Das Genre des Hidden-Objekt Adventures stellt eher eine Randgruppe der heutigen Computer-, bzw. Smartphonespiele dar. Big Fish Games hat durch seine erfolgreiche „Hidden Objekt“- Serie mittlerweile über 100 Millionen Spieler zu verzeichnen, die wenigstens eine Testversion seit dem Release der Reihe ausprobiert haben. Gerade der erste Teil, „Huntsville“, brach bei der Veröffentlichung alle bisherigen Verkaufsrekorde für Gelegenheitsspiele und legte somit den Grundstein für eine erfolgreiche Serie. Momentan existieren zehn Teile der Mystery Case Files, wobei „Dire Grove“ an sechster Stelle steht. Jedes der Spiele erzählt eine eigenständige Geschichte, in der der Spieler Geheimnissen oder Verbrechen auf der Spur ist.
„Dire Grove“ handelt von einem englischen Dorf, durch das der Spieler als namenlose Detektivin fährt. Allerdings machen die Wetterverhältnisse eine Weiterfahrt unmöglich und so macht sich die Hauptperson der Geschichte zu dem nahe gelegenen Dorf „Dire Grove“ auf, um einen Unterschlupf vor dem Schneesturm zu finden. Unterwegs stößt Sie auf ein verlassenes Auto, in dessem Inneren eine Videokamera zu finden ist. Darauf ist eine junge Frau zu sehen, die vor Jemandem davonläuft und den Spieler dabei um Hilfe anfleht. Im späteren Verlauf des Spiel entdeckt die Detektivin weitere Videobänder, die dann die Geschichte hinter der panischen Frau preisgeben: Alison Sterling, eine junge Studentin, die sich der keltischen Mythologie verschrieben hat, begibt sich mit drei Freunden auf die Suche nach der Legende der „Banshee“. Dieses gespensterhafte Ungeheuer ist das Produkt einer keltischen Geisterbeschwörung mittels vier Artefakte, die nach tausend Jahren wieder von einer Archäologin entdeckt werden. Nach und nach kommt die Detektivin dem Mythos „Banshee“ auf die Spur, bei dem sie einige schreckliche Bilder zu Gesicht bekommt.
Die Story gibt dem ganzen Spiel die perfekte Basis für eine gelungene Atmosphäre. Das Rätsel um den geisterhaften Racheengel aus der Vergangenheit wird durch dunkle, unheimliche Szenenbilder sehr gut umgesetzt, zumal bei manchen Schauplätzen im Hintergrund eine schemenhafte Gestalt vorbeihuscht. Knackende Zweige, eisige Windgeräusche oder hin und her schlagende Türen erschaffen eine etwas gruselige und stimmungsvolle Atmosphäre. Abgerundet wird dies noch von der Hintergrundmusik, die sich bei genauem Hinhören zwar wiederholt, dem ganzen Schauspiel jedoch keinesfalls die Stimmung nimmt. Auch das Aufsammeln der Videokassetten, die übrigens keine animierten Personen, sondern echte Schauspieler zeigen, erhöht die Spannung ungemein, da man anfangs noch nichts über die Geschehnisse in dem Dorf weiß und nur verlassene Orte vorfindet. Dass für „Dire Grove“ extra vier Schauspieler gecastet wurden, zahlt sich aus: Die Filmsequenzen verleihen dem Spiel die Atmosphäre eines Horrorfilmes und erzeugen somit eine gewisse Spannungskurve, da der Spieler den Charakteren Gesichter zuordnen kann. Dadurch gewinnen die Geschehnisse in „Dire Grove“ einen zusätzlichen Realitätsfaktor, weil man sich als Spieler wie in einem Film vorkommt, der so passiert sein könnte.
Im Spiel selbst findet man sich anfangs nicht gleich zurecht, da man keine Erklärungen zur Steuerung erhält. Dieses Problem erübrigt sich jedoch schnell, da die Steuerung im Allgemeinen nicht kompliziert ist. Eine nützliche Hilfestellung bildet der X-Kopf, welcher durch verschiedene Lupen in den einzelnen Szenenbildern Interaktionsmöglichkeiten anzeigt, sofern man mit dem Stylus/Touchpen die jeweilige Stelle berührt. Ansonsten navigiert man sich durch das Berühren der Bildschirmränder von Schauplatz zu Schauplatz. Innerhalb der Wimmelbilder kann man das Controlpad oder den Stylus benutzen, um Gegenstände aufzusammeln und anzuwählen. Generell sollte man den Touchpen den Fingern vorziehen, da diese auf dem unteren Bildschirm nicht sehr präzise sind. Das häufige Benutzen des Stylus führt dazu, dass der 3DS, vor allem die XL-Version, bald schwer in der Hand liegt, da man die andere Hand zum Steuern benötigt. Generell ist diese Art Spiel auch nicht wirklich für unterwegs gedacht, da die unheimliche Stimmung einen wesentlichen Teil des Gesamten ausmacht, der durch Tageslicht oder die hektische Umgebung schnell zerstört werden kann. Demzufolge lohnt es sich, „Dire Grove“ am Abend zu genießen, da dort die Stimmung einfach besser passt.
Es ist schade, dass man die doppelten Bildschirme nur selten in das Spiel einbezogen hat. Mit Ausnahme der Filmszenen und der Wimmelbilder, wo im oberen Bildschirm die zu findenden Gegenstände aufgelistet sind, spielt sich das Geschehen im unteren Screen ab. Desweiteren fallen teilweise Übersetzungsfehler in den Untertiteln auf, was aber zu verkraften ist. Die Grafik hat unter der relativ geringen Bildschirmauflösung des 3DS zu leiden, dies fällt vor allem bei der Gesamtübersicht der Wimmelbilder und bei Nahansichten von Szenenstellen auf, die Atmosphäre wird dadurch aber nicht zerstört. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad, der im weiteren Verlauf immer größer wird, nichts für Spieler mit wenig Geduld. Vor allem die Rätsel, bei denen Symbole an ihre richtigen Positionen gebracht werden müssen, erfordern teilweise mehr als 30 Minuten Zeit. Damit wird das Ziel von Casual Games, nämlich das rasche Erzielen eines Erfolgserlebnisses, bisweilen verfehlt und kann schnell frustrierend wirken. An manchen Stellen sind die Lösungswege so kompliziert, dass Big Fish Games nach vielen Spieleranfragen Lösungsvideos zu den Puzzle-Rätseln auf dem offiziellen Youtube-Kanal veröffentlicht hat. Da die 3DS Version inhaltlich nicht von der PC-Ausgabe abweicht, ist dies eine willkommene Hilfestellung.
| Mystery Case Files: Dire Grove | |||||||||||||
| Publisher: | astragon Software GmbH | Releasetermin: | 15.01.2014 | Preis: | 17,99€ | Plattform: | Nintendo 3DS | ||||||
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