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Test/Review: Resident Evil Revelations 2 – Episode 1

imageGruselig soll es sein. Das Spin-Off der Resident Evil-Hauptreihe, Revelations, bekam vor Kurzem den Nachfolger spendiert. Resident Evil Revelations 2 ist der erste Resi-Teil, der auf eine Veröffentlichung in Episoden-Form setzt. Wir haben die erste Episode für euch durchgespielt und geben einen vagen Ausblick auf das, was noch kommen könnte.

Der erste Teil der Revelations-Serie erschein in Europa bereits am 27. Januar 2012. Da allerdings nur für den Nintendo 3DS. Knapp 1 1/2 Jahre später wurde das Ganze dann noch für den PC verwurstet. Mit überraschendem Erfolg. Statt auf Action und hirnlose Ballereien gegen noch hirnlosere Mutanten zu setzen, überraschte Revelations mit Atmosphäre und fast richtigem Survival Horror. Seit dem 25. Februar ist die erste Episode des Nachfolgers zu haben. In diesem Artikel vergeben wir noch keine Wertung für das Spiel, dies wird nachgeholt, sobald alle Episoden von Revelations 2 verfügbar sind.

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Zweierlei

Hach, herrlich, das Intro von Revelation 2 erinnert mit seinen plumpen Texten und augenzwinkernder Inszenierung schon fast an alte Tage. Den Charme eines B-Movie verdienen sich die Zwischensequenzen schon in den ersten Sekunden. Live-Action-Seqeunzen hätte ich aber noch besser gefunden und würden die Hang zum Serien-Vater Resident Evil, noch besser herauskristallisieren.

Die Hauptfiguren der ersten Episode sind Claire Redfield, Moira Burton, Barry Burton und ein mysteriöses kleines Mädchen namens Natalia. Serien-Kenner horchen auf. Erfreulicherweise lässt uns Capcom auch den rauhbeinigen Barry sowie seine rebellierende Teenie-Tochter Moira spielen. Als erstes jedoch rückt Claire in den Fokus des Spiels.

Eben noch einen Trink auf einer Spendengala ihres neuen Arbeitgebers genießend, findet sich Claire nach einem Überfall durch eine unbekannte Spezialeinheit in einer Zelle wieder. Nicht weit entfernt kreischt Moira Burton um Hilfe. Haben dann beide zueinander gefunden, bemerken sie auch schon ein Armband an ihren Handgelenken, das je nach Farbe die Gemütsbeschaffenheit der Charaktere verrät. Viel Geschichte wird uns in der ersten Episode nicht geboten – vielmehr haben wir auch nach dem Durchspielen eigentlich nur Fragen. Aber da es die erste Episode ist, nehmen wir das mal so hin und stempeln es mit einem „Das muss so sein“ ab.  

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Claire und Moira sind die Protagonisten der ersten Hälfte von Episode 1

Zur Passivität verdonnert

Haben sich die beiden Grazien Moira und Claire dann gefunden, bewegen wir uns vorwiegend als Pärchen durch die uninspirierten Level. Weiße Kacheln, mit Lebenssaft begossene Tragen und zerstörte Einrichtungen haben wir schon unzählige Male gesehen, sei es in einem Resi-Spiel oder einem anderen Vertreter der Horror-Zunft. Dabei tut Claire Redfield genau das, was sie am besten kann. Wild mit dem Messer fuchteln, den Mutanten die Köpfe zerschießen und sich immmer wieder fragen, wo zum Teufel sie denn nun ist. Moira hingegen bleibt da passiver. Das Rebellen-Girl favorisiert selbst in einer lebensfeindlchen Umgebung wie dieser den pazifistischen Weg und folgt Claire mit einem Brecheisen und einer Taschenlampe bewaffnet durch die Katakomben der Anlage. Dass sich die beiden in einer Forschungseinrichtung für Biowaffen befinden, klärt sich im Laufe der ersten Stunde. Zu allem Überfluss steht diese auch noch auf einer Insel. Einen Preis für Ideenreichtum gewinnt Revelations 2 schon mal nicht, das Setting dient aber als Mittel zum Zweck.

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Das Setting wurde ohne Überraschungen gestaltet – Wir haben alles schon mal gesehen

Nach ca. einer Stunde haben wir den Part mit den beiden jungen Damen abgeschlossen. Daraufhin erscheint Barry Burton, bekannt aus dem Ur-Resi, auf der Bühne. Zusammen mit dem kleinen Mädchen Natalia ist er auf der Suche nach seiner Tochter Moira. Wer genau Natalia ist, wissen wir nicht. Die Lütte in dem weißen Kleid war einfach da und ließ sich nicht wirklich von Barry abschütteln. Also unterstützt sie uns mit einem Gefahrensinn bei unserer Mission. Die Kleine kann nämlich Gegner durch Wände wahrnehmen und verrät uns dadurch den Standort der Gegener. Des Weiteren kann sie versteckte Gegenstände ausfindig machen, indem sie darauf zeigt. Also dasselbe, was Moira mit ihrer Taschenlampe macht. Das Partner-Feature wirkt vor allen Dingen in dem zweiten Abschnitt sehr aufgesetzt. Claire und Barry sind fürs grobe zuständig, Moira und Natalia unterstützen mit ihren „Fähigkeiten“. Und wenn wir schon verdammt dazu sind, ständig einen Partner mit dabei zu haben (Hallo Resident Evil 4), hätte man zumindest noch dafür Sorge tragen können, dass sich die Charaktere untereinander wenigistens ein bisschen kennen lernen. Stattdessen rennen die Paare die meiste Zeit nur stumm nebeneinander her und machen das, was das Spiel für die jeweiligen Personen vorsieht. Wir erwarten hier keine Dialogperlen im Stil eines Dragon Age, dafür war Resident Evil ohnehin nie bekannt, dennoch hätte eine gewisse Emotionalität zum Geschehen und zu den Personen wahre Wunder bewirkt.

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Barry Burton und die kleine Natalia steuern wir in der zweiten Hälfte

Zombies sind out

Nach diesem Leitsatz arbeiten schon seit geraumer Zeit die verschiedenen Resident Evil-Titel. Die Zeiten, in denen wir gegen lahm schlurfende Zombies kämpften, sind lange vorbei. Die Weiterentwicklung der Viren, die die Reihe storybedingt thematisiert, trägt Schuld daran. Also setzen wir uns gegen Mutanten-Zeugs mit einem standitisierten Waffen-Repertoire entgegen. Das ist aber nun nicht unbedingt negativ gemeint. Die Kämpfe machen eine Menge Spaß und auch unsere Side-Kicks wurden aktiv für die Auseinandersetzungen eingebaut. Teenie Moira blendet zum Beispiel die Gegner mit der Taschenlampe und haut mit dem Brecheisen drauf, während Natalia die Schwachpunkte bei bestimmten Feinden ausfindig machen kann. Unterstützend wirft das kleine Mädchen noch mit Backsteinen nach den äußerst ekelerregenden Monstern.

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Die Jump Scares verdienen den Namen nicht, gruselig ist hier herzlich wenig

Was im Solo-Player noch halbwegs gut funktioniert, offenbart seine Schwäche erst voll im Multiplayer. Mit dem beworbenen Koop-Feature stellt sich der Entwickler selbst ein Bein. Das liegt primär daran dass der Koop-Partner der Moira / Natalia spielt, sich stets passiv und unwichtig fühlt. Ja, schon fast macht sich da Langeweile breit, wenn einer auf Monster ballert und der andere sich den ganzen Schlamassel nur angucken und hin und wieder mal eine Kiste aufbrechen darf. Ob sich das in den kommenden Episoden ändert, scheint unwahrscheinlich. 

Laut eigener Aussage sind die Revelations-Ableger das Horror-Salz in der zur Dauer-Action verkommenden Resident Evil-Suppe. Von diesem Standpunkt aus betrachtet ist es nur noch merkwürdiger, warum die Enwickler dann einen Koop-Modus implentiert haben, da ja hinlänglich bekannt ist, dass ein Koop-Modus den Horrorfaktor stark verringert. Dabei gibt sich Revelations 2 im Soloplayer redlich Mühe ein düsteres Ambiente und damit Horrorfeeling zu liefern. Nur leider klappt das nicht. Aus der Ecke springende Psycho-Zombies erschrecken heutzutage vielleicht noch einmal, die Wiederholung dieser Jumpscares trägt dann auch nicht wirklich dazu bei, in Gruselstimmung zu kommen. Nichtsdestotrotz ist da Licht am Ende des Tunnels. Das zweite Kapitel mit Barry und Natalia hat in Sachen Spannung einiges mehr zu bieten. So durchlaufen wir in einer Passage ein äußerst dunkles Waldgebiet und müssen es mit einer Reihe stärkerer Kreaturen aufnehmen, die nur an einer Körperstelle verwundbar sind. Diese können wir nur erkennen, wenn wir zu Natalia switchen. Wechseln wir dann wieder zurück zu Barry, gilt es diese Partien aufs Korn zu nehmen. In diesen Augenblicken kommt tatsächlich ein wenig Survival-Horror Feeling auf. Zumal diese Passagen auch stark an das Gameplay von The Last of Us erinnern.

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Schleichen kann man ebenfalls – Da kommt sogar ein wenig mehr Spannung auf

Spielhallen-Shooter

Auch der aus dem Erstling bekannte Raidmodus ist wieder mit dabei und mausert sich fast zum Herzstück des Spiels. Dieser ist nämlich unerwartet motivierend und bietet nach dem Durchspielen der Story-Kapitel eine willkommende Abwechselung. Hier geht es allerdings äußerst arcadig zur Sache. Keine Jumpscares, keine Fallen – nur rein Action. Wir wählen einen der Charaktere aus, rüsten diesen mit Waffen und passiven Fähikeiten aus und schmeißen uns dann den Monster-Wellen entgegen. Ziel einer jeden Mission ist es, eine vorgeschriebene Anzahl an Gegner zu töten, erreichen wir einen bestimmten Wert, wird ein nächster Bereich freigeschaltet. Nur selten übersteigen die Mission einen Zeiteinsatz von 10 Minuten, was das Ganze sehr kurzweilig macht und man schnell eine Runde absolvieren kann. 

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Der Raid-Modus ist sehr arcadig gehalten – Wir ballern alles weg, was uns vor die Mündung läuft

Nach den absolvierten Ballereien erhält man dann je nach Leistung verschiedene Abzeichen und Erfahrungspunkte. Das motiviert ebenso wie das Finden neuer Waffen und Verbesserungen für eben jene Schießeisen. Andere Charaktere kann man für das Finden von Abzeichen ebenfalls freischalten. So motiviert der zusätzliche Modus länger als das Hauptspiel.

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Freischaltbare Extras, Waffen und Charaktere motivieren unerwartet stark

Technisch veraltet 

Schon der Vorgänger war für den PC keine Augenweide und seine 3DS-Wurzeln offensichtlich. Auch in Revelations 2 ändert sich in punkto Technik nicht viel. Die grafische Präsentation lässt sich bestenfalls als gehobenes Mittelmaß aus der PlayStation 3-Ära betiteln. Die ausdruckslosen Gesichter der Figuren geben sich mit hölzernen Animation die Klinke in die Hand. Auch die Umgebung strotzt nicht gerade vor Spezialeffekten und Weitsicht. Der allgegenwärtige Graufilter trägt allerdings gut zur Atmosphäre bei. Angesichts des Kaufpreises von 25 Euro für alle Episoden kann man zwar nicht meckern, in Sachen Präsentation und Lichteffekte wäre hier aber noch einiges mehr drin gewesen und hätte die ohnehin schon gute Atmosphäre weiter verbessern können. 

Großer Kritikpunkt der PC-Version ist aber der Koop-Modus. Als eines der Kernfeatures beworben fehlt dieser in der PC-Fassung komplett. Weder online noch offline lässt sich es aktuell kooperativ in den Kampf ziehen. Nach Aussage von Publisher Capcom sei es ein Versehen gewesen, die Werbetexte nicht entsprechend für die PC-Version angepasst zu haben. Inzwischen wurde aber Besserung versprochen. Ein Online Koop-Modus soll schon bald verfügbar sein, während eine (eigentlich nicht vorgesehene) Offline-Koop-Variante von einem Modder entwickelt wurde. Nichtsdestotrotz fühlen sich viele Käufer zu Recht betrogen, da es im Vorfeld keinerlei Information gab, dass das gemeinsame Monsterschlachten auf einer Couch am PC nicht möglich ist.

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Weitsicht und Texturen wirken neben vielen anderen Dingen leider absolut nicht mehr zeitgemäß

Und sonst so? 

Entgegen dem vermehrt negativen Tenor dieses Testes macht Resident Evil Revelations 2 verflixt viel Spaß. Die Steuerung mit Maus und Tastatur sowie dem Gamepad, ist absolut intuitiv und immer direkt. Einzig die hölzernen Animationen verwehren das Gefühl einer kompletten Kontrolle. Trotz offensichtlicher Defizite im Bereich Präsentation und Setting wissen die Passagen einen gewissen Resident Evil-Charme zu versprühen. Jedoch weiß das Spiel momentan noch nicht so recht, was es eigentlich sein will. Kurze, ruhige Momente wechseln sich mit panischen Schusswechseln ab. Panik in sofern, als dass man nicht verlieren will. Angst kommt leider so gut wie nie auf und die Jump Scares sind ausgelutschter wie sie nicht sein könnten. Abseits davon laufen die ersten 2 Stunden der Story in einem angenehmen Spielfluss ab. Vorbei die Zeit, als man zäh wie Kaugummi durch ein altes Herrenhaus streifte. 

Als Kontrovers wird die Zerhackstückelung des Titels in Episoden empfunden, zumindest wenn man der gebündelten Meinung der Community vertrauen darf. Eine Episodenform macht in meinen Augen erst dann Sinn, wenn auch die Komponente Story dies hergibt. Aktuell ist davon nicht viel zu spüren. Klar interessiere ich mich wie es nach dem Cliffhanger zum Schluss von Episode 1 weiter geht, jedoch ist das für mich kein Kaufgrund. 

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In Episode 2 geht es weiter – und wir hoffen auf mehr Tiefgang in der Geschichte

Fazit

Wie schon weiter oben erwähnt vergebe ich an dieser Stelle noch keine Wertung für Resident Evil Revelations 2. Dafür fehlt noch viel zu viel vom Spiel, aber schon diese Woche erscheint die zweite Episode. Welchen Weg Revelations 2 gehen wird, ist mir noch nicht ganz klar. Und auch der Titel selbst scheint sich darüber noch nicht ganz einig zu sein. Aber ich denke mit der zweiten Episode wird sich die weitere Qualität des Titels abzeichnen. Die aktuelle Richtung ist definitiv die richtige. Weg von hirnlosem Geballer (zumindest in der Story), sondern vermehrter Fokus auf Atmosphäre und Geschichte. Dann klappt es auch mit den Fans, die noch immer Resident Evil nicht aufgegeben haben und an eine Rückkehr zum Ur-Horror glauben. Diesen wird es allerdings – und das ist auch gut so – nicht mehr geben.

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Der Part mit Barry und Natalia hat uns im Test ein bißchen besser gefallen

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