Kaum so häufig wurde eine Thematik in den letzten Jahren so oft verfilmt und versoftet wie die der Zombies. Inzwischen gibt es unzählige Vertreter in Film und Spiel die sich mit den beliebten Untoten befassen. Und gleichzeitig bietet diese Thematik soviele verschiedene Wege interpretiert zu werden. Eine ungewöhnliche Variante zeigt unser heutiger Testartikel zu Dead Rising 3.
Hinweis:
Dead Rising 3 hat von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) keine Altersfreigabe bekommen. Somit ist das Spiel auch nicht „ab 18“ erhältlich und offiziell in Deutschland nicht verfügbar. Aus Jugendschutzgründen verzichten wir in diesem Zusammenhang auf Screenshots mit erhöhter Gewaltdarstellung.
Zombie nach Art des Hauses
Zombies gibt es mittlerweile in allen erdenklichen Varianten in Videospielen. Auf niedliche Art in Plants vs. Zombies, beeindruckend emotional in The Walking Dead oder nervenstrapazierend wie in ZombieU. Ganz anders dagegen, mutet der dritte Teil der Dead Rising-Reihe von Publisher Capcom an. Dead Rising 3 hat ganz klar nur ein Ziel: Es soll Spaß machen. Und das Ziel erfüllt es, vorweg genommen, voll und ganz.

Mit dem Rasenmäher lässt sich nicht nur Rasen kürzen
Das Zombie-Open-World-Game strotz an allen Enden nur so vor Wahnsinn und witzigen Ideen. Allein die Möglichkeit, sämtliche Gegenstände zu wahnwitzigen Kombi-Wafffen umzubauen, deutet auf die nicht vorhandene Ernsthaftigkeit in Capcoms Schnetzelabenteuer hin. Überall in der Spielwelt trefft ihr auf flache, aber auch verstörende Charaktere. Und spätestens wenn ihr einen mit zwei Granatwerfern bewaffneten Teddybären in einem Rollstuhl vor euch herschiebt, wird die Glaubhaftigkeit endgültig ad acta gelegt.
Warum liegen hier Zombies?
Nick ist eigentlich ein ganz normaler Mechaniker – bis zum erneuten Ausbruch einer Zombie-Invasion im Städtchen Los Perdidos, welches an Los Angeles angelehnt ist. Trotz des aus den Vorgängern bekannten Impstoffs Zombrex ist es nicht gelungen, der Zombieplage Einhalt zu gebieten. Dead Rising 3 nimmt im Laufe der Geschichte überraschend häufig Bezug auf seine Vorgänger. Wer diese also nicht kennt, versteht viele Anspielungen nicht. Aber das ist auch gar nicht nötig. Die Geschichte ist wie die 30-Tage-Testmeldung bei Winrar. Sie ist zwar da, aber völlig unwichtig. Warum sind die Straßen von Los Perdidos erneut mit Zombies bevölkert? Will niemand wissen. Hauptsache, ich kann die Zombie-Horden mit meinem neuen, durch eine Autobatterie aufgeladenen Vorschlaghammer, stilgerecht dezimieren.

Ein durch eine Autobatterie aufgeladener Vorschlaghammer? Elektro-Crusher, angenehm
In der Haut von Mechaniker Nick bekommen wir dann über die letzten Fernsehmeldungen mit, dass uns sechs Ingame-Tage verbleiben, bis das schöne Städtchen durch ein Bombardement seitens der Regierung von der Landkarte getilgt werden soll. Also, das Ziel ist klar. Schleunigst aus der Stadt rauskommen. Und wenn möglich, bitte mit allen Körperteilen.
Einen McGyver zum mitnehmen bitte
Die übersichtliche Spielwelt ist in mehrere Stadtviertel unterteilt, jedoch sind alle von Anfang an frei zugänglich. Erreichen können wir andere Viertel aber lediglich über vorgegebene Schnellstraßen. Wer abseits dieser Wege nach Möglichkeiten sucht, findet sich schnell an einer Quarantäne-Barriere oder einer unsichtbaren Mauer wieder. Das dämpft ein wenig das Open-World-Feeling. Auch insgesamt betrachtet ist die Spielwelt alles andere als groß. Dass die Wege durch die Straßen von Los Perdidos trotzdem sehr mühsam sind, liegt an den wahren Heerscharen von Zombies. Hauptstraßen und Autobahnen sind voller als ein Flatrate-Bordell zu Monatsanfang.

Die schiere Anzahl an Zombies ist oft beeindruckend
Wohl dem, der die richtige Waffe bei sich hat. Mit einem kleinen Fleischerbeil bewaffnet, wird es schwierig, sich durch die Horden zu mähen. Apropos mähen. Mit einem Rasenmäher geht das Ganze schon viel leichter. In Laufrichtung schwingen wir den umfunktionierten Rasenhäcksler mit Rotorblatt in Richtung der Untoten. Dank zuvor gefundener Blaupause ist uns aber auch möglich, aus dem Fleischerbeil und einer Motorsäge zwei Einhand-Mini-Motorsägen zu basteln. Klingt unlogisch? Soll es auch. In Dead Rising 3 ist es selbst möglich, mithilfe eines Edelsteins und einer Taschenlampe ein Lichtschwert zu bauen. Vorausgesetzt, wir haben zuvor die dafür passende Blaupause gefunden. Überall in der Spielwelt sind diese Bauanleitungen zu finden. Einmal aufgenommen, haben wir das „Rezept“ für die neue Waffe gespeichert. Nun benötigen wir nur noch die angegebenen Grundwaffen und können dann überall unser neues Tötungswerkzeug zusammenschustern. Im Vorgänger Dead Rising 2 musste man dies noch an dafür vorgesehenen Werkbänken tun.

Waffen lassen sich jetzt endlich überall kombinieren – Hier haben wir zwei Einhand-Motorsägen
Für jeden toten Zombie und jede erfüllte Aufgabe gibt es Erfahrungspunkte. Mit diesen kann man die Fertigkeiten von Nick nach und nach aufwerten. So werden unsere Waffen haltbarer, wir selber haben mehr Leben oder können länger sprinten. Zudem ist es nun möglich, frei zu speichern. In den Vorgängern funktionierte das nur auf Toiletten(!). Wer es schwerer mag, kann aber auch im Albtraum-Modus spielen. Hier sind die Zombies zäher, das Zeitlimit ist knapper und Speichern ist nur in den angesprochenen sanitären Einrichtungen möglich.

Bei Levelaufstieg lassen sich in einer überschaubaren Anzahl von Kategorien Punkte investieren
Unser Motorrad soll schöner werden
Wer die langen Wege zu anderen Stadtvierteln lieber motorisiert zurücklegen will, dem sei auch geholfen. Dafür gibt es in Los Perdidos ausreichend Vehikel verteilt. Aber Vorsicht! Viele Fahrezeuge sind fahruntüchtig und dienen lediglich als schmückendes Beiwerk in den zerstörten Straßen. Es lassen sich aber auch genug fahrtüchtig Boliden finden. Was exotischeres als Taxen, Muscle Cars oder Motorräder lässt sich zwar kaum finden, aber dafür könnnen wir die Fahrzeuge, ähnlich wie die Waffen, miteinander kombinieren. Schnell den virtuellen Bunsenbrenner ausgepackt und schon wird aus der Dampfwalze vorn an der Ecke und dem eigenen Motorrad eine Mordwaffe par excellence. Einziger Wehrmutstropfen ist hierbei die Steuerung dieses „Flachmacher“s. Die meisten Fahrzeuge steuern sich etwas ungelenk. Und nicht nur dann, wenn sich drei Zombies an der Karosserie festgekrallt haben.

Auch Fahrzeuge können wir kombinieren – Hier eine Kombination aus VAN und Militär-Gun-Jeep
Zu unseren allseits geliebten untoten Widersachern gesellen sich hin und wieder auch menschliche Gegner. Diese sind passend zur Spielereihe wieder herrlich überzeichnet und klischeehaft dargestellt. Einzig die KI überschreitet selten das Vorschulniveau. Klar, bei Zombies soll das auch so sein, aber in Kämpfen mit menschlichen Gegnern kommt es nicht selten vor, dass diese in Wänden festhängen oder sich dem Spieler anderweitig als Kanonenfutter zur Verfügung stellen.
Ein fröhliches Braun
Als Dead Rising 3 letztes Jahr als einer der ersten Titel für die Xbox One veröffentlicht wurde, war die Community natürlich besonders auf die grafische Präsentation gespannt. Als ein „NewGen“-Titel geht Dead Rising 3 aber definitiv nicht durch. Detailarme Umgebungen und kantige Texturen prägen gerade in Nahaufnahmen den visuellen Eindruck. Zusätzlich trüben in der PC-Version hin und wieder Framerate-Einbrüche und sehr spät ladende Texturen den Gesamteindruck. Das Ganze lässt sich aber vermutlich auf die Zombies zurück führen, die in Legionsstärke gleichzeitig über den Bildschirm schlurfen. Selten gab es in einem Videospiel mehr „Personen“ gleichzeitg auf dem Monitor.
Im Gegensatz zu den beiden doch recht bunten Vorgängern kommt der dritte Teil von Dead Rising in einem allgegenwärtigen Braunfilter daher. Besorgte Stimmen, die eine ernstere Tonart im Spiel befürchteten, können aber beruhigt ausatmen. Das Spiel bleibt genauso selbstironisch und augenzwinkernd wie die Vorgänger.

Dead Rising 3 ist grafisch etwas dunkler als seine Vorgänger – aber nicht ernster
Die angesprochene haklige Steuerung ist leider nicht nur bei Fahrzeugen vorhanden. Auch das Manövrieren unseres Protagonisten Nick ist wegen der hölzernen Animationen bei nahezu allen Aktivitäten nicht immmer fehlerlos möglich. Immerhin ist die Steuerung mit Tastatur und Maus recht ordentlich gelungen. Wer jedoch ein Gamepad sein Eigen nennt, sollte darauf zurückgreifen. Aber auch mit dem Controller sammelt man im Eifer des Gefechts oft die falschen Gegenstände auf, wenn eine hohe Anzahl von Items nah beieinander liegen. Auch hier gebührt der Dank der ungenauen und schwammigen Steuerung.

Die Texturen der Charaktere sehen deutlich besser aus als die Umgebung
Im Bereich Audio gibt es nichts wirklich Bahnbrechendes zu berichten. Musik gibt es spielbedingt selten, jedoch ist die Geräuschkulisse, vorwiegend bestehend aus Zombiegrunzen und Schreien, immer stimmungsvoll und unterstreicht die Atmosphäre einer verlorenen Stadt samt ihrer verzweifelten Bewohner. Nicht selten fühlen wir uns wie in eine Folge „The Walking Dead“ hineinversetzt.
| Dead Rising 3 | |||||||||||||
| Publisher: | Capcom | Releasetermin: | 05.09.2014 | Preis: | in Deutschland nicht erhältlich | Plattform: | PC | ||||||
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