiges Haus sein können, oder auch uralten Drachen ist alles da. Auch die Waffen, Rüstungen und Items sind liebevoll gestaltet. Manche Schilder kamen von einem Community-Designwettbewerb, den die Entwickler eigens veranstaltet hatten. Auch soundtechnisch macht das Spiel einen ordentlichen Eindruck. Den Soundtrack hört man erst dann, wenn er gebraucht wird und dieser hat es in sich. Größtenteils werdet ihr kaum Musik hören, doch das ist nicht so schlimm, da es die Atmosphäre eher noch verstärkt, denn es ist einsam und bedrohlich zugleich.

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Die Steuerung in der PC-Version von Dark Souls 2 hat sich enorm verbessert. Während man im ersten Teil noch nicht mal mit der Tastatur vernünftig spielen konnte, bescheren uns die Japaner eine bessere Steuerung, die wir sogar konfigurieren können. Hierbei sollte man doch lieber mit einem Xbox 360-Controller spielen, da es so viel einfacher ist, doch auch mit Maus und Tastatur ist es spielbar. Auch haben die Entwickler kräftig an der Performanceschraube gedreht. Während der erste Teil auf dem PC eher mit 30 Bildern in der Sekunde und einer Auflösung von 1280×720 lief, ist Dark Souls 2 mit seiner verbesserten Auflösung, 60 Bildern pro Sekunde und der Möglichkeit, die Grafik auf Niedrig, Mittel oder Hoch einzustellen, ein Segen. Es wurde auch für Dark Souls 2 eine eigene Engine programmiert, die schöne Lichteffekte und realistischere Grafik mit bringt. Leider kann es gelegentlich bei der PC-Version zu Abstürzen führen, dies nervt und wird hoffentlich in kommenden Patches behoben.

Dark Souls 2
Publisher: Bandai Namco Games Releasetermin: 25.04.2014 Preis: 40 € Plattform: PC
From Software macht mit Dark Souls 2 alles richtig: Die Grafik,
die Steuerung, das Gameplay, das Setting und der Soundtrack stimmen
einfach. Die Fehler, die sie in vorherigen „Souls”-Teilen gemacht haben,
wurden ausgemerzt und selbst der PC-Port glänzt. Leider trüben im Port
die leidlichen Abstürze das Bild. Durch den anspruchsvollen
Schwierigkeitsgrad hebt sich der Titel deutlich vom Einheitsbrei ab
und zeigt, dass es ein Interesse an Hardcore-Spielen gibt.
Das Spiel lässt zwar gerne mal den Blutdruck steigen, doch nachdem man
den Endgegner endlich besiegt hat, verwandelt sich Frust in Freude und
erhöht somit den Spielspaß. Spaß werden garantiert nur die Leute haben,
die gerne selber etwas hartnäckig sind, Casuals werden es anfangs
schwer haben.
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Story: 6/10 Atmosphäre: 8/10 Grafik: 8/10
Gameplay: 8/10 Sound: 7/10 Steuerung: 8/10
  • Schwer, aber fair
  • Wunderschöne Welt
  • Klassen sind mischbar
  • freie Charaktererstellung
  • gutes Kampfsystem
  • fordernde Bosskämpfe
  • Tolles Design der Waffen, Figuren und Rüstungen
  • gelegentliche Abstürze
  • Welt ist nicht mehr so offen
  • Reparaturen sind überflüssig
  • irgendwann leere Levels weil Gegner abgefarmt

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