Valve hat offiziell beantragt, die Klage der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James vollständig abzuweisen. Der Rechtsstreit dreht sich um Lootboxen in Spielen wie Counter-Strike 2, Dota 2 und Team Fortress 2.
James wirft Valve vor, illegales Glücksspiel für Minderjährige zu fördern. Besonders die sogenannten Cases und Lootboxen stünden laut der Klage klassischen Glücksspielmechaniken wie Spielautomaten nahe. Nutzer würden Geld riskieren, um möglicherweise seltene und wertvolle Items zu erhalten.
Valve widerspricht diesen Vorwürfen jedoch deutlich und argumentiert in einem 42-seitigen Antrag, dass Lootboxen eher mit Baseballkarten oder Überraschungspaketen vergleichbar seien als mit Glücksspiel.
Valve vergleicht Lootboxen mit Baseballkarten
Bereits in der Einleitung des Antrags macht Valve seine Position klar. Das Unternehmen betont, dass Menschen Überraschungen mögen und genau deshalb Sammelprodukte seit Jahrzehnten beliebt seien.
„Ein Teil der Faszination vieler beliebter Sammelobjekte, von Baseballkarten bis hin zu Überraschungen in Müslipackungen, besteht darin, ein versiegeltes Paket zu öffnen und möglicherweise einen seltenen Gegenstand zu erhalten“, erklärt Valve.
Laut dem Unternehmen seien Lootboxen deshalb kein ungewöhnliches Konzept, sondern ein weltweit etabliertes System, das in zahlreichen Spielen genutzt werde.
Besonders wichtig für Valves Argumentation: Jeder Nutzer erhält garantiert einen Gegenstand. Anders als bei klassischen Glücksspielen verliere der Käufer also niemals vollständig seinen Einsatz.
Valve sieht kein Glücksspiel nach New Yorker Recht
Die zentrale Verteidigung von Valve basiert auf der Definition von Glücksspiel im Bundesstaat New York. Laut Valve fehlt Lootboxen ein entscheidendes Merkmal: das tatsächliche Risiko eines vollständigen Verlusts.
Das Unternehmen argumentiert, dass Spieler „genau das erhalten, wofür sie bezahlt haben“ – nämlich einen digitalen Gegenstand aus einem bekannten Pool mit veröffentlichten Wahrscheinlichkeiten.
Damit verweist Valve auch auf frühere Gerichtsentscheidungen in anderen Ländern und US-Bundesstaaten. Unter anderem wird ein Fall gegen Supercell erwähnt, bei dem ein Gericht in Kalifornien entschied, dass Lootboxen in Brawl Stars und Clash Royale kein Glücksspiel darstellen.
Auch Electronic Arts sah sich bereits wegen Lootboxen in seinen Fußballspielen mit Klagen konfrontiert. Ein österreichisches Gericht kam jedoch ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Lootboxen nicht automatisch als Glücksspiel einzustufen seien.
Valve: Skins sind keine „Dinge von Wert“
Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Frage, ob Skins überhaupt als „Wertgegenstände“ gelten.
Die Klage argumentiert, dass seltene Skins teilweise hohe Geldsummen auf Drittplattformen erzielen und Nutzer deshalb finanziell motiviert seien, Lootboxen zu öffnen.
Valve widerspricht auch diesem Punkt. Das Unternehmen erklärt, dass Skins weder Geld noch Eigentum im rechtlichen Sinne seien. Zwar könnten Nutzer Items theoretisch weiterverkaufen, doch allein diese Möglichkeit mache die Gegenstände laut Valve nicht automatisch zu einem gesetzlichen „Wertobjekt“.
Besonders deutlich formuliert Valve dabei:
„Wenn alles als gegen Geld austauschbar gelten würde, das theoretisch weiterverkauft werden kann, hätte die Definition keinerlei klare Grenzen mehr.“
Valve sieht keine Verantwortung für externe Skin-Marktplätze
Zusätzlich betont Valve, dass der Handel auf externen Glücksspiel- und Skin-Webseiten laut den eigenen Nutzungsbedingungen verboten sei.
Das Unternehmen habe in der Vergangenheit bereits Maßnahmen gegen Drittanbieter ergriffen und unter anderem Organisationen und Turnierveranstaltern untersagt, Skin-Gambling-Seiten zu bewerben.
Die Generalstaatsanwältin argumentiert jedoch, Valve tue nicht genug, um solche Plattformen vollständig zu unterbinden.
Valve hält dagegen, dass das Unternehmen nicht für externe Webseiten verantwortlich gemacht werden könne:
„Die Klägerin kann nicht ernsthaft behaupten, Valve müsse strafrechtlich für Drittanbieter-Webseiten haften.“
Weitere Klagen gegen Valve laufen bereits
Der aktuelle Rechtsstreit ist nicht der einzige Fall rund um Lootboxen und Valve. Zusätzlich laufen bereits zwei weitere Klagen gegen das Unternehmen, die ähnliche Vorwürfe erheben.
Der Fall könnte langfristig große Auswirkungen auf die gesamte Spielebranche haben. Besonders in Spielen wie Counter-Strike 2 spielt der Handel mit kosmetischen Gegenständen seit Jahren eine zentrale Rolle.
Sollte ein Gericht Lootboxen künftig tatsächlich als Glücksspiel einstufen, könnte das erhebliche Konsequenzen für zahlreiche Publisher und Monetarisierungsmodelle haben.



























































