Wettbetrug: Welche Strafen drohen bei Manipulation?

29.05.2018 10:21

In den letzten Jahren haben Sportwetten mehr und mehr den Bezug zur Gesellschaft gefunden. Dabei existieren diese, schon seid Jahrhunderten. Der Unterschied zur Vergangenheit ist, dass diese sich immer weiterentwickelt haben. Dank der heutigen technologischen Möglichkeiten ist es möglich, zu jeder Zeit, jede beliebige Wette abzuschließen. Immer mehr Wettshops fokussierten dadurch ihre Präsenz auf den Onlinemarkt. Der Bedarf an Wetten stieg an und es wurde möglich, Wetten auf Mannschaften der unteren Ligen zu setzen, sowie auf das Eintreten bestimmter Situationen. Eine Vielzahl an Möglichkeiten der Manipulation bot sich nun an und somit fanden immer mehr Betrüger den Einstieg in die Wettmanipulation. Die Strippenzieher hinter diesen Manipulationen sind nur sehr schwer zu fassen. Doch welche strafrechtlichen Folgen, auf diese und anderen beteiligten Personen wartet, wird hier genauestens erklärt.

Wer ist von einer strafrechtlichen Verfolgung betroffen?
Strafbar machen sich diejenigen, die als Sportler oder Trainer, einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung fordern. Auch die Annahme oder das Versprechen, dass der Verlauf oder das Ergebnis des Wettbewerbs beeinflusst wird, gilt als strafbar.
Außerdem ist es strafbar, wer einem Sportler oder Trainer einen Vorteil für sich selbst oder einen Dritten als Gegenleistung anbietet, sodass er den Verlauf oder das Ergebnis des Wettbewerbs beeinflusst und infolgedessen ein rechtswidriges Vermögen, durch eine auf diesen Wettbewerb bezogene Wette, erzielt.
Des Weiteren ist es strafbar, wenn ein Schieds-, Wertungs-, oder Kampfrichter für sich oder einen Dritten einen Vorteil als Gegenleistung fordert. Auch hier sind, die Annahme oder das Versprechen, dass der Verlauf oder das Ergebnis des Wettbewerbs, durch regelwidrige Weise beeinflusst wird, eine Straftat.
Ebenso ist es strafbar, wer einem Schieds-, Wertungs-, oder Kampfrichter einen Vorteil für sich selbst oder einen Dritten als Gegenleistung anbietet, sodass dieser den Verlauf oder das Ergebnis eines Wettbewerbs in regelwidriger Weise beeinflusst und infolgedessen ein rechtswidriges Vermögen, durch eine auf diesen Wettbewerb bezogene Wette, erzielt.
Selbst der Versuch, einen Gewinn durch Manipulation jeglicher Art zu erlangen, ist strafbar.
Welche Strafen drohen bei Manipulation von Sportwetten?
Im Falle eines Wettbetrugs drohen, je nach Ausmaß der Manipulation, Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren, sowie eine Geldstrafe. Bei geringem Ausmaß werden ausschließlich Geldstrafen verhängt. Ist ein Verein oder eine sportliche Organisation Mittäter der Manipulation, so können diese für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren aus dem Wettbewerb ausgeschlossen werden. Zusätzlich müssen diese Vereine oder Organisationen mit erheblichen Geldstrafen rechnen. Bei einzelnen Spielern oder Funktionären tritt in den meisten Fällen eine Suspension des Vereins ein.

Welche Strafen wurden bisher verhängt?
Eine skurrile Wette, welche für Aufsehen sorgte, bot ein englischer Kultkeeper. Während eines FA-Cup-Spiels gegen den Erstligisten FC Arsenal aß dieser Ersatztorwart ein Sandwich. Ausgerechnet ein Wettanbieter bot eine Wette an, welche genau dies beinhaltete. Der Verein des Torwarts verlor das Spiel mit einer Niederlage von 0:2, doch konnten dank des Torwarts einige Personen viel gewinnen. Die Quote betrug 1:8. Der Torwart wurde daraufhin für zwei Monate vom englischen Fußballverband gesperrt und zu einer Geldstrafe von 375 Pfund (410 Euro) verurteilt. Kurz nach der Verhängung der Strafe entschied sich der Torwart für seinen Rücktritt.
Zu den bekanntesten deutschen Wettmanipulationen zählt die Hoyzer-Affäre. Der Schiedsrichter Robert Hoyzer wurde für die erste Runde des DFB Pokalspiels Hamburger SV gegen SC Paderborn eingeteilt. Während des Spiels kam es zu mehreren kuriosen Entscheidungen zugunsten Paderborns. Diese Mannschaft erhielt zwei Elfmeter, wo hingegen der Hamburger SV eine fragliche Rote Karte erhielt. Im Frühjahr 2005 gestand Robert Hoyzer seinen Betrug. Hinter diesen Machenschaften steckte eine organisierte Wettmafia. Hoyzer wurde daraufhin zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Die Spiele konnten nicht wiederholt werden, da der Wettbewerb fortgeschritten war. Hamburg erhielt daraufhin die Einnahmen eines Freundschaftsspiels um die Verluste des Vereins einzudämmen
Im Jahr 2009 wurde eine Manipulation von Sportwetten, unbekannten Ausmaßes, öffentlich gemacht. Die Strippenzieher hinter den Machenschaften war die kroatische Wettmafia und insbesondere die beiden Brüder Ante und Milan Sapina. In Deutschland, Österreich und der Schweiz waren über 50 Spiele von Wettmanipulationen betroffen. In Deutschland fand die Manipulation hauptsächlich ihren Weg in die zweite und dritte Bundesliga, wohingegen in Österreich die erste Liga betroffen war. Die Wettmafia bestach Spieler und sogar einige Schiedsrichter, um ihren Vorteil bezüglich ihrer Wetten zu erlangen. Diesen Spielern und Schiedsrichtern wurden Summen in Höhe von fünfstelligen Summen geboten. Bei den Ermittlungen gegen den Fußballwetten-Skandal wurde festgestellt, dass Bestechungsgelder von rund 550.000 Euro ausgezahlt wurden. Dabei wurde unter anderem der Fall, von dem ehemaligen Bundesliga Profi Thomas Cichon bekannt, welcher ein Spiel seines derzeitigen Vereins manipulierte. Dieser und weitere wurden von ihren Vereinen suspendiert und werden nun strafrechtlich verfolgt. Nach über fünfzig Hausdurchsuchungen wurde der Skandal aufgedeckt und die kroatischen Brüder Sapina konnten nach stichhaltigen Beweisen zu je fünf Jahren Haft verurteilt werden.
Welches Ausmaß die Manipulation der Sportwetten angenommen hat, ist nur schwer zu sagen. Der Manipulation einen Riegel vorzuschieben ist bereits nicht mehr möglich, doch können Ermittlungen, wie diese im Fall der Sapina Brüder und deren rechtliche Folgen, das Ausmaß des Wettbetrugs eindämmen.

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