Mit Dungeon of the Endless und Endless Space erschufen die
französischen Entwickler von AMPLITUDE
Studios zwei solide Indie-Games. Besonders Endless Space schaffte es, sich auf
Valves Spieleplattform Steam einen Namen zu machen. Nun legten sie am 18.
September 2014 mit dem Release des neuen Strategiespiels „Endless Legend“ nach.
Wir zeigen euch, ob das Fantasy-Strategiespiel mit der Genre-Größe Civilization mithalten kann.
Civilization
kann heute viele aktive Spieler zu sich zählen und gilt gleichzeitig als Begründer
des Globalstrategie-Genres, welches heute oft nur noch 4X-Genre genannt wird. Über
Jahre hinweg konnte sich die Reihe zwar den Erfolg sichern, sich jedoch bei
Weitem nicht darauf ausruhen, denn die Konkurrenz versucht weiterhin Lücken im
System zu finden, um den Genrekönig vom Thron zu stoßen. Bevor es in wenigen
Tagen mit dem Release des Civilization-Teils „Beyond Earth“ auch für Fans der
Reihe wieder neues Spielmaterial gibt, wagt sich AMPLITUDE Studios an einen
hauseigenen Franchise-Killer und ergänzt Altbewährtes um Rollenspiel- und
Fantasy-Elemente.
Planet vom Aussterben bedroht
Die Geschichte des Spiels fällt dabei denkbar kurz aus: Die
Bewohner des Planeten Auriga, Nachkommen der ursprünglichen Entdecker des
Planeten, beginnen die Oberfläche des Planeten zu bevölkern und finden heraus, dass der Planet dem Aussterben geweiht ist, da die
Jahreszeiten langanhaltend und heftig sind. So wird der Planet beispielsweise von
extrem starken Kälteströmen aufgesucht. Die acht einheimischen Völker kämpfen um die Macht über
den Planeten, um ihr Volk retten zu können, bevor der Planet unbewohnbar wird. Der Spieler
greift dabei direkt ins Geschehen ein, er bestimmt nämlich, welches Volk er zur
Herrschaft führen möchte.
Gameplay à la Civilization
Endless
Legend verhält sich in vielen Punkten wie ein gewöhnliches 4X-Strategiespiel.
Wir besiedeln in einzelnen Runden die zufallsgenerierten Landschaften, bauen
Städte, plündern Ruinen und beschäftigen uns mit den gleichzeitig wachsenden
Kontrahenten, indem wir sie entweder auf diplomatische Weise zum Freund
gewinnen oder durch Kriegserklärungen zum Feind machen. Dabei bietet das
Spiel die genretypischen Verknüpfungen zwischen den einzelnen Völkern, wodurch
man sich mit einer Kriegserklärung oft nicht nur mit einem Volk, sondern auch
gleichzeitig deren Verbündeten anlegt. Neben den CPU-gesteuerten Völkern können
wir uns außerdem mit weiteren Monstern aufhalten, die weitere Beute
versprechen.
Besonders im Vordergrund steht in Endless Legend jedoch das
Kampfsystem, welches im Vergleich eher kompliziert gehalten wurde. Gekämpft
wird auf sehr eingeschränkten Versionen der Karte, die meist nur genug Felder
umfassen, um zwischen den eigenen und den gegnerischen Einheiten etwas Platz zu
schaffen. Der Spieler bekommt abwechselnd eine Runde, in der er seinen
Einheiten Anweisungen geben kann und einen darauf folgenden Zug, in dem sie den
Anweisungen nachgehen. Wer einen Kampf beginnt, gewährt seinem Gegner damit
einen automatischen HP-Bonus auf jeder seiner Einheiten, um schwächeren Gegnern
die Möglichkeit eines ausgeglichenen Kampfes zu geben.
Ein weiterer Faktor,
durch den das Kampfsystem an Auffahrt gewinnt, ist die Möglichkeit der
Ausrüstung. Dadurch ist es dem Spieler möglich, die Statuswerte seiner Helden
zu erhöhen und zu verringern. Das Kampfsystem erzeugt in den ersten paar Runden
zwar Spannung, beginnt nach einigen Partien jedoch schnell an Spannung zu
verlieren, da es das Spielgeschehen gezielt in die Länge zieht. Bei Genreliebhabern
kann es somit schnell zu Langeweile kommen.
Uns
überzeugte jedoch u.a. die Auswahl der verschiedenen Völker, bei denen
durch die großen Unterschiede oft ein kompletter Strategieumschwung von Nöten
ist, um eine Partie gewinnen zu können.
Eine
Kampagne gibt es leider nicht, diese wird durch individuelle Quets für
jedes Volk ersetzt. Die Ziele sind dabei meist eher unspektakulär und
motivieren nicht. Nachdem man mit jedem Volk eine erfolgreiche Partie gespielt
hat, fallen sie besonders negativ auf, da sie ab diesem Punkt eine eher
unnötige Form einnehmen. Schön jedoch: Die Quests können meist gekonnt
ignoriert werden – Ein Spiel ist auch ohne Erfüllen der Ziele schaffbar.
Erfrischende Grafik & atmosphärischer Sound
AMPLITUDE Studios mit Endless Legend einen eher eigenen Grafikstil eingeschlagen
haben, fällt schon nach wenigen Minuten im Spiel auf. Die Landschaften sind
sehr bunt gehalten und erschaffen viel Abwechslung. Auf hohen
Grafikeinstellungen merkt man besonders oft die Liebe zum Detail, die an vielen
Gebäuden oder Landschaften beobachtet werden kann. Trotzdem fallen auch öfter
einige unschöne Texturen oder Logikfehler ins Auge, die oftmals durch die
Orientierung an den Kacheln entstehen. Flüsse sehen dadurch beispielsweise oft
unrealistisch aus.
Die Musik
des Spiels ist selten unpassend und erzeugt gerne Atmosphäre. Sie ist dabei
nicht aufdringlich, sondern meist sehr ruhig und stört den Spieler somit
selten. Kampfsounds u.ä. verhalten sich ähnlich. Besonders schade ist es
jedoch, dass das Spiel keine Vertonung bekam. Dass der Spieler sich den Text
nun selbst vorlesen muss, nimmt dem Spiel zwar nicht seinen Charme, wäre anders jedoch eine verspielte Gelegenheit, um die Atmosphäre der Geschichte besser zu
vermitteln.
Überfülltes Interface mit Hang zur Unübersichtlichkeit
Mit dem
Interface bemüht sich Endless Legend am meisten, erzeugt dabei jedoch oft Frust
und lässt einen planlosen Spieler zurück. Allein durch die große Vielfalt an Möglichkeiten
fällt es einem Neuling besonders schwer, durch die verschiedenen Menüs
durchzusteigen. Dazu kommt eine unnötig hohe Komplexität bei Statuswerten von
Einheiten oder Ausrüstungen, die oft einen viel zu geringen Einfluss auf das Spiel
haben, um die Verwirrung im Interface zu rechtfertigen.
| Endless Legend | |||||||||||||
| Publisher: | AMPLITUDE Studios | Releasetermin: | 18.09.2014 | Preis: | 29,99€ | Plattform: | PC | ||||||
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