Wofür Smartphones so gut sind, dies zeigt uns Ubisoft in dem neuen Sandbox-Titel Watch_Dogs. Wer den Entwicklungverlauf verfolgt hat, wird mitbekommen haben, dass der Softwarekonzern viel Zeit in dieses Spiel investiert hat. Wir schauen uns die PlayStation 3-Version von Watch_Dogs an. Wie und ob sie sich gegen die anderen Plattformen durchsetzen kann erfährt ihr im folgenden Test.
Wir spielen als Aiden Pearce, ein Hacker, der während eines Hack-Versuches in einem großen Hotel auf etwas Bedeutsames gestoßen ist. Ehe wir uns versehen geraten wir in einen Hacker-Krieg und bekommen einen Typen namens Maurice auf den Hals gehetzt, dessen Auftrag es ist, uns auszuschalten. Doch statt dass es uns trifft, muss eine unschuldige Seele den Preis bezahlen. Während eines tragischen Unfalls in einem Tunnel irgendwo in Chicago stirbt die Nichte des Protagonisten, Lena Pearce. Es braucht ganze 11 Monate für Aiden, um erste Informationen zu finden, durch die er seiner Rache ein Stück näher kommt.
Anfangs arbeiten wir mit einem Komplizen Namens BadBoy17 zusammen, der uns unter anderem Zugang zum ‘ctOS’ gewährt. Das ctOS ist das große Netzwerk, mit dem die ganze Stadt verknüpft ist, was uns wiederum erlaubt, mit unserem doch recht harmlos aussehenden Smartphone die Stadt Chicago in einem gewissen Grad zu kontrollieren. Neben unserer Hetzjagd, jene zu finden, die unsere Nichte auf dem Gewissen haben, treffen wir auf die Schwester von Aiden und ihren Sohn. Nicole ist natürlich besorgt über die Machenschaften von Aiden und versucht ihm konstant ins Gewissen zu reden, diese Sache auf sich ruhen zu lassen, da es Lena nicht wiederbringt. Natürlich schwört Aiden immer wieder auf Besserung, aber im Endeffekt will er dennoch Rache und gerät langsam, aber sicher in kriminelle Kreise. Die Story umfasst insgesamt vier Akte, die allesamt recht interessant erzählt werden und eigentlich kaum Langeweile aufkommen lassen.
Ubisoft wollte mit Watch_Dogs eine frische Spielmechanik im Open-World-Genre entwickeln, was ihnen auch ziemlich gut gelungen ist. Vermutlich das wichtigste Tool ist unser Smartphone, welches uns erlaubt auf das ctOS zuzugreifen. Damit sind wir in der Lage, die Identität jedes Bewohners ausfindig zu machen. Seien es Bankkontodaten, Vorlieben, Angewohnheiten oder SMS und Chat-Verläufe sowie Sprachanrufe – wir haben Zugriff auf alles. Aufgrund dessen bekommt jeder der NPCs, welche normalerweise in Spielen dieses Genres untergehen, eine Art Vorgeschichte, welche die Spielwelt lebendiger wirken lässt. Außerdem können wir potentielle Verbrecher in unserem Profiler speichern, was uns erlaubt, ein potentielles Verbrechen zu verhindern, um somit unseren Ruf aufzubessern. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: wenn wir z.B. einen Zivilisten verletzen oder gar töten, sinkt unser Ruf, den wir in der Stadt genießen. Ebenfalls ein interessantes Feature ist der Multiplayer. Andere Spieler sind unter anderem in der Lage sich in unser Spiel zu hacken. Diese Spieler sind wiederum als ‚Fixer‘ bekannt, die uns Informationen stehlen wollen, was ihren Ruf steigert. Natürlich können wir uns selbst ebenfalls in andere Spiele hacken, um somit unseren Ruf im Internet zu steigern.
Man kann sich jedoch schon denken: Moment. Ich bin ein Hacker, also vollführe ich illegale Aktionen. Das ist richtig und das sehen die Polizei sowie andere Gauner genau so. In manchen Missionen können wir uns entscheiden, ob wir sie alle erledigen oder uns einfach aus dem Staub machen. Wählen wir letzteres, so sind wir in der Lage, mit unseren Hacks Brücken mir nichts dir nichts hochzufahren oder gar Straßenblockaden ohne Vorwarnung aus dem Boden steigen zu lassen, was wiederum dazu führt, dass unsere Verfolger außer Gefecht gesetzt werden.
Im Spielverlauf selbst können wir mit Skillpunkten unsere Fähigkeiten wie z.B. Hacken verbessern. Unser Smartphone ist nicht nur ein nettes Hacker-Werkzeug, sondern auch mit Apps ausgestattet. So können wir eine Multiplayer-Runde starten oder uns mit ‘D-Trips’ die Zeit vertreiben. D-Trips sind praktisch gesehen Minispiele. Dabei können wir z.B. im Spider-Tank-Modus eine riesige mechanische Spinne steuern und damit Chicago dem Boden gleich machen oder im Psychedelic-Modus, der leicht an einen LSD-Trip erinnert, über Blumen springen.
Dank unseres Kollegens Jordi Chin sind wir in der Lage auf Knopfdruck einen Wagen zu bestellen, der in unserer Nähe abgestellt wird. Neben diesen netten Features können wir ebenfalls überall Musik mit unserer ‘Media-App’ hören, die so gut wie fast jedes Musik-Genre abdeckt. Damit Aiden sich nicht die Füße platt läuft, stehen ihm unter anderem Autos sowie Motorräder zur Verfügung. Entweder die klassischen PKWs bis hin zu schnellen Rennboliden. Entweder man fährt selbst oder wem dies zu langweilig wird, kann sich im Zug durch die Stadt kutschieren lassen.
Die vorliegende PlayStation 3-Variante ist nicht ganz so bahnbrechend in Sachen Grafik wie ihre Next-Gen-Vertreter. Leider fällt hier die alte Hardware auf, die schon seit sieben Jahren ihren Dienst verrichtet. Nachladende Texturen, FPS-Einbrüche, wenn viel Action abgeht sowie lange Ladezeiten stehen auf dem Plan. Die Grafik der PS3-Version könnte man mit den niedrigsten Einstellungen für den PC vergleichen, wobei selbst hier Abstriche gemacht wurden. Zum einen wurde die Population vermindert aufgrund der geringeren Rechenleistung, wodurch weniger Bürger in den Straßen Chicagos unterwegs sind. Das gleiche gilt übrigens auch für den Verkehr. Theoretisch gesehen könnte man dies als eine Erleichterung aufnehmen, da Verfolgungsjagden somit einfacher werden. Auch die Wassereffekte wurden zugunsten der Performance reduziert. So sehen die Regentropfen aus, als stammen sie aus einem Spiel, was 2004 erschien. Aber trotz dieser Abstriche macht Watch_Dogs auf der PS3 genauso viel Spaß wie auf allen anderen Plattformen, da nichts an der Spielmechanik selbst geändert wurde.
Gesteuert wird Watch_Dogs auf der PS3 mit dem Dualshock-Controller. Dabei geht die Steuerung flüssig von der Hand. Ob wir nun mit dem Auto unterwegs sind oder zu Fuß umherlaufen. Die Empfindlichkeit des linken Analogsticks reagiert sofort. Selbst das Zielen mit dem rechten Stick ist ziemlich angenehm, sodass man seine Ziele genau trifft. Alternativ gibt es hier noch eine Zielhilfe, die man aber natürlich ausschalten kann. Jedoch ist diese Art von Hilfe wie bei vielen anderen Spielen reine Geschmackssache.
Auch in Sachen Sound macht Watch_Dogs eine gute Figur. Röhrende Motoren, laute Explosionen finden ihren Anklang. Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen, wobei dies auch wieder Geschmackssache ist. Wem diese nicht gefällt, kann sie im Optionsmenü ändern. Musikalisch besticht der Titel mit einem guten Soundtrack. Auch die Playlist, die man in der Media-App wiedergeben kann, weist einige echt gute Tracks auf. So haben wir bspw. Rise Against auf der rockigen und Kid Kuddi auf der Black-Music-Seite.
| Watch_Dogs | |||||||||||||
| Publisher: | Ubisoft | Releasetermin: | 27.05.2014 | Preis: | 59,99€ | Plattform: | PlayStation 3 | ||||||
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