Monolith Productions, Entwickler der „F.E.A.R.”-Reihe, veröffentlichte am 30. September 2014 einen neuen Titel, der im Tolkien-Universum spielt. Wir reden natürlich von Mittelerde: Mordors Schatten, ein Action-Rollenspiel mit einer offenen Welt. Unsere Redaktion hat sich das Spiel angeschaut und sagt euch, ob dieses auch den Preis wert ist.
Story
Wir spielen Talion, einen Waldläufer Gondors, der mit anderen Waldläufern das schwarze Tor Mordors bewacht. Zusammen lebt er dort mit seiner Frau Ioreth und seinem Sohn Dirhael. Nach geraumer Zeit werden Gerüchte laut, dass Saurons Orks einen Angriff auf die Waldläufer planen, was sich auch bewahrheitet. Talions Familie wird daraufhin vor seinen Augen von einem mysteriösen Bösewicht getötet. Auch er wird umgebracht, erwacht aber wieder zum Leben. Ein Rachegeist ist fortan an seinen Körper gebunden und es ist kein anderer als Celebrimbor, der Schmied der „Ringe der Macht“. Gemeinsam wollen sie Rache an dem nehmen, der diesen Fluch auf sie legte, um so ihre Seelen aus der Halbwelt zu entlassen.
Gameplay
Schnell merkt man, dass sich Mittelerde: Mordors Schatten an der Assassin’s Creed-Reihe bedient. Das Kampfsystem, das Feeling und das Movement wirken vertraut und dennoch intuitiv und einfach. Wir können entweder mit mehreren stinkigen Orks kämpfen oder auch in den Gebieten herumschleichen und die Schergen von Sauron hinterrücks meucheln oder sogar für eine kurze Periode auch Celebrimbor spielen. Dieser besitzt einen magischen Bogen, mit dem wir die Zeit verlangsamen und Gegner aus der Ferne töten können. Talion bewegt sich durch die Welt, wie man es von einem Waldläufer gewohnt ist. In Assassin’s Creed-Manier erklimmen wir Gebäude, springen von Bauwerk zu Bauwerk oder balancieren auf Seilen. Wir müssen auch Türme besteigen, um dort die wichtigen Punkte des Areals freizuschalten. Für Sammelwütige ist gesorgt, denn wir können Erfahrungspunkte, Waffenrunen, heilende Pflanzen und Artefakte finden.
Ein großes Feature in Mordors Schatten ist das sogenannte „Nemesis-System”, das uns erlaubt, die Geschehnisse in der Ork-Gesellschaft zu verfolgen. So können wir beispielsweise selbst einen Orkführer töten oder warten, bis ein rangniedriger Ork diesen für uns erledigt und somit seinen Platz einnimmt. So bleibt die Hierachie in der Ork-Armee in Bewegung und zufällig generierte neue Gegner besetzen die unteren Ränge. Wir können später im Spiel auch einen aufsteigenden Ork verzaubern, damit er als Doppelspion für uns arbeitet. Dieser kann selbst den Rang eines anderen streitig machen und lenkt ihn somit ab. Mit dieser Ablenkung können wir dann im richtigen Moment angreifen und den Gegner töten. Wer es gerne noch etwas einfacher haben will, befragt Sklaven, verhört den Feind und sammelt Informationsteile, um die Stärken und die Ängste, den Namen und den Aufenthaltsort des ranghöheren Orks zu erhalten. Manche der Orks haben vor verschiedenen Tieren, Elementen oder Monstern Angst, andere sind Empfindlich gegen Schleich-, Nah- oder Fernattacken.
Die Charakter-Entwicklung gestaltet sich hierbei sehr komplex. Mit den eingeheimsten Erfahrungspunkten können wir Talion stetig verbessern. Ihr braucht stärkere Angriffskraft für eure Waffen und Geistesfertigkeiten? Kein Problem. Das Aufleveln ist hierbei wichtig, denn nach ein paar Stunden merkt man einen Anstieg des Schwierigkeitsgrades. Neben den schwertschwingenden Schergen gibt es auch andere Ork-Typen. Von einem Speerwerfer bis zum Beserker oder Schildträger ist alles da. Auch bösartige Tiere werden wir auf dem Weg bekämpfen. Die K.I. im Spiel zeigt hierbei Schwächen auf. Statt herausfordernde Kämpfe gegen einzelne, klug agierende Orks zu führen, hetzt uns der Entwickler Monolith vorhersehbar agierende Gegner auf den Hals, die nur in der Masse gefährlich werden können. Auch die kurze Sichtweite der Gegner wirkt sich auf das Schleichen aus, denn dies kann für vorsichtige Spieler zu mächtigsten Waffe werden. Es wäre hierbei schön gewesen, wenn die K.I. etwas mehr Sichtweite gehabt hätte, um so das Schleichen herausfordernder zu gestalten.

Darstellung und Sound
Mittelerde: Mordors Schatten macht der Vision Tolkiens alle Ehre. Es sieht wirklich so aus, als entstamme alles aus den Büchern von J. R. R. Tolkien. Von toten und schlammigen Gegenden bis hin zu saftig grünen Landschaften, haben wir alles, was ein Hardcore-Fan von Herr der Ringe und Der Hobbit erwartet. Auch der Sound ist perfekt. Die Musik im Spiel wirkt wie vom gleichen Komponisten, der auch bei den Verfilmungen mitgearbeitet hat. Auch die Synchronisation der Charaktere ist durch den Einsatz einiger Sprecher der Filme stimmig und sorgt für eine filmreife Atmosphäre.
Technik und Grafik
Das Spiel wird von Monoliths eigener Grafik-Engine „Jupiter EX“, die extra noch einmal modifiziert wurde, befeuert. Die Lichteffekte, Texturen und grafischen Feuerwerke sehen fantastisch aus. Leider wird die schöne Optik an einigen Stellen durch schwammige Texturen, geringe Sichtweite und auftauchende Konstrukte gestört. Wir fanden auch während des Spielens ein paar Ruckler. Die Steuerung mit der Maus und der Tastatur sowie das Spielen mit Gamepad läuft dagegen tadellos. Wer das Spiel gerne in FullHD und höchsten Details genießen will, sollte schon einen aktuellen PC besitzen.
| Mittelerde: Schatten Mordors | |||||||||||||
| Publisher: | Warner Bros. Interactive | Releasetermin: | 02.10.2014 | Preis: | 44,00 € | Plattform: | PC | ||||||
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