Ein ehemaliger Mitarbeiter von Warhorse Studios sorgt aktuell für Diskussionen in der Gaming-Community. In einem Reddit-Beitrag schildert der Entwickler, dass er ohne Vorwarnung entlassen und durch KI ersetzt wurde.
Der Fall wirft erneut Fragen zur Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Spieleentwicklung auf – insbesondere in kreativen und sprachlichen Bereichen.
Mitarbeiter berichtet von plötzlicher Kündigung
Der betroffene Mitarbeiter, der unter dem Namen „Max H“ auftritt, arbeitete seit Juli 2022 als Übersetzer und Editor (Tschechisch–Englisch) bei Warhorse Studios.
Sein Fokus lag zuletzt auf Kingdom Come: Deliverance 2, einem der wichtigsten Projekte des Studios.
Am 27. März 2026 kam es laut eigener Aussage zur überraschenden Kündigung – ohne vorherige Hinweise.
KI soll künftig alle Übersetzungen übernehmen
In seinem Statement beschreibt Max H die Situation sehr deutlich. Ein zentraler Auszug:
„Gestern, am 27. März 2026, wurde ich ohne Vorwarnung zu einem Meeting eingeladen und mir wurde mitgeteilt, dass meine Position im Unternehmen ab nächsten Monat ‘obsolet’ wird, um die Firma ‘effizienter zu machen’ und ‘Kosten zu sparen’, da künftig KI für alle Übersetzungen eingesetzt wird.“
Weiter erklärt er, dass das Thema KI intern zwar bereits diskutiert wurde, er jedoch nicht davon ausgegangen sei, dass dies konkret seinen Job betreffen würde.
Kritik an Umgang mit Mitarbeitenden
Der ehemalige Mitarbeiter äußert vor allem Kritik am Ablauf:
- keine Vorwarnung oder Übergangsphase
- Entscheidung wirkte abrupt
- Gefühl von fehlender Wertschätzung
Gleichzeitig betonte er, dass er keine NDA-Regeln brechen wolle und rief dazu auf, keine Mitarbeitenden des Studios zu belästigen.
KI in der Spieleentwicklung auf dem Vormarsch
Der Fall steht exemplarisch für eine größere Entwicklung in der Branche.
Immer mehr Studios experimentieren mit KI-gestützten Tools, insbesondere in Bereichen wie:
- Übersetzung und Lokalisierung
- Content-Erstellung
- Testing und Automatisierung
Auch die Führungsebene von Warhorse Studios gilt als offen gegenüber KI-Technologien und hat sich zuletzt positiv zu Entwicklungen wie DLSS 5 geäußert.
Zwischen Effizienz und Kreativität
Der Vorfall zeigt die zentrale Herausforderung der Branche:
- Unternehmen suchen nach Effizienz und Kostensenkung
- gleichzeitig stehen Arbeitsplätze und kreative Qualität auf dem Spiel
Gerade im Bereich Lokalisierung ist die Frage entscheidend, ob KI langfristig die gleiche Qualität liefern kann wie menschliche Übersetzer.
Ein Einzelfall – oder ein Trend?
Ob es sich um einen Einzelfall handelt, lässt sich aktuell nicht abschließend beurteilen.
Fest steht jedoch:
Die Diskussion rund um KI und Jobs in der Gaming-Industrie gewinnt weiter an Dynamik – und dürfte in den kommenden Jahren noch deutlich an Bedeutung zunehmen.

























































