In den USA ist eine neue Organisation entstanden, die den E-Sport auf nationaler Ebene stärker institutionalisieren möchte. USA Esports hat offiziell seinen Start bekannt gegeben und tritt als Non-Profit-Organisation auf, die sich für mehr staatliche Unterstützung und strukturierte Nachwuchsförderung im E-Sport einsetzen will.
Zum Start der Initiative wurden bereits mehrere bekannte Persönlichkeiten der Szene als Mitglieder des Board of Directors vorgestellt, darunter Søren „Bjergsen“ Bjerg, Jordan „n0thing“ Gilbert und Mirna „athxna“ Noureldin.
Ziel: Nationale Struktur für den E-Sport
USA Esports beschreibt sich selbst als Organisation, die die besten E-Sport-Talente der USA zusammenbringen soll, um das Land international zu vertreten.
Der Präsident und CEO der Organisation, Jesse Bodony, erklärte, dass die Initiative auch eine Reaktion auf die Olympic Esports Games, die 2024 angekündigt wurden, sei.
Bodony war zuvor Executive Director bei VOICE (Voice of Intercollegiate Esports) und gab bekannt, dass USA Esports bereits im August 2025 offiziell als 501(c)(3)-Non-Profit gegründet wurde.
Langfristig soll die Organisation als National Governing Body für den amerikanischen E-Sport fungieren – vergleichbar mit Strukturen aus dem traditionellen Sport wie USA Basketball oder USA Baseball.
Die Idee dahinter:
- Trainings- und Sicherheitsstandards für den E-Sport etablieren
- offizielle Wettbewerbe organisieren
- einen klaren Karrierepfad vom Schul-E-Sport bis zum Profi-Level schaffen
Bodony erklärte dazu:
„Wir wollen erfahrene Veteranen der Szene zusammenbringen, um Standards zu setzen, Wettbewerbe zu organisieren und einen Weg vom K-12-Bereich bis zu professionellen Ligen zu schaffen.“
Damit soll langfristig ein System entstehen, bei dem junge Spieler ähnlich wie im klassischen Sport eine klare Entwicklung vom Amateurbereich über College-Programme bis zum Profi-E-Sport durchlaufen können.
Parallelstruktur zur bestehenden US-Federation
Interessant ist, dass bereits eine andere Organisation existiert: die United States Esports Federation (USEF).
Diese wurde bereits 2018 von der International Esports Federation (IESF) anerkannt und unterstützt laut eigener Aussage Publisher bei der Auswahl von Spielern, die die USA bei internationalen Wettbewerben vertreten.
Die Gründung von USA Esports könnte daher künftig zu Parallelstrukturen innerhalb des US-E-Sports führen.
Bekannte Namen im Vorstand
Der Vorstand von USA Esports setzt sich aus mehreren bekannten Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen der Szene zusammen.
Zu den Mitgliedern gehören unter anderem:
- Søren „Bjergsen“ Bjerg – legendärer League-of-Legends-Midlaner und ehemalige Ikone von TSM
- Jordan „n0thing“ Gilbert – ehemaliger Counter-Strike-Profi sowie Analyst und Kommentator
- Mirna „athxna“ Noureldin – bekannte VALORANT-Analystin und frühere Profi-Spielerin
- Heather „sapphiRe“ Mumm – VALORANT-Observerin und ehemalige Counter-Strike-Spielerin
- Dr. Bowen Chung – UCLA-Professor und Mitglied des LCS Player Association Boards
- Daniel Clerke – Director von Maryville Esports und Präsident für Esports Operations
USA Esports Alliance als Partnernetzwerk
Parallel zur Gründung stellte die Organisation auch die USA Esports Alliance vor.
Dabei handelt es sich um ein Netzwerk aus Clubs, Organisationen und Bildungseinrichtungen, die gemeinsam an der Entwicklung nationaler Wettbewerbe und Talentprogramme arbeiten sollen.
Laut USA Esports verfolgen die beteiligten Institutionen ein gemeinsames Ziel:
„Diese wachsende Gruppe von Clubs und Institutionen teilt die Vision, nationale Wettbewerbe zu stärken und neue Möglichkeiten für Spieler im ganzen Land zu schaffen.“
Neue Initiative mit großen Ambitionen
Mit bekannten Namen aus der Szene und einem Fokus auf Nachwuchsförderung, nationale Strukturen und mögliche internationale Repräsentation positioniert sich USA Esports als ambitioniertes Projekt.
Ob sich die Organisation langfristig als zentrale Instanz im US-E-Sport etablieren kann – oder ob es zu Konkurrenz mit bestehenden Verbänden kommt – dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen.

























































