Valve hat auf eine Klage der Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, reagiert, die Lootbox-Systeme in mehreren populären Spielen des Unternehmens ins Visier nimmt.
Die Klage betrifft sogenannte „Mystery Boxes“ in Spielen wie Counter-Strike 2, Dota 2 und Team Fortress 2. Der Vorwurf: Die Mechaniken könnten illegales Glücksspiel fördern und seien „süchtig machend, schädlich und rechtswidrig“.
Die Staatsanwaltschaft fordert unter anderem, dass Valve Lootboxen in New York nicht mehr bewerben darf und zusätzlich finanzielle Strafen verhängt werden.
Valve widerspricht den Glücksspiel-Vorwürfen
In einer öffentlichen Stellungnahme auf Steam erklärte Valve, dass die Lootbox-Systeme seiner Spiele keine Glücksspielmechaniken darstellen.
„Wir glauben nicht, dass sie gegen Glücksspielgesetze verstoßen“, erklärte das Unternehmen.
Valve betonte, dass die enthaltenen Items rein kosmetischer Natur seien und keinen spielerischen Vorteil bieten.
„Spieler müssen keine Mystery Boxes öffnen, um unsere Spiele zu spielen. Tatsächlich öffnen die meisten Spieler gar keine Boxen, weil die Inhalte ausschließlich kosmetisch sind.“
Vergleich mit Sammelkarten und Blindboxen
Valve argumentiert außerdem, dass solche Systeme bereits seit Jahrzehnten in anderen Bereichen existieren.
Als Beispiele nennt das Unternehmen:
- Baseball-Kartenpacks
- Pokémon-Karten
- Magic: The Gathering-Karten
- andere Sammelprodukte mit zufälligem Inhalt
Das Unternehmen sieht Lootboxen daher als digitale Variante klassischer Sammelprodukte.
Kritik der Behörden an Skin-Märkten
Die New Yorker Staatsanwaltschaft verweist jedoch auf einen anderen Aspekt des Systems:
Items aus Lootboxen können auf dem Steam Community Market gehandelt oder über externe Marktplätze verkauft werden.
Einige seltene Skins erreichen dabei sehr hohe Preise auf von Spielern gesteuerten Märkten.
Dieser Handel mit virtuellen Gegenständen wird von Kritikern als Element gesehen, das den Glücksspielcharakter verstärken könnte.
Valve verteidigt Handelssystem
Valve verteidigt die Möglichkeit, Items zwischen Spielern zu handeln.
Das Unternehmen argumentiert, dass dies für Spieler sogar Vorteile bringt, weil sie unerwünschte Items weiterverkaufen können – ähnlich wie bei physischen Sammelobjekten.
„Die Übertragbarkeit digitaler Gegenstände ist gut für Verbraucher“, erklärte Valve.
Kritik an vorgeschlagenen Datensammlungen
Valve äußerte außerdem Bedenken über Vorschläge der Staatsanwaltschaft, mehr Nutzerdaten zu sammeln.
Um etwa VPN-Nutzung zu erkennen oder Alterskontrollen zu verbessern, müsste Valve laut eigenen Angaben zusätzliche Daten über Spieler weltweit erfassen.
Das Unternehmen bezeichnete solche Maßnahmen als „invasive Technologien“, die den Datenschutz der Nutzer gefährden könnten.
Maßnahmen gegen Glücksspiel-Missbrauch
Valve betonte, dass es bereits aktiv gegen illegales Glücksspiel rund um seine Spiele vorgeht.
Laut Unternehmen wurden bislang mehr als eine Million Steam-Accounts gesperrt, die mit Glücksspiel, Betrug oder Diebstahl von Items in Verbindung standen.
Weitere Maßnahmen umfassen:
- Handelsabkühlzeiten (Trade Cooldowns)
- Rückabwicklung bestimmter Trades
- Verbot von Glücksspiel-Sponsoren bei Turnieren der Valve-Spiele
Streit über Zusammenhang zwischen Games und Gewalt
In seiner Stellungnahme kritisierte Valve außerdem Aussagen der Generalstaatsanwältin über mögliche Zusammenhänge zwischen Videospielen und realer Gewalt.
Das Unternehmen bezeichnete diese Aussagen als nicht relevant für den aktuellen Fall und verwies auf Studien, die keinen solchen Zusammenhang feststellen konnten.
Gericht muss über Lootbox-Zukunft entscheiden
Valve räumte ein, dass der Bundesstaat New York grundsätzlich Gesetze zur Regulierung von Lootboxen verabschieden könnte.
Bisher existiert jedoch kein spezifisches Gesetz, das diese Systeme direkt regelt.
Der aktuelle Rechtsstreit könnte daher weitreichende Folgen haben – nicht nur für Spieler in New York, sondern möglicherweise auch für die gesamte Gaming-Branche.

























































