Hardwaretest: Das XILENCE Interceptor unter der Lupe

16.09.2012 20:01

Was macht einen perfekten Spielecomputer aus? Eine aktuelle Grafikkarte, ein leistungsstarker Prozessor und reichlich Arbeitsspeicher stehen ganz oben auf der Liste. Außerdem muss eine ausreichende Kühlung der Hardware garantiert sein, die Geräuschentwicklung muss auch in hitzigen Situationen gering bleiben und es müssen genügend Anschlüsse für Maus, Tastatur, Headset und Speichermedien vorhanden sein. Spätestens hier kommt auch das passende Gehäuse ins Spiel. Mit dem Xilence Interceptor möchte der in Taiwan ansässige Hersteller Xilence Technology nun die Herzen der PC-Spieler erobern. Wir haben uns das ambitionierte Case etwas genauer angeschaut und überprüfen in unserem Hardwaretest, ob es den hohen Anforderungen eines Zockers auch gerecht wird.

Design

Für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance. Nachdem wir das Xilence Interceptor aus dem großen Karton ziehen und von der Schutzfolie befreien, wird jedoch schnell klar, dass das Gehäuse diese erste Herausforderung mit Bravour meistert. Das tiefschwarze Case macht trotz seiner Größe direkt eine sehr gute Figur und kann mit zwei roten Streifen an den Seitenwänden einen interessanten Akzent setzen. Ein silbernes Xilence-Logo auf der Frontklappe unterstreicht das insgesamt edle Auftreten des Gehäuses.

Auch die Seitenwände des Interceptors machen einiges her. Insbesondere die rechte Seite des Gehäuses bietet mit einem kleinen Fenster noch mal einen echten Hingucker, der besonders durch die passende Beleuchtung zum Highlight wird. Auf der Oberseite des Case sorgen Lüftungsschlitze für ein weiteres Aha-Erlebnis. Diese „Kiemen” können bei Bedarf per Schieberegler geöffnet werden und sehen neben ihrem praktischen Nutzen, der besseren Luftzufuhr innerhalb des Gehäuses, ganz nebenbei auch einfach schick aus. Das Double I/O Frontpanel befindet sich wie üblich oberhalb der Einschubplätze für bis zu vier Laufwerke und bietet die gewohnte Ausstattung: Zwei USB 2.0, ein USB 3.0, sowie Audioanschlüsse, Status LED, Reset- und Powerknopf. Ein bis zwei weitere USB-Anschlüsse wären sicherlich wünschenswert gewesen, der durchschnittliche Nutzer dürfte diese aber selten im täglichen Gebrauch vermissen.

Xilence Interceptor


Vom Innenleben eines Gehäuses erwartet man naturgemäß keine designtechnischen Meisterwerke. Hier ist weniger meistens mehr und der praktische Nutzen des inneren Aufbaus steht im Vordergrund. Dass sich die schlauen Köpfe bei Xilence auch hierbei Gedanken gemacht haben, merkt man spätestens, wenn man versucht seine 3,5 und 2,5 Zoll Festplatten zu verbauen. Diese finden nämlich nicht wie üblich direkt im Innenraum ihren Platz, sondern werden hinter der zuvor bereits erwähnten Frontklappe in insgesamt sechs 3,5 und vier 2,5 Zoll Einschüben untergebracht. Diese lassen sich dank der sogenannten Hot-Swap-Funktion blitzschnell ein- und wieder ausbauen.

Verarbeitung und Ausstattung

Zum Zubehör des Xilence Interceptors gehört auch ein kleiner, weisser Karton, in dem sich alle wichtigen Schrauben, Abstandshalter und Kabelbinder befinden, damit die wertvolle Hardware auch gut und sicher in ihr neues Zuhause einziehen kann. Zudem liegen dem Gehäuse zwei Standfüße bei, die unter dem Gehäuse befestigt werden können. Positiv anzumerken hierbei ist, dass die Standfüße gummiert sind und daher mögliche Vibrationen durch Lüfter nicht an den Untergrund weitergeben und so für eine deutlich geringere Geräuschentwicklung sorgen.

Damit beim Einbau auch alles rund läuft, liegt dem Gehäuse ein Handbuch bei, welches in kurzen, aber gut beschriebenen Texten in die wichtigsten Funktionen des Gehäuses einführen. Auch die verwendeten Fotos sind durchaus hilfreich, da wichtige Befestigungen sowie Schraub- und Schiebemechanismen im ansonsten schwarz-weiss gehaltenen Handbuch gut durch rote und grüne Markierungen hervorgehoben werden. Das Handbuch ist in den Sprachen Deutsch und Englisch verfügbar, ist mit jeweils 14 Seiten zwar recht kurz gehalten, erklärt aber soweit alle wichtigen Punkte zum Hardwareeinbau recht gut.

Das Gehäuse selber ist mit einem Gewicht von 16 kg zwar ein echtes Schwergewicht, wirkt dafür aber auch entsprechend hochwertig verarbeitet. Die Frontklappe, welche die Einschübe für die Festplatten verdeckt, wird sicher von einem Magneten geschlossen gehalten, lässt sich aber auch genauso leichthändig wieder öffnen. Etwas schwieriger gestaltete sich dies bei den Seitenwänden. Diese werden zwar von nur zwei Schrauben gesichert, was auch hervorragend funktioniert, sind mit bloßen Händen jedoch teilweise schwer zu lösen. In unserem Test mussten diese mit einer Zange gelockert werden, bevor wir sie dann schließlich relativ leicht entfernen konnten. Die insgesamt gute Verarbeitung wird jedoch auch am oberen Teil des Interceptors etwas getrübt. Die frei justierbaren Lüftungskiemen quietschen beim öffnen und schließen hörbar. Das hätte bei der ansonsten nahezu perfekten Verarbeitung nicht sein müssen.

Der Einbau der Hardware verlief dagegen einwandfrei. Jedes Bauteil findet auf Anhieb seinen richtigen Platz und sitzt perfekt und sicher im Gehäuse. So will man seine wertvolle Gaminghardware in einem Case untergebracht sehen! Ebenfalls wichtig: Das imposante Xilence Interceptor bietet jede Menge Platz im aufgeräumten Innenraum, so dass auch Grafikkarten mit einer theoretischen Länge von bis zu 360mm Platz finden. Klasse!


Das erweiterte Kabelmanagement leistete bei unserem verbauten Testsystem gute Arbeit und die zwischen jedem Lüfter und dem Gehäuse verbauten Staubfilter helfen ebenfalls hervorragend dabei, den Innenraum des Case sauber und ordentlich zu halten. Diese lassen sich problemlos zum reinigen rausziehen und bieten daher einen sinnvollen Staubschutz für unsere Hardware.

Technik

Das Xilence Interceptor hat eine Länge von 605mm, eine Höhe von 580mm und eine Breite von 230mm. Mit seinen 16 Kilo, hat das Gehäuse ein stattliches Gewicht. Es gibt vier 5,25” Anschlüsse für optische Laufwerke, vier 2,5” Anschlüsse für Festplatten mit Hot-Swap Funktion und zwei 3,5” interne Anschlüsse für HDDs.

An der Front befinden sich zwei 120mm Lüfter und an der Hinterseite befindet sich ein 140mm Lüfter. Im oberen Teil des Gehäuses können drei 120mm Lüfter montiert werden und das Gehäuse kann im oberen Teil ebenfalls geöffnet, oder zur Geräuschminderung geschlossen werden.

Material & Größe:
Gehäusematerial /Dicke: SECC 0.6 & 0.8mm
Frontpanelmaterial: ABS
Abmessung: 230mm (B) x 605mm (T) x 580mm (H)
Gewicht (Brutto): 16 kg

Drive Slots:
4x 5.25″ (offen)
4x 2.5″ SSD/ SATA-HDD (mit hot swap tray)
6x 2.5″ oder 3.5″ SATA-HDD (mit hot swap tray)
2x 3.5″ HDD internal (verdeckt)

Lüfter:
Rückseite: 1x 140mm
Vorderseite: 2x 120mm
Seite: 2x 120mm oder 2x 140mm oder 1x 230mm (optional)
Top Interceptor: 3x120mm oder 2x 140mm oder 1x 230mm (optional)

Front I/O:

Main case: 1x USB 3.0 + 2x USB 2.0 + HD audio + Reset + Power

Expansion Slots:

10x PCI



Fazit


Mit dem Interceptor hat Xilence ein schickes und gut durchdachtes Gehäuse auf den Markt gebracht. Es besticht durch seine insgesamt sehr gute Verarbeitung, einigen cleveren Features und ist dank seines edlen und zugleich modernen Designs ein absoluter Hingucker. Die wenigen Schwächen, die sich bei unserem Test offenbart haben, kann man durchaus als Kritik auf sehr hohem Niveau einordnen. Nach unserem ausführlichen Test können wir das Xilence Interceptor daher bedenkenlos empfehlen. Wer auf der Suche nach einem neuen Gehäuse für seine Hardware ist, wird vom Interceptor sicher nicht enttäuscht werden.

Michael Decker

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