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Test: FIFA 15 – Realistischer denn je, aber noch immer mit kleinen Schwächen

imageIm vergangenen Jahr beging EA Sports noch ein böses Foul an den PC-Spielern, die im Gegensatz zu den Besitzern einer Next-Gen-Konsole mit der alten Grafik-Engine abgespeist wurden. Dieses Ärgernis wurde zwar beim neuesten Sprössling der Serie beseitigt, ob die Fußball-Simulation jedoch ins Schwarze trifft, verrät unser Test.



Es ist ein verregneter Sonntagnachmittag in London. Typisches Wetter eben für die Insel. Chelseas Brasilianer Willian legt sich den Ball zur Ecke bereit und schlägt ihn in Richtung Elfmeterpunkt. Unser Weltmeister Per Mertesacker klärt das Leder mit dem Kopf aus der unmittelbaren Gefahrenzone, doch aus der zweiten Reihe zieht Cesc Fàbregas ab – der Ball donnert gegen die Hüfte von Danny Welbeck, der sich waghalsig in den Schuss geworfen hat, und senkt sich unhaltbar ins Tor der Gunners. Ausgerechnet das ehemalige Arsenal-Idol Fàbregas macht die Meisterschaftsträume seines früheren Vereins zunichte. Die Stamford Bridge tobt und wir freuen uns mit unseren Spielern, die sich an der Eckfahne im strömenden Regen in den Armen liegen und von den Fans bejubelt werden.

Eine Geschichte, wie sie eben nur der Fußball schreibt – und FIFA 15. Denn die neue Engine, die in diesem Jahr endlich auch für den PC zum Einsatz kommt, lässt die virtuellen Kicker noch realistischer, noch echter als zuvor wirken. Spieler, die beim Hochgeschwindigkeitssprint im Kampf um den Ball ins Stolpern geraten, weil der gegnerische Verteidiger das Material des Trikots etwas zu genau unter die Lupe nimmt, Grätschen, die zu bösen Flugeinlagen führen und eben Schüsse, die glaubwürdig an Mensch und Metall abprallen und so für herrlich skurrile Situationen sorgen, sind in diesem Jahr das Salz in der Simulations-Suppe.

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Flanken und Eckstöße sind nun deutlich besser zu verteidigen

Neben spielerischen Auswirkungen hat die neue Engine natürlich auch optisch gehörigen Einfluss auf FIFA 15 genommen. Verbissen geführte Zweikämpfe hinterlassen nun sichtbare Spuren im Rasen und auf der Arbeitskleidung der Spieler. Die Gesichter sehen noch einen Ticken besser aus als im Vorjahr und vor allem die Zuschauer sind endlich keine Pappaufsteller mehr, sondern zumindest einigermaßen stimmungsvoll animierte Pixelmenschen, die dem Stadion Leben einhauchen. Bei der Darstellung der Zuschauer ist zwar noch gehörig Luft nach oben, doch wirklich verwöhnt waren FIFA-Spieler in dieser Hinsicht ja leider sowieso noch nie. Auch die Emotionen der Spieler sind optisch gut gelungen. Thomas Müller reklamiert nach einem Foul zum Beispiel vehement beim Schiedsrichter und Christiano Ronaldo ärgert sich sichtbar nach der nächsten vergebenen Großchance.
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Vor allem der Rasen sieht nun im Vergleich zu FIFA 14 deutlich beeindruckender aus

Auch außerhalb des Platzes bietet FIFA 15 wieder einiges. Neben dem klassischen Saisonmodus, in dem man online oder offline sein Lieblingsteam zur Meisterschaft oder dem Aufstieg in die nächsthöhere Division verhelfen kann, gibt es natürlich auch wieder den „Ultimate Team”-Modus, bei dem man sich nach und nach sein Traumteam zusammenstellt. Die nötigen Spieler findet man entweder auf dem Transfermarkt, oder, ganz wie in einem Sammelkartenspiel, in einem virtuellen Päckchen, das mit Spiel- oder, wer hätte es erwartet, in Form von Mikrotransaktionen mit Echtgeld gekauft werden kann. Hierbei entscheidet das Glück, ob unter den Karten ein Lionel Messi oder der Ersatztorwart des FSV Frankfurt dabei ist. Auch wenn so theoretisch jeder Kicker ohne zusätzliches Geld erhältlich ist, zeigt sich in der Praxis sehr schnell, dass echte Superstars wie Messi, Ronaldo, Di Maria oder Eden Hazard wochen- oder teilweise monatelang ein Traum bleiben werden, wenn man nicht gerade unverschämt viel Glück hat, oder eben erneut das Portemonnaie zückt. Zwar machen einen derartige Spieler nicht unbesiegbar, nicht selten sind sie jedoch in knappen Spielen das Zünglein an der Waage.
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Zweikämpfe werden in FIFA 15 deutlich verbissener und realistischer geführt als früher

Wem das Steuern von elf Spielern zu stressig ist, der findet im Pro-Club-Modus eine willkommene Abwechslung. Als Manager oder als Spieler unterschreibt man bei einem Club und arbeitet sich an die Spitze vor. Als Spieler kann man sich dabei voll auf seine eigene Leistung konzentrieren und ist Teil eines Teams. Vorausgesetzt, der Trainer stellt uns auf, denn dazu müssen wir uns an unsere Aufgaben auf unserer Position halten und mannschaftsdienlich spielen. Nach der Partie gibt es dann eine Bewertung, in der sich erfolgreiche Pässe, Tore, Fouls, Ballverluste und Stellungsspiel auf die Note auswirken. 
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Auch die Bundesliga fehlt im riesigen Lizenzpaket natürlich nicht

Weitere Abwechslung gibt es wie in den Jahren zuvor bei den Skill-Spielen, in denen ihr im Rahmen eines Übungsmodus kleine Aufgaben gestellt bekommt. Beispielsweise gilt es, in möglichst kurzer Zeit und so präzise wie möglich um Hindernisse zu dribbeln, oder den Ball gekonnt über eine sich nähernde Mauer ins Tor zu heben. Je besser die Aufgabe bewältigt wird, desto mehr Punkte landen auf dem eigenen Konto. Richtig motivierend wird die Punktejagd, weil wir nach jedem Versuch sehen, wie sich unsere Freunde in der jeweiligen Aufgabe geschlagen haben. Der Kampf um die Spitze im Punkteranking ist dadurch eine nette Abwechslung und macht einen ganz nebenbei auch noch zu einem besseren Spieler, denn jede der Übungen lässt sich durchaus auf eine Situation in einem echten Spiel übertragen.

FIFA 15
Publisher: Electronic Arts Releasetermin: 25.09.2014 Preis: 49,90€ Plattform: Xbox One, PS4, PC
Was zählt is auf’m Platz – diese alte Fußballerweisheit gilt auch für FIFA 15. Und da hat EA in diesem Jahr gute Arbeit geleistet und vor allem auf dem PC durch den Einsatz der Ignite Engine einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Spieler bewegen sich realistisch, Zweikämpfe werden verbissen geführt und die Stadionatmosphäre springt merklich beim Spielen über. Auch in Sachen Umfang gibt es kaum noch Luft nach oben. Nachholbedarf gibt es mal wieder bei den deutschen Kommentatoren, deren Aussagen zwar teilweise bereits Kultstatus genießen, zu oft aber nicht zum Geschehen passen. Dass EA das besser kann, beweist das englische Kommentatoren-Duo. Insgesamt ist FIFA 15 eine runde Sache, die sich insbesondere auf dem PC auch für Besitzer des Vorgängers lohnt. 93
Grafik: 90/100 Sound: 80/100 Umfang: 95/100
Atmosphäre: 90/100 Steuerung: 90/100 Multiplayer: 95/100
  • Grafisch enorm verbessert
  • Dichte Stadionatmosphäre
  • Riesiges Lizenzpaket
  • Motivierende Spielmodi
  • Toller Soundtrack
  • Schiedsrichter pfeifen manchmal Quatsch zusammen
  • Deutsche Kommentatoren sind deutlich schwächer als ihre englischen Pendants
  • Schnelle Spieler haben noch immer einen etwas zu großen Vorteil
  • „Ultimate Team“-Modus hat einen faden „Pay2Win“-Beigeschmack
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