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Voll Indie Fresse #4: In Between im Test

imageMit In Between fährt Entwickler gentlymad die ernstere Schiene und behandelt in diesem 2D-Puzzleplatformer das Thema Leben Tod in Form eines Mannes, dem tödlicher Krebs diagnostiziert wird und der sich daraufhin mit seinem bevorstehenden Lebensende auseinandersetzt. Als Gewinner des deutschen Video Games Award 2015, habe ich mir einen Blick auf diesen Titel natürlich nicht entgehen lassen.

In Between weiß zunächst mit seinem einzigartigen Art-Design zu überzeugen. Der düster angehauchte Comic-Style der Level verleiht dem Setting die passende Grundstimmung und zeigt, dass hier neben wirklich knackigen Rätseln auch eine Botschaft vermittelt werden soll. Auch musikalisch wird das durch den recht stimmigen Soundtrack noch unterstützt. Gerade wenn man sich mit dem Prozess des Sterbens oder dem Tod auseinandersetzt, gibt es ganz unterschiedliche Herangehensweisen oder Reaktionen der jeweilig Betroffenen. So hat auch der Protagonist von In Between mit seiner tödlichen Krankheit zu kämpfen – in vier verschiedenen Stadien oder Gefühlslagen (Verleugnen, Zorn, Verhandeln und Depression) versucht er, mit seiner Sterblichkeit fertig zu werden, während man ihn als Spieler dabei begleitet. All diese Gedanken werden im Spiel durch kurze Storysequenzen oder durch eine melancholische Stimme erzählt, wobei der Hauptcharakter sein Leben Revue passieren lässt. Der Sprecher leistet hier gute Arbeit und transportiert ein stetiges Gefühl der Nachdenklichkeit und Traurigkeit, was in gewisser Weise an den großartigen Sprecher aus Bastion erinnert.

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Erzählerisch bleibt es dabei jedoch auch, die wenigen Fetzen der Geschichte schaffen es nicht ganz, den Hauptcharakter auf eine für den Spieler emotional wirksame Ebene zu bringen. Denn obwohl hier doch die recht tragische und bedrückende Lebensgeschichte eines sterbenden Mannes erzählt wird, der seiner kleinen Tochter so gerne beim erwachsen werden zusehen will, leidet man als Spieler nicht wirklich mit. Das kann von Spieler zu Spieler natürlich unterschiedlich sein – mich hat die Geschichte jedoch nicht sonderlich beeindruckt, vielleicht liegt das aber auch an den wirklich kniffligen Rätseln, die meine volle Konzentration erfordern und Storysequenzen, die auch mitten im Level zu finden sind, somit zu weit in den Hintergrund rücken.

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Das Steuern durch die Level ist vom Grundprinzip her wirklich einfach: Mit den WASD-Tasten ändert man die Bewegungsrichtung des Protagonisten und mit den Pfeiltasten die Gravitation nach links, rechts, oben oder unten. Was sich einfach anhört wird aber gerade im späteren Verlauf immer schwerer, da man nicht immer ewig Bedenkzeit über die nächste Aktion hat und teilweise mit dem Ändern der Gravitation in die falsche Richtung auch gerne mal in tödlichen Stacheln endet.

Spielerisch sind die vier unterschiedlichen Verhaltensstadien des Charakters jedoch originell eingebunden. Denn jedes der vier nach „Verleugnen“, „Zorn“, „Verhandeln“ und „Depression“ orientiertes Levelpakete hält andere Herausforderungen bereit: Beim Verleugnen schiebt sich eine finstere Schattenwand über den Bildschirm, die sich immer dann weiterwächst, wenn man ihr den Rücken zukehrt. In der Zorn-Phase gilt es roten, pulsierenden Wut-Blasen auszuweichen, während man bei der Depression nur im Licht bleiben kann und die Dunkelheit meiden muss. Am interessantesten ist das „Verhandeln“, da die Level dort in zwei Bildschirme unterteilt sind, in denen einmal der Hauptcharakter und dann sein dazugehöriger Geist gleichzeitig gesteuert werden. Knifflig ist hierbei, dass der Geist alle Bewegungen spiegelverkehrt ausführt und die Levelabschnitte in beiden Bildschirmen nicht immer gleich sind – hier beißt man sich bei der Lösungssuche teilweise richtig die Zähne aus.

In Between
Publisher: Headup Games Releasetermin: 21.08.2015 Preis: 11,99€ Plattform: PC
Knapp drei bis fünf Spielstunden kann man bei In Between investieren, je nachdem wie schnell man sich durch die Rätsel arbeitet, die im Übrigen die größte Stärke und gleichzeitig auch eine Schwäche des Spiels sind, da hier bei weniger geduldigen Spielern auch Frustmomente aufkommen können und die Story teilweise leider in den Hintergrund rückt. Nicht selten greift man auf das Trial and Error-Prinzip zurück, bis man schließlich die richtigen Bewegunsabläufe auswendig gelernt hat. Trotzdem ist In Between gerade für Fans von Rätselspielen einen Blick wert, da hier auch spielerisch einige frische Ideen zu finden sind. 80
Grafik: 8/10 Story: 4/10 Atmosphäre: 7/10
Umfang: 5/10  Gameplay: 9/10 Musik: 7/10
  • Passender und einzigartiger Art-Style
  • Guter Sprecher
  • Teilweise sehr knifflige Rätsel
  • Story kommt nicht richtig in Fahrt
  • Kann frustrierend werden
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