„Ninjas play for free“ – Dies war der Werbeslogan, der auf der Gamescom 2013 zum Stand von Digital Extremes lockte, um Warframe anzuspielen. Nun, ein Jahr später, ist Waframe zwar offiziell noch in der Open Beta, jedoch macht das Spiel ein fertigen Eindruck und auch der Online-Shop ist komplett und bereit, um darin einzukaufen. Also nehmen wir uns das virtuelle Schwert in die Hand und bringen euch Warframe anhand dieses Tests ein wenig näher.
Warframe ist um einiges älter als es zunächst den Anschein hat. Sein geistiger Urvater, Dark Sector, wurde im Jahre 2008 von Entwickler Digital Extremes zum Großteil wieder verworfen. Der Third-Person-Shooter ist seit März 2013 offiziell in der Open Beta und lässt sich kostenlos auf Steam herunterladen.
14 Updates müsst ihr sein
Warframe spielte sich in der Closed Beta noch wenig überzeugend. Nun, 14 große Updates später, hat sich das zum Glück geändert. Doch der Reihe nach.
Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt. Wir sind ein Cyber-Ninja, ein Mitglied der Tenno. Die Tenno sind eine uralte Kriegerkaste aus unterschiedlichen Zivilisationen, die die restlichen paar Jahrhunderte damit verbrachten, in Cryopods vor sich hin zu schnarchen und auf Wiedererweckung zu warten. Warum? Weiß keiner! Wie lange? Weiß auch keiner! Wissen wir aber bald. Denn als wir aus unserem Dornröschenschlaf gerissen werden, wird uns unmissverständlich mitgeteilt, dass wir nun das Eigentum der Grineer seien. Nö, da machen wir nicht mit, denken wir uns, und zücken unser Schwert und Blaster.

Das Tutorial beginnt rasant wie auch visuell verstörend
Disco-Eichhörnchen auf Speed
Die Grineer sind eine durch die Bank weg ziemlich unterbelichtete Rasse. Nicht nur, dass sie alle Kopien von Kopien darstellen. Nein, auch das Hirn scheint durch diesen Prozess ordentlich geschrumpft zu sein. Da das Retorten-Völkchen somit kaum in der Lage ist, höherwertige Technologien zu produzieren, will es sich stattdessen bei uns bedienen und unsere Warframe-Technologie stibitzen. Dumme Idee!
Im High-Speed Tutorial wird uns die grundegende Steuerung von Warframe näher gebracht. Noch fix den Warframe auswählen und schon kann es losgehen. Die namensgebenden Warframes stellen die Hauptmotivation für uns und unsere Gegner im Spiel dar. Durch diese Rüstungen erlangen wir unterschiedliche Fertigkeiten und spielen andere Rollen im Kampfgeschehen.

Beim Einsatz unserer Spezialfertigkeiten ist mitunter nicht mehr viel vom Spiel zu erkennen
Als Hochleistungs-Tenno von morgen wählen wir einen Kampfanzug mit ausgeglichenen Werten und entscheiden uns für den Bogen als Sekundärwaffe. Neben unserem Ninja-Säbel und dem Bogen haben wir noch eine vollautomatische Pistole als Meinungsverstäker. Und unsere Meinung müssen wir oft verstärken. Sozusagen dauerhaft. Mit Beginn des Tutorials wird geschossen, geslidet, gesäbelt und geninjat, als gäbe es kein Morgen. In bester Rambo-Manier entledigen wir uns in der ersten Mission unserer Fesseln und flüchten in ein altes Orokin-Raumschiff, womit wir der Übermacht entkommen können.
Im Laufe der Story nehmen wir Kontakt mit einer geheimnisvollen Entität names Lotus auf. Neben den Grineer treffen wir später noch auf eine dritte Partei im intestellaren Krieg. Der Corpus-Konzern will durch skrupellose Mittel ebenfalls ein Stück vom Technologie-Kuchen abhaben.

Auf der Galaxie-Karte nehmen wir neue Missionen an
Schnapp sie dir alle
Angekommen auf unserem Raumschiff und treibend irgendwo im Weltall verschnaufen wir erst einmal und verarbeiten die Reizüberflutung aus dem Tutorial. Die Entität Lotus weist uns daraufhin in die Menüführung und Steurung unseres Raumschiffes ein. Unser Kahn dient in Waframe als Hauptmenü und Lobby. Von hier aus haben wir aktiv Zugriff auf die Sternenkarte, die Item-Schmiede, das Arsenal und den Shop. Letzterer ist leider unser Hauptanlaufpunkt, wenn wir neue Warframes haben möchten. Die Cyber-Anzüge sind sind interessant gestaltet und bieten visuell wie auch spielerisch Abwechslung. Um jedoch eine neue Panzerung seinen Eigen nennen zu dürfen, müssen wir entweder viel Echtgeld investieren oder mühsam alle Materialien selber farmen, um uns das Objekt der Begierde zusammenzuzimmern.

Verschiedene Warframes gibt es zu Genüge
Hier beginnt die Demotivations-Spirale. Die Warframes sind neben den Upgrades der Waffen die treibende Kraft im Spiel und es gibt Dutzende davon. Einen neuen Anzug auszuprobieren motiviert ungemein und macht Lust auf mehr. Aber die Zeit, die wir bis dahin aufopfern, wird der Belohnung nicht gerecht. Zum einen müssen wir uns erst durch hart erspielte Ingame-Credits den Bauplan kaufen, anschließend die Materialien dafür auf unterschiedlichen Planeten finden, um folgend noch einmal einen großen Batzen Credits für die Herstellung zu opfern. Bis wir den futuristischen Kampfanzug anprobieren können, dauert es dann aber noch bis zu drei Echtzeit(!)-Tage, Mit Waffen funktioniert das übrigens genauso.

Der Bogen eignet sich zum schleichen und sieht auch noch stylisch aus
Zu viel vom Gleichen
Anfänglich macht das Farmen auch noch viel Spaß. Wir entscheiden uns für eine Mission und wählen dann, ob wir solo oder mit anderen Tennos zusammen in die Schlacht ziehen wollen. Die anderen Tennos sind selbstredend menschliche Spieler, die wir im Testzeitraum eigentlich immer recht schnell für Missionen fanden. Am meisten Spaß macht’s wie immer mit einem oder mehreren Freunden. Leider wird die Handlung nach den ersten paar Mission nicht näher beleuchtet, sodass wir in unserem Treiben in storytechnischer Sicht keinen Sinn oder Folgen entdecken können.
In der aktuellen Version bietet uns Warframe zwar abwechslungsreiche Aufgaben wie das Beschützen von Artefakten oder das Abwehren von Gegnerwellen, jedoch verläuft sich das eigentliche Gameplay zu schnell in die immer gleichen Muster. Wir werden in einem zufällig generierten Schlauchlevel ausgesetzt und folgen den Anweisungen auf der Karte. Hier mähen wir stilsicher alles nieder, was nicht schnell genug Ninja sagen kann, und bewegen uns anschließend zur Abhol-Zone. Abwechslung bietet das Schleichen, was dank des ausgeklügeltem Kamfsystems auch problemlos möglich ist.

Viele Levelaschnitte laden zum versteckten Vorgehen ein
Das Kampfsystem ist auch das, was in Warframe den Spielspaß bringt. Durch die riesige Anzahl an unterschiedlichen Nah- und Fernkampfwaffen sowie die unterschiedlichen Warframes mit ihren speziellen Fähigkeiten spielt sich Warframe zu jedem Zeitpunkt herrlich rasant und dynamisch. Wir haben die Wahl zwischen etlichen verschieden Bleispritzen wie Schrotflinten und Scharfschützen-Gewehren. Dazu kommen, dem Cyber-Setting sei Dank, genügend unkonventionelle Wummen wie Mikrowellen-Strahler und futuristische Bögen. Auch im Bereich der Nahkampfwaffen haben wir Freddy Krügers Segen. Über Äxte, Schwerter, Sensen, Sicheln bis hin zu ausfahrbaren Klauen und Kampfstäben gibt es alles, was das Ninja-Herz höher schlagen lässt.
Anfänger haben nichts zu fürchten: Bereits nach wenigen Kampf-Minuten gelingen uns eindruckvolle Manöver und wir rennen an Wänden entlang, hechten von Deckung zu Deckung und säbeln uns durch die dümmlichen Grindeer-Reihen, die davon erst dann etwas mitbekommen, wenn ihnen der Kopf von den Schultern rutscht. Jawoll, genauso muss sich ein intuitiver Ninja-Shooter spielen.

Das Kampfsystem ist dynamisch, actionreich und leicht zu erlernen
Verbesser deine Alte
Um auch in den Genuss besserer Ausrüstung zu kommen, ohne viel Geld investieren zu müssen, ist es in Warframe möglich, Gegenstände und Warframes zu verbessern. Nach Abschluss jeder Mission erhalten wir Erfahrungspunkte zu den gesammelten Materialien in den Leveln. Mit diesen Mats können wir an unser Ausrüstung mächtige Modifikationen anbringen, mit denen wir unser Warframe an den eigenen Spielstil anpassen können. Es gibt für die Hauptwaffe, die Nahkampfwaffe, die Sekundärwaffe sowie für den Warframe selbst eigene Level, die bei neuen Gegenständen dann wieder erspielt werden müssen. Somit eignet sich die Anfangsausrüstung aber auch in späteren höherstufigen Gebieten zum Schnetzeln.
Wer neue Ausrüstung schnell und einfach erwerben möchte, muss sich im Echtgeld-Shop bedienen. Hier kann ein einzelner Warframe aber schon mal bis zu 17 Euro kosten, was dem Ganzen einen ziemlich faden Beigeschmackt verleiht. Auch Waffen sind nicht gerade billig im Schnelleinkauf. Des Weiteren bietet der Shop noch die obligatorischen Kosmetikprodukte, um unserem Tenno mehr Individualität zu verleihen. Alle „Pay2Win“-Schreier sollten aber zweimal lesen.Wegen des einzelnen Auflevelns der Waffen und Warframes hat man durch den Erwerb der Rüstungen und Waffen keinen Vorteil gegenüber Nichtzahlern. Lediglich wird der Zeitraum bis zum Erwerb von neuen Gegenständen verkürzt, das bietet aber keinen Vorteil im Gameplay selbst.

Auch an der Auswahl der Waffen mangelt es nicht
Bello, fass!
Sollte unserem Tenno mal die Lust vergehen, Grindeers niederzumähen, mach wir das, was alle Space-Ninjas in ihrer Freizeit machen: Hunde züchten! Seit dem Update auf Version 14 ist es möglich, anhand einer speziellen Questreihe ein Ei zu erhalten, aus dem dann später unser Kampfdackel schlüpft. Wer nicht warten möchte, kauft sich einfach das Ei für 50 Cent im Shop. Mit 75 zusätzlichen Cent ist Lassie dann auch gleich ausgebrütet. Wer kein Geld ausgeben will, muss zwei Tage nach dem Erhalt des Eis warten, ehe der Hund schlüpft.
Unser neuer Gefährte ist jedoch keine Art von bekannten Vierbeinern, sondern mutet eher wie eine Kreuzung aus Hyäne und Fledermaus an. Wenn wir unseren kleinen Fiffikus auch ordentlich pflegen und gut abrichten, erhalten wir mit ihm einen mächtigen Verbündeten in Kämpfen. Die Kubrows genannten Hunde räumen unter Mutantenhaufen ordentlich auf, brauchen jedoch auch einiges an Fürsorge. Wer keine Zeit hat, sich um putzige Fellknäuel zu kümmern, setzt den Hund in Stasis. Allerdings dauert das Auftauen ein paar Stunden. Haben wir später einmal mehrere Kubrows, ist es sogar möglich ihre DNA zu speichern und damit eigene Kubrow-Kombination zu erschaffen.

Hübsch ist anders – aber treu ist unser Kurbow-Kampfhund
Ordentlich verpackt
Spätestens, wer süß verzückt unseren Kampf-Wauzi beäugt, wird nicht darum herumkommen zu merken, dass bei Warframe ordentlich an der Grafikschraube gedreht wurde. Nicht nur wird das Fell unsere Kubrows äusserst lebensecht dargestellt, auch die komplette Grafik von Warframe weiß auf ganzer Linie zu überzeugen und verbreitet die passende Atmosphäre. Die vielen Außen-Areale imponieren durch wunderschöne Weitsicht, Detailverliebtheit und Abwechslung. Auch bei den Kämpfen wirken die Spezialeffekte mehr als gelungen und tragen einen Großteil zum gelungenen Spielgefühl bei. Besitzer einer GeForce-Grafikkarte freuen sich zudem über mehr Partikel dank der PhysX-Effekte. Aber auch ohne diesen Bonus überzeugen die Schwertkämpfe, Explosionen und Schusswechsel auf ganzer Linie.

Die Außen-Areale sind grafisch beeindruckend in Szene gesetzt
Auch nicht lumpen ließ sich der Entwickler beim Sound. Der japanisch angehauchte Hintergrund-Sound passt hervorragend zum Cyber-Ninja-Stil des Spiels und verstärkt durch verschiedene asiatische Instrumente das actionreiche Gameplay im passenden Rhytmus. Die einzelnen Schuss-Geräusche der Waffen unterscheiden sich und besitzen einen charakteristischen Klang. Und Bello? Auch der knurrt lebensecht und versetzt damit die Feinde in Angst und Schrecken.
| Warframe | |||||||||||||
| Publisher: | – | Releasetermin: | 25.03.2013 (Open-Beta) | Preis: | F2P | Plattform: | PC, PS4 und XboxOne | ||||||
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